Test Skoda Epiq: Der elektrische Stadt-SUV, der fast alles richtig macht


Skoda lädt uns ein, das Steuer seines neuen kleinen elektrischen SUVs in die Hand zu nehmen. Im Fokus steht das Konzept „Simply Clever“ in einem effizienten und schlichten Fahrzeug. Unser ausführlicher Test des Skoda Epiq 55 in der hochwertigen Clever-Ausstattung.
Zweifaches Programm bei Skoda! Automobile Propre hatte die Gelegenheit, zwischen Deutschland und Österreich die beiden vollständig elektrischen Neuheiten des Herstellers zu testen. Dabei konnten wir das Flaggschiff Skoda Peaq sowie den lang erwarteten „kleinen“ Skoda Epiq kennenlernen. Wir beginnen mit letzterem in der 55er-Version, ausgestattet mit einer großen Batterie. Das Ergebnis: Mehr als 300 km Reichweite zwischen Tirol und München – von der Stadt über die Autobahn bis in die Berge und ländlichen Gebiete. So kann man das einfache und effiziente Fahrgefühl sowie die hervorragenden elektrischen Leistungen des Epiq genießen, der unserer Meinung nach fast perfekt ist. Bis zum Skoda Peaq präsentieren wir hier den Skoda Epiq Clever 55.
Der Skoda Epiq Clever 55 im Stil: Baby Vision 7S
Um das Sortiment von unten her aufzulernen, positioniert sich der Skoda Epiq unter dem Elroq, dem zweitmeistverkauften Modell in Europa im Jahr 2025. Als attraktive elektrische Alternative zum konventionellen Kamiq wählt dieser StadtsUV das Modern Solid-Design der Marke – ein robustes Erscheinungsbild von vorne bis hinten, T-förmige Scheinwerfer sowie ein Tech Deck-Kühlergrill. Die Aufmerksamsten erinnern sich an das Konzeptfahrzeug Skoda Vision 7S, dessen ästhetische Elemente der Epiq übernimmt.
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Aus Trendsicht ist der leicht abenteuerliche Touch in den Öffnungen des vorderen Schutzbügels (mit aktiven Klappen) zu erkennen – fast wie beim Jeep Avenger. Dasselbe gilt für die Radhausverkleidungen und den Unterboden bis hin zum hinteren Schutzbügel. Man muss zugeben, dass das Ganze auf der Straße recht gut funktioniert und seinen Eindruck macht. Ein kleiner Detail, das man sich hätte sparen können? Die Dachträger. Darüber sprechen wir noch einmal.
Basiert auf der Plattform MEB+ verfügt der Skoda Epiq über ein Format, das uns allmählich vertraut wird. Doch kurze Überhänge und eine „hohe“ Fahrerkabine machen ihn noch lange nicht zu einem Cupra Raval. Der tschechische Klein-SUV ist tatsächlich deutlich länger und etwas höher – seine Abmessungen betragen 4,17 m Länge, 1,80 m Breite und 1,58 m Höhe. Dieses Format erinnert eher an einen R4 E-Tech. Der Radstand von 2,60 m sowie die Allradantriebstechnik begünstigen sowohl den Komfort im zweiten Sitzreihen als auch die Ladekapazität.
Einer der großen Vorteile des Skoda Epiq 55 ist sein Kofferraumvolumen: bei umgeklappten Sitzen liegt es zwischen 475 und 1.345 Litern. Im Vergleich bietet der elektrische Stadtwagen ID Polo 435 bis 1.240 Liter – was bereits hervorragend ist. Unsere höchste Ausstattungslinie verfügt außerdem über 19-Zoll-Räder, die mit Continental EcoContact 7-Reifen ausgestattet sind.
