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Test Skoda Peaq: Was ist der tschechische Elektro-Flaggschiffwagen wert?

Test Skoda Peaq: Was ist der tschechische Elektro-Flaggschiffwagen wert?
Test des Skoda Peaq 90x

Skoda lädt uns ein, das Steuer seines neuen großen elektrischen SUVs in die Hand zu nehmen. Es handelt sich dabei um ein besonders vollständiges und ausgereiftes Modell, das nun die Spitze der Fahrzeuglinie des Herstellers bildet. Unser ausführlicher Test des Skoda Peaq 90x in der hochwertigen Sportline-Ausstattung.

Nach dem Kleineren kommt nun das Größere. Als regelmäßiger Leser von Automobile Propre haben Sie bereits unseren Test des hervorragenden Skoda Epiq 55 gelesen. Heute widmen wir uns dem neuen elektrischen Flaggschiff an der Spitze der Modellreihe: dem Skoda Peaq 90x. Stadt, Autobahn, Landstraßen – es geht los auf mehr als 300 Kilometern durch bergige Landschaften, stets zwischen München und Tirol. Eine schöne Gelegenheit, die Vorzüge des elektrischen SUVs sowohl am Steuer als auch bequem als Beifahrer zu genießen. Was lässt sich also über dieses tschechische Flaggschiff sagen?

Der Skoda Peaq 90x im Stil: Vision 7S in der Realität

Auf der anderen Seite des Epiq ergänzt der Skoda Peaq 90x die Modellreihe in der oberen Preisklasse. Größer als der Enyaq, ist dieser 7-Sitzer-SUV (serienmäßig 5 Sitze, optional mehr) eine natürliche Weiterentwicklung des Vision 7S-Konzepts. Dies zeigt sich im ästhetischen Konzept „Modern Solid“, das durch die „T-Shape“-Scheinwerfer und die Tech Deck-Kühlergrill gestaltet wird. Die Frontpartie wirkt leicht und elegant, unterstrichen durch glänzend schwarze Elemente im Sportline-Design.

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Dasselbe gilt für das Profil, dessen Konzept weiterhin einfach bleibt – mit seinen einziehbaren Griffen (elektrische Ausfahrfunktion, mechanische Bedienung). Auch hier sorgen die Radbögen sowie der untere Karosserieteil für einen dynamischen Look. Im oberen Bereich erstreckt sich die Karosserie zu einem doppelten Kofferraumdeckel sowie einer schwebenden D-Säule, wodurch der Längseffekt maximiert wird. Schließlich spiegelt die Rückseite das Design der Vorderseite wider, mit passenden Beleuchtungselementen. Der Peaq soll somit sowohl fließend als auch sportlich wirken – insgesamt erscheint uns das Design recht ausgewogen.

Und wie Sie bemerkt haben: Der Skoda Peaq 90x verfügt über keine Dachreling. Damit betont der Tscheche das Streben nach „Aerodynamik und Geräuschreduzierung an Bord“. Schade, dass dieselbe Logik nicht auf den Epiq angewandt wurde. Als größtes Modell im Sortiment wirkt der SUV zwar langgezogen, ist aber dennoch nicht besonders riesig. Seine Abmessungen betragen 4,87 m in der Länge, 1,86 m in der Breite und 1,69 m in der Höhe. Interessant: Er ist 1 cm kürzer als die neue Mercedes Classe C.

Durch seine 2,97 m Radstandlänge und sein familiäres Design wirkt der Peaq dennoch natürlicherweise einladender. Unser Modell Banc Lune ist mit 20-Zoll-Rädern ausgestattet – statt der ursprünglich vorgesehenen 21-Zoll-Räder. Eine kleine Änderung, die durchaus nicht schadet. Schließlich bietet der Kofferraum bei 5 Sitzplätzen etwa 935 Liter Stauraum und behält bei 7 Sitzplätzen sogar noch 299 Liter. Überhaupt nicht schlecht.

Auf dem Fahrersitz: Der entspannteste Elektro-SUV

Außen schlicht gestaltet, präsentiert sich das Interieur des Skoda Peaq 90x dagegen deutlich technischer. Er empfängt uns in einem äußerst modernen und sorgfältig gestalteten Innenraum. Diese Sorgfalt zeigt sich in der mit Wildleder bezogenen Ausstattung, der Integration der Ambiente-Beleuchtung sowie in der ergonomischen Gestaltung. Der Fahrersitz ist dabei besonders ansprechend, mit seinem multifunktionalen Lenkrad mit physischen Bedienelementen sowie direkten Schaltern für die Klimaanlage. Zwei Mal Ja!

