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Europa gibt Zahlen zum tatsächlichen Kostenniveau beim Fahren eines Elektroautos an – und ja, Benzinautos kommen dabei ziemlich schlecht weg.

Europa gibt Zahlen zum tatsächlichen Kostenniveau beim Fahren eines Elektroautos an – und ja, Benzinautos kommen dabei ziemlich schlecht weg.

11/09/2026 16:30

Aufgeführt am

11/09/2026 16:30

Der Rückgang der Batteriepreise, ein zunehmendes Angebot sowie die Einführung von Ladeinfrastruktur verändern das Gesamtbild rund um Elektrofahrzeuge in Europa. Die Anschaffungskosten stellen weiterhin eine Hürde in bestimmten Segmenten dar, insbesondere bei den kleineren Modellen, doch der Unterschied verringert sich, wenn man die mit der Nutzung des Fahrzeugs über seine gesamte Lebensdauer verbundenen Kosten betrachtet.

Lader

Auch ohne Möglichkeit zum Laden zu Hause besteht weiterhin ein Vorteil

Einer der wichtigsten Aspekte der Studie betrifft insbesondere diejenigen, die keinen eigenen Parkplatz mit Ladegerät besitzen. Laut ICCT führt das ausschließliche Verlassen auf öffentliche Ladestationen dazu, dass der Stromauto weiterhin einen Kilometerpreis hat, der etwa 5 Prozent niedriger ist als bei einem Benzinauto – wobei dieser Unterschied aufgrund des höheren Preises für Elektrizität erheblich schrumpft. Im Juni 2026 lagen die durchschnittlichen Tarife in der EU bei etwa 0,50 Euro/kWh für Wechselstrom und 0,62 Euro/kWh für Gleichstrom.

Auch die Entwicklung der Preise für die Fahrzeuge selbst beginnt, mitzuwirken. Wenn man Deutschland als Referenz nimmt – schließlich ist es der größte Automobilmarkt in Europa – sanken die Preise von Elektrofahrzeugen nach Abzug der Inflation und unter Berücksichtigung von Leistungsverbesserungen zwischen 2020 und 2025 um etwa 18 %. Im gleichen Zeitraum stiegen die Preise der vergleichbaren Verbrennungsmotormodelle um fast 2 %.

Hinter dieser Entwicklung steht ein besonders wichtiger Faktor: die Batterie. Laut den Berechnungen der Behörde ist ihr Gesamtkostenanteil in fünf Jahren um etwa 35 Prozent gefallen, während die durchschnittliche Reichweite der neuen Elektrofahrzeuge um rund 30 Prozent zugenommen hat. Infolgedessen haben die BEV bereits im mittleren, obermittelten und Luxussegment den Kaufpreisniveau der Verbrennungsfahrzeuge erreicht, obwohl es zwischen den günstigsten Stadt- und Kompaktmodellen noch einen größeren Unterschied gibt.

Von einigen Dutzend Modellen auf fast 160

BYD Carga

Der Markt, der dem europäischen Käufer zur Verfügung steht, unterscheidet sich ebenfalls stark von dem Anfang des Jahrzehnts. Deutschland bot im Jahr 2020 etwa 40 Elektrofahrzeuge an und schloss das Jahr 2025 mit 159 verschiedenen Modellen ab. Davon hatten fast 35 einen Preis unter 30.000 Euro, im Vergleich zu einem weitaus begrenzteren Angebot nur wenige Jahre zuvor. Gleichzeitig verringerte sich das Sortiment an Verbrennungsfahrzeugen in derselben Zeit von 275 auf 194 Modelle.

Das Ladeinfrastrukturnetz wuchs parallel zu diesem Angebot. Die Europäische Union verfügte im Juni 2026 über etwa 1,16 Millionen öffentliche Ladestationen – fast achtmal so viele wie im Jahr 2020 – während Schnellladepunkte mit mindestens 150 kW bereits 92 Prozent des Hauptnetzes TEN-T abdeckten. Der Fortschritt ist jedoch nicht gleichmäßig: Niederlande, Deutschland und Frankreich bilden zusammen 55 Prozent aller öffentlichen Ladestationen in der Union.

Die Kombination all dieser Faktoren führt zu einer Beschleunigung der Neuzulassungen. Elektrofahrzeuge mit Batterieanteil machten im ersten Halbjahr 2026 etwa 22 Prozent der neuen europäischen Neuzulassungen aus, nach mehreren Jahren des Angebotswachstums, sinkender Batteriekosten und Ausbau der Ladeinfrastruktur. Der ICCT ist der Ansicht, dass diese Kombination weiterhin Raum dafür lässt, dass die Fahrzeugpreise in den kommenden Jahren weiter sinken, sofern sich die aktuelle Entwicklung fortsetzt.