Auf der Rückbank: genügend Platz und alles, was man braucht
Unser Skoda Epiq „Vert Timiano“ ist außen makellos montiert und veredelt, empfängt uns jedoch mit einem Innenraum aus „Loft Grey“-Stoff. An Bord findet sich trotzdem ein Hauch Tschechien in der VW-Atmosphäre – vom kleinen Regenschirm im Türrahmen bis zu den Kabelverläufen in der Mittelkonsole: Hier herrscht eindeutig das Simply Clever-Design. Zweiarmiger Multifunktionslenkrad, Klimakontrollen mit Schnellzugriff sowie 4 Fensterheber…
Sogar der spezielle Touch-Slider für die Lautstärke, der sich am unteren Rand des 13-Zoll-Touchscreens befindet, stört mich weniger als üblich! Dagegen ist das kleine 5,3-Zoll-Display hinter dem Lenkrad etwas störend – nicht so sehr wie in einem Opel Corsa GSE, aber trotzdem. Glücklicherweise bleibt dieses Display reaktiv und sehr umfangreich, mit verschiedenen Anzeigen und Fahrinformationen. Der noch zu verbessern Punkt ist der langsame kabellose Smartphone-Ladegerät – wirklich sehr langsam.
Was die Komfortfunktionen angeht, so gibt es in unserem Testmodell weder elektrisch verstellbare Sitze noch ein optionales Panoramadach. Dennoch verfügen wir über beheizte Vordersitze und ein Lenkrad mit Heizfunktion. Das reicht völlig aus für den Skoda Epiq, der auf ein relativ schlichtes Interieur setzt. Es gibt keinen besonders starken Seitenhalt und auch keine übermäßige Dicke der Sitzflächen. Persönlich fühlte ich mich im ID Polo wohler, aber das ist letztendlich Geschmackssache.
Zudem muss man sagen, dass ich gerade von den hervorragenden Sitzen des Skoda Peaq kam, über die wir bald ausführlich berichten werden. In der zweiten Reihe gibt es abgesehen von genügend Beinfreiheit die üblichen Vorteile: ausreichend Platz für Schultern und Ellbogen, einen komfortablen Kopffreiheitsbereich sowie einen flachen Boden, der eine vollständige Belegung ermöglicht. Wie so oft hat der Mittelpassagier einen steiferen Rückenlehnenbereich mit Armlehne im Rücken sowie eine mehr gewölbte Sitzfläche.
Fahrverhalten und Leistung: elektrische Vielseitigkeit, akustische Störungen
Vor dem Straßentest sei besonders auf die im 3D-Druck hergestellten Zubehörteile hingewiesen. Ein Ablagefach für das Mittelkonsole, eine Schublade für Karten und Münzen … sowie dieser praktische Haken am Rücken der Rücksitzbank (siehe Foto)! Unter der Haube finden wir den bereits bekannten APP290 des Herstellers (für Axial Parallel Position, 290 Nm). Er ist in drei Leistungsstufen erhältlich, wobei hier 155 kW / 211 PS zum Einsatz kommen. Mit diesem Motor schafft der Skoda Epiq eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 7,1 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h (Anzeige: 165).
Selbstverständlich ist alles auf der Plattform MEB+ verfügbar. Man erlebt sofort wieder die Fahrqualität des ID Polo – mit Komfort, Geräuschlosigkeit und Sparsamkeit. Die etwa 1.618 kg des Fahrzeugs lassen sich mühelos bewegen, wobei die Agilität je nach Fahrmodus variiert. Der Normal-Modus stellt das ideale Gleichgewicht zwischen Reaktionsfähigkeit und Energierückgewinnung beim Bremsen dar.
Doch man wählt lieber den Individual-Modus, um das Lenksystem auf „Sport“ umzustellen – etwas härter, genau so viel, wie nötig ist, um ein besseres Gefühl für die Fahrtrichtung zu erhalten. Was das Bremsen angeht, kombiniert die einheitliche „one-box“-Technologie regeneratives und hydraulisches Bremsen für höhere Effizienz. Bremsscheiben an allen vier Rädern sowie die elektrische Bremskraftverstärkung sorgen für kurze und präzise Stopps, die vollkommen beruhigend sind. Auch bei höherer Geschwindigkeit bleibt der Skoda Epiq reaktiv und zeigt eine sehr gute Fahrstabilität.
Durch einen etwas zu hohen Rhythmus kann der hintere Antrieb mehr oder weniger absichtlich gestört werden. Aber was ist dann das Problem? Die Luftgeräusche. Aufgrund der Dachträger unvermeidlich, stören die Pfeifgeräusche bereits ab 70 km/h. Man muss sich damit abfinden oder die Musik etwas lauter stellen. Dennoch ist die Schalldämmung dank der akustisch optimierten Vorderscheiben sehr gut.
