Fryte sammelt 3,5 Mio. Euro für seine E-Lkw-Plattform ein

Fryte Mobility hat in einer Seed-Runde 3,5 Millionen Euro eingesammelt, womit die Gesamtfinanzierung des Münchner Startups auf 5 Millionen Euro steigt. Das frische Kapital soll den Ausbau der Softwareplattform von Fryte beschleunigen, mit der Betreiber von E-Lkw-Flotten u.a. Routen planen und Ladepunkte entlang der Strecken verbindlich reservieren können.
Fryte-Gründer Maximilian Zähringer und Sebastian Wolff
Bild: Fryte
Bei electrive begleiten wir Fryte Mobility schon seit seiner Gründung Anfang 2025: Damals stellten die Gründer Sebastian Wolff und Maximilian Zähringer ihre Vision in unserem Startup-Porträt von Fryte vor. Die Idee hinter der Firma, die ausgesprochen wird wie Freight (= Fracht): Eine Software-as-a-Service-Plattform, die eine Touren- und Ladeplanung für E-Lkw in Echtzeit bietet. Dabei soll ein Reservierungssystem dafür sorgen, dass die passenden Ladepunkte genau dann verfügbar sind, wenn die jeweiligen E-Lkw-Fahrer sie brauchen. Da dies auch für Ladepunktbetreiber (CPOs) attraktiv ist und ihnen eine hohe Auslastung sichern soll, versteht sich Fryte zugleich auch als Matchmaking-Plattform zwischen E-Lkw-Flotten und CPOs.
Von diesem Konzept hat Fryte nun zum zweiten Mal Investoren überzeugen können: Im Rahmen einer Seed-Finanzierungsrunde nimmt das Münchner Tech-Startup frisches Kapital in Höhe von 3,5 Millionen Euro auf. Die Finanzierungsrunde wurde gemeinsam von 4impact capital und Rethink Ventures angeführt. Beteiligt waren zudem die Bestandsinvestoren Revent, F-LOG, accilium ventures sowie eine Gruppe von Business Angels. Die Gesamtfinanzierung von Fryte steigt damit auf 5 Millionen Euro.
Fryte will E-Lkw mit Ladeinfrastruktur verbinden
Mit dem Kapital will Fryte seine Plattform europaweit ausbauen, um E-Lkw mit der benötigten Ladeinfrastruktur zu koppeln. Denn während heute Speditionen ihre Routen meist noch ohne Einblick in die tatsächliche Verfügbarkeit von Ladesäulen planen, wissen CPOs bislang nicht, wann welche E-Lkw eintreffen und mit welchem Energiebedarf.
Diese Lücke will Fryte schließen. Die offene Softwareplattform verbindet Transportmanagementsysteme (TMS) mit Ladepunkt-Managementsystemen (CPMS) über etablierte Branchenstandards wie OCPI. Dadurch werden laut Fryte die Tourenplanung, Energiebedarf und Ladeinfrastruktur in einem durchgängigen Prozess zusammengeführt. Ziel sind verbindliche Reservierungen von Ladepunkten, die für mehr Effizienz bei den Transportunternehmen sorgen sowie für eine bessere Auslastung für CPOs.

Erprobt hat Fryte die Reservierung von Lkw-Ladestationen bereits im halböffentlichen Bereich. Gemeinsam mit Traton Charging Solutions, MAN Charge & Go und vier Logistikunternehmen ermöglicht Fryte dieReservierung von Ladeslotsin den Anlieferzonen der MAN-Werke in Dachau, München und Nürnberg.
Fryte-Mitgründer Sebastian Wolff sagt: „E-Lkw können nur dann flächendeckend und effizient geladen werden, wenn die Ladeinfrastruktur betreiberübergreifend vernetzt ist. Dafür braucht es offene Standards.Beim Laden haben wir diesen Schritt bereits gemacht – der nächste wichtige Meilenstein ist das Transportmanagement.“
Horizontale Plattform statt Insellösung
Pauline Wink vom Investor 4impact capital ergänzt: „E-Lkw erreichen in mehreren europäischen Ländern in Kürze Kostenparität mit Diesel-Fahrzeugen (Total Cost of Ownership), und die CO₂-Vorgaben der EU beschleunigen den Wandel hin zum elektrischen Schwerlastverkehr zusätzlich. Das bedeutet: von heute Zehntausenden E-Lkw in Europa hin zu Hunderttausenden bis 2030. Was fehlt, sind nicht mehr Ladepunkte oder mehr Software, sondern eine Schicht, die Logistik-, Lade- und Energiesysteme zusammenbringt. Die meisten Anbieter bauen vertikale Insellösungen. Fryte baut die horizontale Koordinationsschicht, und Max und Sebastian setzen sich seit dem ersten Tag voll für dieses Problem ein. Diese Kombination aus Timing und Tiefe ist selten – deshalb haben wir investiert.“
Das neue Kapital will Fryte nutzen, um sein kommerzielles Team auszubauen und die Integrationen mit Ladepunktbetreibern und CPMS-Backends zu vertiefen. Fryte will zudem die Reservierungsfunktionalität weiterentwickeln – aufbauend auf jüngsten Pilotprojekten mit Partnern wie Traton Charging Solutions mit MAN Charge & Go, Fiege, Fraport, Energie Südbayern und Dettendorfer Energy.
_Quelle: per Mail_, linkedin.com