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Europa verpasst die milliarden Euro schweren Gewinne aus Batteriezellen.

Europa verpasst die milliarden Euro schweren Gewinne aus Batteriezellen.

Europas Abhängigkeit von asiatischen – insbesondere chinesischen – Herstellern von Batteriezellen wie CATL vertiefte sich im Jahr 2025 weiter. 77 Prozent der EV-Batterien wurden in Asien hergestellt, gegenüber 70 Prozent im Jahr 2024. Viele der in Europa hergestellten Zellen stammen ebenfalls von asiatischen Unternehmen.

Eine aktuelle Studie von Deloitte zeigt, dass europäische Unternehmen in den Branchen Automobil und Batterien aufgrund der asiatischen Vorherrschaft in der Wertschöpfungskette für Batterien Milliarden an Umsatz verpassen. Insbesondere könnten europäische Batteriehersteller in den nächsten vier Jahren insgesamt 10,5 Milliarden Euro an Gewinnen verlieren, wenn sie nicht selbst die für in Europa hergestellte Elektrofahrzeuge benötigten Batteriezellen produzieren. Laut Deloitte könnte der entgangene Mehrwert, wenn man importierte Vorprodukte, Produktionsanlagen sowie aus Asien entsandte qualifizierte Arbeitskräfte berücksichtigt – von denen die europäische Batterieindustrie abhängt – bis 2030 sogar 100 bis 150 Milliarden Euro betragen.

In den letzten Jahren haben einige europäische Unternehmen in Erwägung gezogen, großangelegte Investitionen in die Herstellung von Batteriezellen zu tätigen, zögerten aber oft. So gab der Bosch-CEO Stefan Hartung im Januar in einem Interview mit der Zeit zu: „Das Risiko war einfach zu groß: Um eine bedeutende Rolle zu spielen, hätten wir Zehnermilliarden investieren müssen. Und wir haben gesehen, wie einige vielversprechende europäische Projekte leider spektakulär gescheitert sind.“ Damit ist unter anderem wahrscheinlich die Insolvenz des schwedischen Unternehmens Northvolt gemeint, in das VW und BMW ihre Hoffnungen gesetzt hatten.

In der Zwischenzeit hat die Europäische Union die Bedeutung der Herstellung von Batteriezellen für Antriebsbatterien in in Europa hergestellten Elektrofahrzeugen anerkannt und gerade einen Förderaufruf im Rahmen ihrer Initiative „Battery Booster“ veröffentlicht. Dieses Programm zielt darauf ab, zinslose Kredite zur Unterstützung der Erweiterung von Zellfabriken bereitzustellen. Am ehesten werden Projekte von ACC (einem Joint Venture von Stellantis, Mercedes-Benz und TotalEnergies), Verkor (mit Unterstützung unter anderem von Renault) sowie PowerCo (Teil der VW-Gruppe) davon profitieren. Sollten es diesen Zellfabriken gelingen, die Produktion auszubauen, könnte schließlich eine unter europäischem Eigentum stehende Batteriezellindustrie entstehen.

Zwar existieren in Europa bereits Zellfabriken, doch die meisten gehören Asiaten, wie beispielsweise das Werk der chinesischen Firma CATL in Arnstadt in der Nähe von Erfurt. Die Deloitte-Studie weist darauf hin, dass Europa zwar 13 Prozent des weltweiten Marktes für Zellfabriken ausmacht, im Jahr 2025 jedoch 98 Prozent seiner Produktionskapazitäten von asiatischen Herstellern kontrolliert wurden.

Deloitte Grafik zur Wertschöpfungskette von Batterien

Harald Proff, Globaler Leiter des Automobilsektors bei Deloitte, erklärt, warum es für europäische Unternehmen entscheidend ist, ihre Position in der Batteriewertschöpfungskette zu stärken: „Batterien bestimmen die Reichweite, Leistung und den Preis eines Elektrofahrzeugs. Wenn europäische Hersteller in diesem Bereich nicht wettbewerbsfähig sind, werden die Verkäufe noch stärker unter Druck geraten. Die Branche und die Politiker müssen nun zusammenarbeiten, um die Abhängigkeit – insbesondere von China – zu verringern.“

Laut Deloitte entsteht der größte Teil des Mehrwerts von Batterien während der Rohstoffgewinnung und -verarbeitung (50 bis 60 Prozent) sowie bei der Herstellung der Zellen (15 bis 30 Prozent). Diese Phasen beeinflussen maßgeblich die wirtschaftliche Rentabilität und Stabilität der nachgelagerten Prozesse. Europäische Batterieunternehmen sind jedoch derzeit in diesen Bereichen nicht ausreichend positioniert: Für 83 Prozent der befragten Unternehmen stellt die Herstellung von Zellkomponenten eine zentrale Herausforderung dar, gefolgt von der Rohstoffgewinnung und -verarbeitung (82 Prozent).

Trotzdem gibt es derzeit vielversprechende Projekte in Deutschland und Europa für die Rohstoffgewinnung und -verarbeitung, wie beispielsweise die geplante Lithiumgewinnung im Oberrheingraben sowie die Verarbeitung durch Vulcan Energy in Frankfurt-Höchst ab 2028.

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Quelle: electrive