Test des Xpeng P7+: Ein beeindruckender elektrischer Reisewagen für weniger als 50.000 €


Der große chinesische Limousinenmodell glänzt durch sein Preis-Leistungs-Verhältnis. Doch er stößt auch auf einige Hindernisse.
Xpeng macht Fortschritte. Neben einer geschickten Nutzung der Kommentare in Medien sowie auf spezialisierten Youtube-Kanälen für Elektrofahrzeuge steigen die Verkäufe der Marke aus Guangzhou wie erwartet an. Das Unternehmen strebt in diesem Jahr 6.000 Neuzulassungen in Frankreich an. Es ist gut auf dem Weg, dieses Ziel zu erreichen. Während man auf das sehnlich erwartete Modell L03 wartet, wurde die Modellpalette im Frühjahr um das sehr lange und konkurrenzfähige P7+ erweitert. Dieses Modell hat durchaus Ausstrahlung.
Lassen Sie uns daher mit einigen ästhetischen Überlegungen beginnen: Der Limousinenwagen zeichnet sich durch seine fließenden Linien, den kurzen Kofferraumboden sowie die nach hinten versetzten Türen aus. Hinzu kommen die zweifarbige Lackierung sowie die strukturierte Oberflächenbehandlung im Steinoptik-Stil.
Abmessungen der Xpeng P7+
Länge: 5,07 m
Breite: 1,94 m
Höhe: 1,51 m
Radstand: 3,00 m
Ausstehende Griffe sowie dünne LED-Leisten, die die gesamte Breite des Fahrzeugs entlanglaufen, gehören zu den Klassikern moderner Elektrofahrzeuge. Die großen 20-Zoll-Fünfspeichenräder verleihen dem Fahrzeug zudem Eleganz.
Vorne sind die großen Lüftungsschlitze zu erkennen, die je nach Kühlbedarf geöffnet oder geschlossen werden. Aufgrund ihrer XL-Größe haben diese vergrößerten Lüftungselemente einen erheblichen Einfluss auf den Widerstandskoeffizienten der P7+. Der in der technischen Datenblatt angegebene Cx-Wert von 0,211 ist dennoch bemerkenswert.
Innenraum und Kofferraum des Xpeng P7+
Das ist vielleicht der interessanteste Aspekt dieses Modells. Der Innenraum des P7+ ist riesig, modern und mit viel Sorgfalt gestaltet. Das erklärt wohl weitgehend den Erfolg dieses Limousinenmodells in der Volksrepublik, wo im vergangenen Jahr 75.000 Exemplare verkauft wurden – eine Zahl, die curioserweise identisch mit den Zulassungszahlen des Volkswagen ID.7 in Europa im Jahr 2025 ist.
Zunächst einmal die Materialien: Man setzt sich in große Sitze, die mit Nappa-Leder bezogen sind. Sie verfügen alle über Belüftung, Heizung und Massagefunktion. Das Auge erkennt keine fehlerhaften Anpassungen, die Hand spürt keinen enttäuschenden Einbau. Die Türrahmen sind mit schöner Filzbespannung versehen. Die dekorativen LED-Beleuchtungen sind indirekt – das ist nachts sehr angenehm. Der extensive Einsatz von Weiß in unserem Testmodell trägt zur Raumwahrnehmung bei.
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Das Zweiarmlenkrad zeichnet sich durch seinen dicken Felgenring und sein beeindruckendes Nabenstück aus. Die Funktionen sind um zwei Gruppen von Knöpfen und Rollen gruppiert. Wir hätten wohl lieber etwas Dünneres in den Händen gehabt, aber das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Das Instrumentendisplay ähnelt einem Briefkastenöffner – klein, aber mit allem Notwendigen ausgestattet. Die Informationen werden vor allem auf der Windschutzscheibe durch ein Head-Up-Display ergänzt, das den guten Geschmack zeigt, leicht unter dem Horizont zu bleiben. Die Mittelkonsole verfügt über zwei belüftete Ladepads für das Telefon sowie einen großen Stauraum unter dem Armlehnenbereich (auch die Fächer an den Türverkleidungen sind sehr geräumig).