Verbrauch und Reichweite: bis zu 441 km?
Auf der Landstraße angenehm zu fahren, auf der Autobahn komfortabel – abgesehen vom Luftzischen – und in der Stadt wendig dank seines 10,68 m großen Wendekreises. Die Vorteile des Skoda Epiq sind zahlreich, und das setzt sich auch beim Energiesparpotenzial fort. Mit der großen NMC-Batterie mit 55 kWh Kapazität (netto 52 kWh) verspricht der kleine Elektro-SUV eine WLTP-Reichweite von bis zu 441 km. Die durchschnittliche Kombinationsverbrauch liegt dabei bei 11,8 kWh/100 km. Kein Umschweifen: Die Energieeffizienz ist hervorragend. Hier sind einige während unserer Tests ermittelte Verbrauchswerte:
9,9 kWh/100 km in der Stadt
13 kWh/100 km im Vorortbereich (70–100 km/h)
14,5 kWh/100 km auf der Autobahn (120 km/h)
15,8 kWh/100 km auf der Schnellstraße (120–160 km/h)
13,8 kWh/100 km in der Kombination über 219 zurückgelegte Kilometer
15,8 kWh/100 km im langfristigen Mischbetrieb über eine Strecke von 446 km (darunter auch Bergfahrten und Fahrten zum Bildaufnehmen!)
Wie Sie sicher bereits erkannt haben, ist es bei hauptsächlich städtischem und vorstädtischem Fahren einfach, Werte von etwa 10 bis 12 kWh/100 km zu erreichen. Das entspricht einer realistischen Reichweite von 400 bis 500 km, falls die Batterie zu 100 % genutzt würde. Bei „normalen“ Nutzungsgewohnheiten ist es durchaus möglich, zwischen 350 und 400 km zurückzulegen, indem man Stadtstraßen mit Autobahnen kombiniert. Natürlich ist es auch möglich, den sparsamen Fahrmodus durch den in zwei Stufen einstellbaren B-Modus zu maximieren – wobei die höchste Stufe einen sehr starken Einfluss hat. Achten Sie daher auf empfindliche Mägen. Was die Aufladung angeht, so steht 105 kW DC zur Verfügung (10–80 % in 24 Minuten) oder 11 kW AC (0–100 % in 5,5 Stunden). Schließlich ist der Skoda Epiq 55 mit dem bidirektionalen V2L-Laden kompatibel, und zwar mithilfe des optional erhältlichen dafür vorgesehenen Adapters.
Skoda Epiq: ab 26.470 €
Das ist also eine sehr positive Bilanz für den neuen tschechischen Elektro-SUV. Ein Modell, das die Produktlinie intelligent ergänzt und in der Tradition des ID Polo steht – also ein effizienter und praktischer Elektrofahrzeug mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Skoda Epiq 35 (116 PS) mit 37 kWh LFP-Akku kostet 26.470 €. Für die Version Epiq 40 (135 PS) sind 27.490 € zu zahlen. Schließlich beginnt der Preis unseres Epiq 55 (211 PS) in der Basisausstattung City bei 32.070 €; mit der höchsten Ausstattung Clever steigt er auf 36.500 €. Da die Fahrzeuge in Europa hergestellt werden, variiert der ECE-Zuschlag zwischen 3.535 € und 6.145 €, wodurch der Startpreis bei dem niedrigsten Betrag 22.935 € beträgt.
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Fügen Sie dazu die optionale Lackierung (670 €) sowie die 19-Zoll-Räder (700 €) hinzu. Das Reisepaket mit Sprachsteuerung, Navigation und Fahrassistent (1 140 €) erhöht den Preis unseres Testmodells im Konfigurator auf insgesamt 39 010 €. Zum Vergleich kostet die Renault 4 E-Tech Iconic mit 52 kWh / 150 PS 37 490 € – allerdings mit weniger Kofferraumvolumen und kürzerer Reichweite. Und was halten Sie davon?