Zurück zu den Nachrichten
Laden

Fastneds Umsatz steigt – doch auch seine Verschuldung nimmt zu

Fastneds Umsatz steigt – doch auch seine Verschuldung nimmt zu

Der niederländische Anbieter für schnelles Laden Fastned hielt in der ersten Hälfte des Jahres 2026 sein hohes Wachstumstempo bei; das Unternehmen erhöhte die Anzahl seiner Ladestellen, den Verkauf von Elektrizität und somit auch seinen Umsatz. Gleichzeitig stiegen jedoch auch seine Verbindlichkeiten – diese übersteigen nun bereits eine halbe Milliarde Euro.

Lassen Sie uns klarstellen: Während Unternehmen wie Fastned regelmäßig über ein deutliches Umsatzwachstum berichten können, geht dies in der Regel zu hohen Kosten für fast alle CPOs einher – nämlich aufgrund teurer Investitionen in eine stetig wachsende Anzahl von Ladestellen. Allerdings sind nur wenige CPOs an der Börse notiert und müssen daher ihre Daten wie Fastned öffentlich machen.

Die kürzlich veröffentlichten Finanzergebnisse für die erste Hälfte des Jahres 2026 des niederländischen CPO unterstreichen somit den allgemeinen Branchentrend: Ladeanbieter investieren weiterhin enorme Summen, erleiden dabei jedoch erhebliche Verluste – wobei das Ladegeschäft weiterhin ein Wettlauf in die Zukunft bleibt. Mit anderen Worten hängt alles von einer stark steigenden Anzahl an Elektrofahrzeugen auf dem europäischen Markt ab, die in Zukunft die Ladesäulen weitaus effizienter nutzen müssen.

Lassen Sie uns die Details betrachten: Im ersten Halbjahr 2026 stieg die Anzahl der Fastned-Ladungssitzungen auf 4,1 Millionen (+34 Prozent). Das verkaufte Stromvolumen wuchs um 38 Prozent auf 112,3 GWh. Infolgedessen stiegen die Einnahmen aus den Ladungstätigkeiten im Jahresvergleich um 40 Prozent auf 75,1 Millionen Euro. Fastned erhöhte seinen Bruttogewinn aus den Ladungstätigkeiten im ersten Halbjahr 2026 um 61 Prozent auf 66 Millionen Euro, während der Bruttogewinn pro kWh um 17 Prozent zunahm. Der Begriff „Bruttogewinn“ ist jedoch irreführender, als er scheint, denn im Grunde bedeutet er, dass Fastned den im Großhandel gekauften Strom mit einem erheblichen Aufschlag an Elektrofahrer weiterverkaufen kann. Andere Kosten sind in dieser Zahl jedoch nicht enthalten.

Danach müssen die Betriebskosten, Vertriebskosten sowie Verwaltungskosten abgezogen werden, wodurch der operative EBITDA ermittelt wird. Dieser stieg auf 37,4 Millionen Euro – mehr als das Doppelte von 17,9 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025. Allerdings beinhaltet diese Zahl weiterhin keine Zinsen, Steuern und Abschreibungen.

Insgesamt verzeichnete Fastned einen Verlust von 13,0 Millionen Euro, was eine Verbesserung gegenüber dem Verlust von 18,3 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres darstellt. Auffällig ist auch der erhebliche Anstieg der Gesamtverbindlichkeiten, die von 409,8 Millionen Euro (Stand 31. Dezember 2025) auf 514,6 Millionen Euro bis zum 30. Juni 2026 stiegen – das bedeutet, Fastned trägt nun eine Schuldenlast von über einer halben Milliarde Euro.

Das rasante Ausbreitungstempo von CPO – wobei die Anzahl der betriebenen Ladeparks in den ersten sechs Monaten des Jahres von 28 auf 434 Standorte stieg – erfordert erhebliche Finanzmittel. Dies zeigt sich beispielsweise in der regelmäßigen Ausgabe neuer Anleihen durch Fastned sowie darin, dass das Unternehmen mittlerweile rund 337 Millionen Euro von privaten Investoren aufgenommen hat. Diese Anleihen hatten zuletzt einen Zinssatz von 6 Prozent. Zusätzlich tragen Bankkredite dazu bei, die Verbindlichkeiten auf insgesamt 514,6 Millionen Euro ansteigen zu lassen.

Wie bereits erwähnt, investiert Fastned stark in den Bau neuer Ladestellen; neben neu eröffneten Ladeparks befinden sich fast 300 weitere in Planung oder sind bereits im Bau, was die Gesamtzahl der Ladeparks auf 723 Standorte erhöhen könnte. Infolgedessen stiegen die Kapitalausgaben (CapEx) im ersten Halbjahr 2026 auf 44,7 Millionen Euro (gegenüber 41,0 Millionen Euro im Vorjahr). Zudem erhöhten sich die „Kosten für Netzexpansion“ um 40 Prozent auf 22,9 Millionen Euro. Dazu gehören interne und externe Kosten im Zusammenhang mit der Erweiterung des LadeNetzwerks, wie Personalkosten für das Expansions- und Entwicklerteam, Grundstücksbeschaffung, Machbarkeitsstudien, Planungs- und Ingenieurdienstleistungen, Genehmigungsverfahren sowie die Entwicklung von IT-Software.

Fastnedcharging stationkWhEV

Quelle: electrive