Aber genauso wie bei Tesla bleibt das Schlüsselelement weiterhin der 15,6 Zoll große Bildschirm im Querformat. Auch die Gesamtanordnung der Menüs bleibt unverändert: Die Themen befinden sich links und deren Inhalte auf den drei Vierteln rechts. Die Animationen laufen schnell ab, doch die Menüs sind überladen und werden manchmal ungenau übersetzt. Durch ein „Swipe“ nach unten gelangen Sie zu einigen wichtigen Schnellzugriffen (Einstellungen der Rückspiegel, Bildhelligkeit des Displays, Sitzverwaltung, Töne oder Öffnen der Ablage…). Wie Sie erkennen können, positioniert sich diese P7+ auf der Seite des „vollständig touchbasierten“ Designs moderner Automobile.
Kehren wir in die reale Welt zurück. Die Rücksitze bieten viel Platz. Die Kniegelenke sind stets weit von den Vordersitzen entfernt. Der Boden ist hoch, wodurch die Knie etwas angehoben werden. Man kann jedoch die Füße unter die Sitze legen. Zudem ist die Neigung der Rückenlehnen verstellbar. Auch hier sind Sitzflächen und Rückenlehnen heiz- sowie belüftbar. Diese Ausstattung ist umso sinnvoller, da das große Panoramadach kein Verdunkelungsrollo besitzt … Es ist heiß.

Auf der Heckseite ist viel Platz. Trotz des Motors auf der Hinterachse kann das Ladeabteil bis zu 573 Liter fassen. Der Doppelboden ermöglicht es, Kabel unter dem dicken Teppich zu verstauen. Eine 12-Volt-Steckdose sowie ein Skiloft sind vorhanden. Bemerkenswert ist hingegen das erstaunliche Fehlen eines Gepäckdeckels – Passanten können Ihre Koffer durch die Heckscheibe sehen. Dies ist umso bedauerlicher, als auch die Xpeng P7+ mit ihrem kurzen Kofferraumboden keinen Frunk besitzt.
Die Xpeng P7+ in der Stadt
Lassen Sie uns mit den Straßen von Le Mans beginnen, indem wir den Schalter hinter dem Lenkrad nutzen. Die P7+ startet geräuschlos – oder zumindest fast. Um das Innenraumklima auf angemessene Temperaturen zu halten, erzeugt die Klimaanlage ein für dieses Preissegment ungewöhnlich lautes Geräusch.
Dies ist ein großer Limousinenwagen. Er ist lang (5,07 m), breit (1,94 m) und hat einen großen Radstand (3,00 m). Zudem verfügt er über keine Lenkrollen an der Hinterachse. Dennoch bleibt der Wendekreis (11,7 m) im Verhältnis zu seinen Abmessungen akzeptabel. Der kurze Kofferraumboden sowie der nicht allzu hohe Kofferraumboden tragen außerdem dazu bei, Orientierung zu finden. Bei der Parkmanöver ist man mit den externen Kameras auf dem zentralen Bildschirm zufrieden.
Der zentrale Bildschirm zeigt das Bild aus den toten Winkeln an, wenn man die Blinker einschaltet. Doch schaut man wirklich in Richtung des Bildschirms, wenn man sich zum Abbiegen bereit macht? Die außen angebrachten Rückspiegel ohne Rahmen und in guter Größe sind nützlicher.
Ein störender innenliegender Rückspiegel
Der Innenspiegel der P7+ ist digital. Gut. In der Praxis ist er jedoch weniger überzeugend. Erstens erscheinen bei sonnigem Wetter tatsächlich Reflexe auf dem Spiegel/Bildschirm. Dadurch hat man den Eindruck, im Spiegel zwei Autos unterschiedlicher Größe hinter sich zu haben. Ein Foto sagt hier mehr aus als lange Erklärungen.

Ein Zehntelsekunden-Zögern bei einer routinemäßigen Kontrolle sollte eigentlich nicht vorkommen… Außerdem neigt das Gerät nachts zur Überlastung. Kurz gesagt, wir wechselten schnell wieder in den „alte Schule“-Spiegelmodus.
Auch das extrem weiche Lenkverhalten hilft in der Stadt, auch wenn man viele Lenkradumdrehungen machen muss. Die Ingenieure in Guangzhou sollten eine direktere Übersetzung vorsehen.
Das den Elektroautofans liebste Einpedal-System ist selbstverständlich verfügbar. Allerdings muss man über den zentralen Bildschirm darauf zugreifen, um es zu aktivieren oder einzustellen. Ein plötzliches Bremsen ist nicht nötig – die P7+ reagiert äußerst geschmeidig. Dasselbe gilt für die Bremsen. Die gesteuerte Dämpfung nimmt diese Unruhen gut auf, selbst mit 20-Zoll-Reifen, bietet aber nicht den „Flugteppich-Effekt“ eines herkömmlichen Reifens.
Die Xpeng P7+ auf der Straße
In der Stadt sanft, aber etwas weich auf der Straße. Zwar ist die P7+ ein leistungsstarkes Fahrzeug: Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfolgt in 6,2 Sekunden und der Permanentmagnetmotor liefert 313 PS. Doch beim Fahrkomfort mangelt es völlig, was Chassis und Antriebsstrang betrifft. Das Lenkverhalten ist unpräzise, die Übersetzung übertrieben und die Räder scheinen Korrekturen in der Nähe des Mittelpunkts nicht zu berücksichtigen.
Bereits bei der ersten deutlichen Belastung zeigen die Michelin Pilot Sport EV-Reifen mit ihren ziemlich dicken Seitenwänden Unzufriedenheit. Es liegt nicht an einem Mangel an Grip, sondern einfach daran, dass sie versuchen müssen, dieses schwere Limousinenfahrzeug (2.100 kg) in Kurven zu tragen – zusätzlich belastet durch seine LFP-Akkus. Leider haben wir den Xpeng nicht im Regen getestet, aber diese Reifen sind normalerweise nicht die besten auf nassen Straßen.