Die Technikumgebung wird durch ein großes 10,25-Zoll-Display sowie ein 13,6-Zoll-Touchscreen im Querformat bereitgestellt. Letzterer ist außerdem wie beim BYD Seal drehbar, allerdings noch nicht in Kürze verfügbar. Die Anzeigen sind sehr umfangreich und bieten anpassbare Bereiche, damit man seine Schnellzugriffsfunktionen stets griffbereit hat. Besondere Erwähnung verdient der doppelte Qi2-Magnetladegerät, der sich hervorragend für ein schnelles Aufladen eignet und gleichzeitig den Schutz des Smartphones gewährleistet.

Hervorragende Komforterfahrung. Unser Skoda Peaq 90x verfügt vorne über AGR Relax-Sitze. Neben der Massagefunktion und kleinen Kissen im Nackenbereich ermöglichen sie vor allem eine liegende Position mit elektrischem Fußstützenmechanismus. Auf der Fahrerseite ist es etwas verwirrend, etwas hinter den Waden zu haben, aber man gewöhnt sich daran. Auf dem Beifahrersitz ist der Komfort absolut großartig – weich, einladend und sehr entspannend. Als Bonus kann man durch das riesige, 2,12 m² große, verdunkelbare Panoramadach in der Solarbay den Himmel und die Bäume betrachten.

Auch die Rücksitze sind komfortabel und anpassbar, mit einer schwenkbaren Sitzbank sowie neigbaren Rückenlehnen … Mit Ausnahme eines mittleren Passagiers, der noch schlechter untergebracht ist als üblich (sehr gewölbter Sitz, steife Rückenlehne). Der dritte Sitzreihen ist mehr als in Ordnung. Nicht so komfortabel wie ein 5,06 m langer Ioniq 9, aber auch nicht viel weniger als ein 5,03 m langer Volvo EX90. Man sieht schon.

Fahrdynamik und Leistung: ein ausgereifter Elektrofahrzeug

Nach Modellen wie dem Cupra Raval oder der Volkswagen ID.3 Neo wird die MEB+-Plattform nun auch von einem großen Elektro-SUV genutzt. Unser Skoda Peaq 90x ist daher mit zwei Elektromotoren ausgestattet, die zusammen 220 kW / 299 PS bei Allradantrieb liefern. Damit schafft er eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 6,7 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Mit dieser Antriebstechnik ist unser Testfahrzeug natürlich äußerst agil – was ausreicht, um das fast 2,4 Tonnen schwere Fahrzeug mühelos zu bewegen, obwohl es eine Zugkraft von bis zu 2 Tonnen aufweist.

Jede der verschiedenen Fahrmodi hat ihren eigenen Charakter: im Eco-Modus sehr sanft und einfach zu bedienen, im Normal-Modus der ideale Kompromiss zwischen Leistung und Lenkgefühl, und im Sport-Modus ein härteres sowie direkteres Lenkverhalten. Unserer Meinung nach ist das beste Gleichgewicht das Fahrverhalten (Beschleunigung) im Normal-Modus in Kombination mit dem Sport-Lenkgefühl. In jedem Fall bleibt die hervorragende Schalldämmung an Bord eine große Überraschung – im Gegensatz zum kleineren Epiq-Modell mit seinen Dachträgern.

Diesen Komfort verdanken wir auch dem 20-Zoll-Reifen statt der 21-Zoll-Reifen unserer Konkurrenten. Unser Skoda Peaq 90x ist agiler, als es auf den ersten Blick scheint, und nimmt Kurven in hoher Geschwindigkeit, ohne uns jemals Angst zu machen. Ein weiterer Vorteil für längere Fahrten ist der Travel Assist 3.0: automatische Spurwechsel, gut kalibrierte adaptive Geschwindigkeitsregelung, hochwertige Kameras – der elektrische SUV ist keineswegs aufdringlich.

Schließlich ist der Peaq auch in den Phasen der Verlangsamung und des Bremsens genauso zuverlässig. Man kommt präzise, sauber und direkt zum Stehen – trotz des erheblichen Gewichts des Fahrzeugs. Auch auf der Straße sind die Leistungen mehr als positiv und sicherheitsorientiert (ja, wir haben beim tschechischen Flaggschiff tatsächlich keine Mängel festgestellt). Neben dem Fahrzeug können die anspruchsvollsten Nutzer von Diagnosefunktionen, Vorschlägen zur Optimierung der Gerätenutzung sowie Tipps zur präventiven Wartung profitieren.

Verbrauch und Reichweite: mehr als 610 km?

