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Europa will chinesische Hybridautos eindämmen: Ihre Importe haben sich in weniger als 2 Jahren um das 13-Fache erhöht.

Europa will chinesische Hybridautos eindämmen: Ihre Importe haben sich in weniger als 2 Jahren um das 13-Fache erhöht.

17/09/2026 12:05

Aufgeführt am

17/09/2026 12:05

Europa versucht seit fast zwei Jahren, die Ausbreitung chinesischer Hersteller von Elektroautos einzudämmen. Doch die von Brüssel ergriffenen Maßnahmen haben eine weitere Technologie außer Acht gelassen, die mit enormer Geschwindigkeit wächst und nun zu einem neuen Spannungsfeld geworden ist: die in China hergestellten Hybridautos.

Laut dem Financial Times, das mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen zitiert hat, hat die Europäische Union Peking aufgefordert, im Rahmen der laufenden Handelsverhandlungen freiwillig die Exporte dieser Fahrzeuge einzuschränken. Das von Brüssel angestrebte Ziel wäre, dass chinesische Hybridautos etwa 15 Prozent des europäischen Marktes ausmachen, gegenwärtig sind es bereits mehr als ein Drittel.

Hunderte von BYD-SUVs warten in einem Hafen auf ihre Auslieferung. Getty Images.

Diese Forderung bedeutet noch keine Genehmigung neuer Zölle oder eine formelle Beschränkung der Importe. Es handelt sich um einen Vorschlag im Rahmen der Verhandlungen zwischen Europa und China, um eine Eskalation der Handelsspannungen zu vermeiden. Ein von der Zeitung befragter europäischer Beamter macht jedoch klar, dass Brüssel bereit ist zu handeln, falls kein Abkommen zustande kommt.

Der Ursprung des Problems liegt in den Ereignissen seit Oktober 2024. Während die in China hergestellten Elektroautos Gegenstand von Antisubventionszöllen wurden, die ihre Zolllast erheblich erhöhen können, blieben die Hybride weiterhin dem regulären Zoll von 10 % unterworfen. Seitdem sind die Importe dieser Letzteren in die Höhe geschossen.

Von 3.800 auf 50.000 chinesische Hybride

Die Zahlen helfen zu verstehen, warum Brüssel nun den Fokus auf diese Technologie gelegt hat. Im Oktober 2024 importierte die Europäische Union etwa 3.800 Hybride aus China. Im Juli 2026 waren es bereits rund 50.000 Stück.

In weniger als zwei Jahren hat sich das monatliche Volumen somit um mehr als das 13-Fache erhöht. Zudem erfolgte dieses Wachstum, während der durchschnittliche Preis importierter Fahrzeuge sank, was den Druck auf die europäischen Hersteller weiter erhöhte.

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Die Situation unterscheidet sich von der der rein elektrischen Autos. Die Europäische Union genehmigte im Oktober 2024 zusätzliche Ausgleichszölle, nachdem sie ihre Untersuchungen zu den staatlichen Beihilfen für chinesische Hersteller abgeschlossen hatte. Hybride Fahrzeuge blieben von diesen Maßnahmen aus und genießen seitdem weitaus günstigere Bedingungen für den Zugang zum europäischen Markt.

Dies hat chinesischen Herstellern ermöglicht, ihre Präsenz in Europa auszuweiten, indem sie genau eine Technologie einsetzen, die bei europäischen Käufern immer mehr an Bedeutung gewinnt. Herkömmliche Hybride und insbesondere steckbare Hybride sind somit zu einem weiteren Weg geworden, um den Umsatz zu steigern, während reine Elektrofahrzeuge mit höheren Handelsbarrieren konfrontiert sind.

Brüssel strebt nun danach, vor dem Einsatz neuer Maßnahmen eine durch Verhandlungen erzielte Lösung zu finden. Laut Informationen der Financial Times möchte Europa, dass China selbst freiwillig seine Exporte einschränkt, obwohl ein europäischer Beamter warnt, dass die Europäische Union bereit ist einzuschreiten, falls Peking dies nicht tut.

Europa fürchtet eine neue Deindustrialisierung

Die Bewegung kommt nur einen Tag nachdem Ursula von der Leyen ihre Haltung zu den Handelsbeziehungen mit China öffentlich verschärft hat. In ihrer Rede zum Stand der Union betonte die Präsidentin der Europäischen Kommission, dass das Handelsdefizit Europas gegenüber dem asiatischen Land bereits auf etwa 1.000 Millionen Euro pro Tag angestiegen sei.

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Von der Leyen ist der Ansicht, dass Europa bereits einen zweiten „China-Schock“ erlebt, der sich in seinen Fabriken und Industriegebieten zeigt, und warnte davor, dass die aktuelle Situation nicht nachhaltig sei. Die Präsidentin bestätigte, dass Brüssel mit Peking Gespräche führt, um die Handelsbeziehungen auszugleichen, und versicherte, dass die Europäische Union die verfügbaren Mittel einsetzen werde, falls dieses Gespräch keine Ergebnisse bringt.

Der Automobilsektor ist zu einem der wichtigsten Schauplätze dieses Konflikts geworden. Europäische Hersteller müssen sich mit dem Erscheinen chinesischer Konkurrenten auseinandersetzen, die elektrifizierte Fahrzeuge zu sehr wettbewerbsfähigen Preisen anbieten können, während Unternehmen wie BYD, Geely oder Chery weiterhin ihre industrielle und kommerzielle Präsenz auf dem Kontinent ausbauen.

Der derzeit bekannte Vorschlag zeigt, dass die Debatte nicht mehr nur auf voll elektrische Autos beschränkt ist. Nachdem die monatlichen Importe chinesischer Hybride seit Oktober 2024 um mehr als das Dreizenfache gestiegen sind, ist diese Technologie zum nächsten Handelsstreitpunkt zwischen Europa und China geworden.