Die gesteuerte Absorption beseitigt die abgenutzten Asphaltflächen nicht und weist sogar einige etwas künstliche Korrekturen auf. Die Fahrwerksbewegungen sind wahrnehmbar. Das ist immer noch besser als beim G6 Phase 1, den wir im Vorjahr getestet hatten: Damals hatte man in Kurven das Gefühl, die Räder würden nach innen „gezogen“, während der Karosseriekörper darüber schwankte.
Das Antriebsverhalten zeigt sich erst bei Bremsen unter Last, wo man deutlich die Masse im Heck spürt. Der Bremspedal ist weich, doch das Auto bremst dennoch sehr stark. Das ABS korrigiert effektiv – das sorgt für Sicherheit. Doch wenn Sie von einem Tesla-, BMW- oder Alfa-Romeo-Sedan kommen, wird Ihnen diese P7+ am Steuer ziemlich langweilig vorkommen.
Die Xpeng P7+ auf der Autobahn
Als große Straßenlimousine der Moderne fühlt sich die P7+ auf langen Strecken selbstverständlich wohl. Mit stabilem Fahrverhalten, ruhigem Innenraum und guter Beleuchtung sowie komfortablen Sitzen wirkt das Fahrzeug wie ein Schutzraum auf langen Reisen. Teppiche und dicke Seitenscheiben dämpfen Geräusche vom Wind und von den Rädern. Unser Schallmesser zeigte bei 130 km/h hervorragende 67 dB an.
Bemerkenswert ist außerdem das ausgezeichnete Niveau der serienmäßigen Soundanlage. Als Spotify uns geheimnisvoll anbot, „Mangez-moi“ anzuhören, entdeckten wir Tracks, Hintergrundmusik und Bässe, von deren Existenz wir bis dahin nichts wussten. Das lag an den 20 Lautsprechern, die sogar im Kofferraum platziert sind – und nicht am Gesang des Psylo, der, um den Titel von 1994 zu zitieren, mit den Seelen spielt und die Türen der Wahrnehmung öffnet.