Auch der Skoda Peaq 90x weist, genauso wie der Epiq, eine sehr gute Energieeffizienz auf. Unser Modell verfügt über die große 91 kWh (86 kWh) fassende NMC-Batterie und verspricht eine Reichweite von „mehr als 610 km“. Der Peaq 90 mit Allradantrieb verspricht hingegen „mehr als 640 km“. Zur Orientierung gibt Skoda für den Peaq 60 eine Reichweite von „mehr als 450 km“ an (brut 63 kWh, netto 59 kWh). In unserem Fall entspricht das 14 kWh/100 km. Das bedeutet jedoch eine Geschwindigkeit von etwa 50 bis 70 km/h auf flachem Gelände.

In der Praxis liegen wir mit dem Eco-Modus sowie konstanter Geschwindigkeitsregelung eher bei 17 kWh/100 km. Das entspricht einer tatsächlichen Reichweite von etwas mehr als 500 km bei städtischen Fahrbedingungen mit Geschwindigkeiten von bis zu 70-80 km/h. Bei höherer Geschwindigkeit, Steigungen sowie Fahrten mit Geschwindigkeiten zwischen 90 und 110 km/h steigt der Verbrauch auf 19 kWh/100 km, was einer Reichweite von fast 450 km entspricht. Diese Nutzungsmethode entspricht deutlich mehr dem Einsatz als großes SUV.

Skoda gibt an, dass die Reichweite bei einer einzigen Ladung beeindruckende 936 km beträgt, was mit einem Verbrauch von 9,2 kWh/100 km übereinstimmt. Allerdings ist es ungewiss, ob man in der Stadt unter realen Bedingungen mehr als 900 km zurücklegen kann. Was das Laden angeht, ermöglicht die maximale Ladeleistung von 199 kW eine Aufladung von 10 auf 80 Prozent in 28 Minuten. Die Wechselstrom-Ladung ist hingegen auf 11 kW begrenzt, wodurch ein vollständiger Ladevorgang etwa 9 Stunden dauert. Leider gibt es keine Option für eine Ladeleistung von 22 kW, auch nicht als Zusatzoption. Die bidirektionale V2L-Funktion ist vorhanden und ermöglicht es, über die 230-V-Steckdose im Kofferraum 3,6 kW abzugeben.

Skoda Peaq: ab 56.460 €

Skoda feiert mit seinem großen elektrischen SUV erneut einen großen Erfolg. Von der Ausstattung über die Leistung bis hin zu den hochwertigen Verarbeitungen und Finishen beeindruckt der Skoda Peaq 90x. Er ist ansprechend und ergonomisch gestaltet, ohne aufdringlich zu wirken. Wenn unsere Sportline-Ausstattung zwar einige Extras bietet, so sind es doch vor allem im Innenraum die Komfortoptionen, die man wirklich zu schätzen weiß. Sitzanlage Relax in Kombination mit einem großen Panoramadach? Ein Muss. Natürlich hat all das seinen Preis.

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Der Skoda Peaq 90 Clever beginnt bei 56.460 €, gefolgt von 59.310 € für den 90x Clever. Danach kommen die Sportline 90 zu einem Preis von 59.760 € sowie unser Sportline 90x für 62.610 €. Hinzu kommen das Blanc Lune-Ausstattungspaket (+770 €), das Assistance-Paket mit Park Assist und Head-Up-Display (+1.220 €) sowie die aktiven DCC-Federungssysteme (+840 €). Für mehr Komfort gibt es das Winterpaket mit beheizbaren Rücksitzen (+540 €), das Relax-Paket (+1.570 €) sowie ein Panoramadach (+1.930 €). Schließlich erhöht die Wärmepumpe (+1.130 €) den Gesamtpreis auf 71.480 €, wovon 8.870 € für Optionen ausgegeben werden!

Skoda gibt derzeit keine Informationen zu den Preisen des Peaq 60 heraus, der etwas später in Frankreich erhältlich sein wird. Gegenüber unserem Skoda Peaq 90x mit 7 Sitzplätzen steht der Peugeot e-5008 GT Exclusive, der ab 58.690 € erhältlich ist und 230 PS sowie 97 kWh Leistung bietet. Ein KIA EV9 GT-Line mit 385 PS / 100 kW kostet 88.100 €. Der Skoda Peaq bietet somit einen Kompromiss zwischen diesen beiden Modellen – und ist zudem bei einer weniger sportlichen Ausstattung vorteilhafter. Es bleibt abzuwarten, wie die Mietkosten aussehen werden! Andernfalls wäre ein Peaq 60 mit 150 kW / 91 kWh eine sehr interessante Konfiguration gewesen. Und was denken Sie dazu?