Fahrerloser E-Lkw ohne Kabine von Voltempo

Voltempo entwickelt einen 15,6 Meter langen Elektro-Lkw ohne Fahrerkabine. Das autonome Fahrzeug soll dadurch mehr Ladevolumen und Nutzlast bieten. Ein erster Prototyp ist für 2027 geplant.
Voltempo bezeichnet das Konzept als „Smart Trailer“. Das Fahrzeug soll einen durchgehenden, starren Aufbau erhalten und mit 15,6 Metern die derzeit in Großbritannien zulässige Maximallänge von zwölf Metern für Lkw mit festem Fahrgestell deutlich überschreiten. Geplant sind fünf Achsen und ein zulässiges Gesamtgewicht von 42 Tonnen. Das berichtet das britische Fachmagazin Autocar.
Durch den Verzicht auf die Fahrerkabine will Voltempo Gewicht und Bauraum sparen. Unternehmensgründer Michael Boxwell zufolge soll das Konzept rund 15 Prozent mehr Ladevolumen als ein konventioneller Auflieger und fünf bis sieben Tonnen zusätzliche Nutzlast ermöglichen. Voltempo rechnet mit einem Fahrzeuggewicht von zehn bis zwölf Tonnen, während ein konventioneller elektrischer Sattelzug rund 19 Tonnen an Eigengewicht auf die Waage bringt.
Gebaut wird der Prototyp von Berkeley Coachworks, den elektrischen Antriebsstrang soll ein bislang nicht genannter großer Lkw-Hersteller liefern. Weitere Angaben zu Batterie, Reichweite und Ladeleistung gibt es noch nicht. Bis September 2027 soll der Prototyp fertiggestellt sein, anschließend sind Tests auf einer Strecke für autonome Fahrzeuge in Südwales vorgesehen. Später könnten auch öffentliche Straßen folgen.
Die Produktion könnte laut Voltempo noch Ende 2027 beginnen, erste Auslieferungen sind für Mitte 2028 vorgesehen. Zunächst sollen die Fahrzeuge in Großbritannien gefertigt werden, später auch auf dem europäischen Festland. Als erstes Einsatzgebiet sieht das Unternehmen fest definierte Logistikrouten. Neben einer höheren Transportkapazität soll der autonome Betrieb auch dem Fahrermangel entgegenwirken.
Autonome E-Lkw rücken näher
Voltempo ist mit seinem Konzept nicht allein. Auch das schwedische Startup Einride hat bereits einen autonomen E-Lkw entwickelt, den mittlerweile in in eBot umbenannten Gen 2 Rigid Large. Dessen Maße und Gewicht sind allerdings nicht bekannt. Bei dem eBot handelt es sich aktuell noch um einen Prototyp, während Einride bislang sein Geld hauptsächlich mit der Bereitstellung von konventionellen E-Lkw an Logistiker verdient. Erst kürzlich haben zudem DAF und Einride angekündigt, gemeinsam einen autonomen Elektro-Lkw für den kommerziellen Einsatz nach SAE Level 4 zu entwickeln. Erste Tests der Schnittstellen zwischen Einrides Fahrsystem und der E-Lkw-Plattform von DAF sollen noch 2026 beginnen.