Doch auch beim P7+ tauchen zunehmend Probleme auf. Erstes Manko: Unsere Fahrten um Le Mans wurden ständig durch Fehler bei der Erkennung der Verkehrszeichen durch die Kameras gestört. Nein, diese Autobahn ist nicht auf 50 km/h begrenzt. Ja, dieses Baustellenareal ist bereits seit langer Zeit abgeschlossen. Hinzu kommt noch die Kamera, die auf den Fahrer gerichtet ist und bei dem geringsten Gähnen eine Pause vorschlägt – selbst wenn man erst seit 5 Minuten fährt.
Schlimmer noch: Der Fahrassistent weist Phantombremsungen, plötzliche Korrekturen sowie rhythmische Schwankungen auf (wenn er überhaupt aktiv wird). Der intelligente Tempomaten nähert sich den aktuellen Standards etwas mehr, indem er die Distanzen zu anderen Fahrzeugen richtig einhält. Im Großen und Ganzen sind jedoch die Fahrhilfen der Allround-Modelle besser abgestimmt. Dies stellt die gesamte Argumentation des Herstellers in Frage, der große Veranstaltungen veranstaltet, um uns von seinen Fortschritten im Bereich humanoide Roboter oder KI zu erzählen…
Auch der Sprachassistent ist nicht besonders nützlich:
Frage: „Kannst du mir einen Weg bis nach Straßburg über Amiens planen?“
Antwort: Eine Navigation bis nach Straßburg erstellen… ohne über Amiens zu fahren.
Grok bei Tesla oder die im neuesten Mercedes GLC verbauten Systeme sind deutlich intelligenter. Werden diese Mängel durch Updates behoben? Man kann es immer hoffen.
Verbrauch, Reichweite, Aufladen der Xpeng P7+
Andererseits sind die Autobahnverbräuche der P7+ sehr interessant – vermutlich dank der hervorragenden Luftdurchlässigkeit. Bei einer konstanten Geschwindigkeit von 130 km/h auf der flachen Ebene der Beauce erzielten wir einen Verbrauch von 21 kWh/100 km. Die Konkurrenz liegt eher bei etwa 23 kWh/100 km. Mit der 75-kWh-Batterie ergibt sich dadurch eine Reichweite von rund 260–300 km auf der Autobahn, wenn nur noch 70–80 % der Batteriekapazität verfügbar sind.
Im Verlauf unserer gesamten Fahrwoche liegt der Wert näher am Wettbewerb mit 17,5 kWh/100 km. Hinweis: Die Messungen wurden bei sehr günstigen Temperaturen durchgeführt. Logischerweise sind die von der P7+ angezeigten Werte bei niedriger Geschwindigkeit weniger beeindruckend als bei leichteren Fahrzeugen. Die Reichweite liegt somit im Bereich von etwa 430 km. Das ist dennoch sehr gut für eine Batterie der Größe M.
WLTP-Reichweite: 530 km
WLTP-Verbrauch: 16,4 kWh/100 km
Reichweite im Test: 430 km
Verbrauch im Test: 17,5 kWh/100 km
Zudem hält man an Schnellladestationen nie lange an. Einige Werte unter realen Bedingungen an häufig genutzten 300- und 400-kW-Ladestationen sprechen besser als lange Erklärungen.
Laden 1
300-kW-Ladestation
Ladezustand: 17 % → 90 %
Ladzeit: 16’34’’
Energie: 61,2 kWh
Höchstleistung: 299 kW
Leistungspegel bei 80 %: 136 kW
Durchschnittliche Leistung: 226,9 kW
Ladung 2
Steckdose 300 kW
Ladestand: 5 % → 86 %
Verbindungszeit: 17’41’’
Energie: 68 kWh
Höchstleistung: 299 kW
Durchschnittliche Leistung: 231,3 kW
Ladung 3
Steckdose 300 kW
Ladestand: 21 % → 79 %
Verbindungszeit: 11’52’’
Energie: 48,3 kWh
Höchstleistung: 300 kW
Durchschnittliche Leistung: 226,9 kW
Ladung 4
Steckdose 400 kW
Ladestand: 15 % → 91 %
Verbindungszeit: 16’20’’
Energie: 65,9 kWh
Höchstleistung: 390 kW
Durchschnittliche Leistung: 249,0 kW
Wie Sie sehen, wird die Viertelstundengrenze nur dann überschritten, wenn man Belastungswerte von über 80 % anstrebt. Zudem liegt der Durchschnitt bei voller Belastung deutlich über 200 kW – selbst wenn man nicht die leistungsstärksten Ladesäulen auf dem Markt berücksichtigt. Das ist wirklich bemerkenswert.

Für weitere Details empfehle ich Ihnen, den Supertest meines Kollegen Soufyane anzusehen. Meine Messergebnisse gehen in etwa in die gleiche Richtung wie seine. Während der Pausen, mit geöffneten Vordertüren und dem hohen Lärmpegel dieses Xpeng-Modells, wird deutlich: Es bleibt eine anspruchsvolle Aufgabe. Dadurch kann die P7+ weit und schnell reisen, ohne die Grenzen zu überschreiten. So lässt sich beispielsweise die Strecke Lyon-Paris in 4 Stunden und 33 Minuten zurücklegen – das ist die Geschwindigkeit einer echten Langstreckenlimousine.
Preis und Ausstattung der Xpeng P7+
Man muss sich hier keine allzu großen Sorgen machen – fast alles ist serienmäßig vorhanden. Belüftete, massierende und beheizbare Sitze, Instrumente im Blickfeld, Fahrassistent usw. Es fehlen eher Kleinigkeiten: nämlich adaptive Scheinwerfer… Und das ist im Grunde schon alles.
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Die gesamte Ausstattung dieser Long-Range-Version kostet 49.990 Euro. Für einen deutschen Wagen mit dem gleichen Ausstattungsniveau muss man deutlich mehr bezahlen… Achten Sie dennoch auf den Wiederverkaufswert. Trotz all ihrer Vorzüge sind Limousinen nicht besonders begehrt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird diese kleinen Mängel ausgleichen.
Was uns gefallen hat
Preis-Leistungs-Verhältnis
Komfortabler Sitzkomfort
Riesige Freiräume
Nicht so gut gefallen
Fahrhilfen
Eintöniges Fahren
Kein Frunk