Forschungserfolg bei Cybersicherheit für Ladesäulen

Hackerangriffe auf Ladesäulen gefährden nicht nur Daten von Kunden und Unternehmen, sondern das gesamte Stromnetz. Nach Abschluss des dreijährigen Forschungsprojekts ReSiLENT zeigen die praxisnahen Ergebnisse nun, wie die Ladeinfrastruktur vor digitalen Bedrohungen geschützt werden kann.

Symbolbild
Bild: Fraport
Der Fortschritt bei der Elektromobilität hängt nicht nur vom Ausbau der Ladeinfrastruktur und der elektrischen Reichweite ab. Auch die Sicherheit muss mit der expandierenden Branche mitwachsen. Das gilt auch für vernetzte Ladestationen, deren Bezahlsysteme und das Stromnetz. Die Ladeinfrastruktur gerät vermehrt ins Visier von Cyberangriffen. Dabei kann es zu Diebstahl von Daten, der Beeinträchtigung der Ladesäulenfunktionen oder zu Störungen im Stromnetz kommen.
Um die Bedrohung solcher Angriffe zu minimieren und die Ladeinfrastruktur dahingehend widerstandsfähiger zu machen, hat sich ein Konsortium aus Forschern der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg, der Asvin GmbH und der ChargeIQ GmbH zusammengetan und das Forschungsprojekt ReSiLENT (Resiliente und Sichere Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge) ins Leben gerufen. Nach dreijähriger Laufzeit wurde das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt 2026 erfolgreich abgeschlossen.
Die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg übernahm als Konsortialführer die wissenschaftliche Analyse von Bedrohungsszenarien sowie die Erforschung von Systemen zur Prävention, Erkennung und Nachvollziehbarkeit von Cybervorfällen. Das Stuttgarter IT-Sicherheitsunternehmen Asvin GmbH entwickelte die technische Plattform für den Datenaustausch und steuerte Expertise zu Kommunikationssicherheit und Risikobewertung bei. Der Softwareanbieter ChargeIQ GmbH aus Leinfelden-Echterdingen zeichnete für die praktische Integration der entwickelten Komponenten in die Ladeinfrastruktur verantwortlich.
Das Projekt brachte drei wesentliche Sicherheitsmechanismen hervor: Das Team entwickelte zum einen eine Anwendung zur Früherkennung auffälliger Vorgänge direkt an der Ladesäule. Zum anderen entstand eine dezentrale Kommunikationsstruktur, die sicherheitsrelevante Informationen auch in verteilten Systemen zuverlässig und skalierbar zwischen Ladepunkten und Betreibern übermittelt. Ergänzt werden diese beiden Systeme durch eine zentrale Benutzeroberfläche, über die Betreiber, Eigentümer und Sicherheitsverantwortliche je nach Rolle bestimmte Warnmeldungen und konkrete Handlungsanweisungen erhalten.
Die Erprobung erfolgte direkt in der Praxis: chargeIQ integrierte die Sicherheitslösungen in sechs Ladesäulen und testete sie unter realitätsnahen Betriebsbedingungen. Dieser Feldversuch belegte, dass sich die neuen Ansätze sowohl technisch als auch organisatorisch problemlos in bestehende Ladesysteme einbinden lassen. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen nun als Basis für die Weiterentwicklung kommerzieller Produkte, weitere Forschungsarbeiten sowie die Einbringung in internationale Standardisierungsprozesse.