ESG-Solar eröffnet Megawatt-Ladestelle für Lkw in Deutschland

Energiesysteme Groß (ESG-Solar) hat kürzlich einen Ladepark für Elektro-Lkw in Niestetal bei Kassel in Betrieb genommen. Die Anlage befindet sich in der Nähe der Autobahn A7 und kombiniert die MCS-Ladetechnologie mit einem eigenen Solarpark sowie einem Batteriespeichersystem. Auch Elektroautos können dort laden.
Der deutsche Solarentwickler ESG-Solar (Energiesysteme Groß) hat in Niestetal, in der Nähe von Kassel im zentralen Deutschland, einen Megawatt-Ladepark für Elektrolastwagen eröffnet. Der Standort liegt in der Nähe der deutschen Autobahn A7, eines der am stärksten genutzten Nord-Süd-Frachtkorridore Europas, und kombiniert Megawatt-Ladefähigkeit mit eigenständiger Erzeugung erneuerbarer Energien sowie Batteriespeicherung. Er ist darauf ausgelegt, schwere batteriebetriebene Elektrolastwagen mit einer Ladeleistung von bis zu 1.000 kW zu versorgen. Dadurch zählt er zu den ersten öffentlich zugänglichen Lastwagen-Ladestellen in Deutschland, die mit MCS ausgestattet sind. Der Bau der Anlage begann im Dezember 2025.
Um eine zuverlässige Energieversorgung sicherzustellen, betreibt Energiesysteme Groß auf ihrem Industriegelände einen eigenen Solarpark. Dieser Solarpark verfügt über eine Spitzenleistung von 2,1 MWp und wird durch ein Batteriespeichersystem mit einer Kapazität von 1.000 kWh zur Pufferung unterstützt. Die Batterie ermöglicht es, während des Tages erzeugte Solarenergie zu speichern und in Zeiten höherer Nachfrage oder außerhalb der Tageslichtstunden zur Aufladung von Lastkraftwagen zu verwenden.
Der Ladepark verfügt über drei Ladeplätze für Lastwagen, die jeweils mit dem HYC1000-System von Alpitronic ausgestattet sind. Dieses System besteht aus einer zentralen Leistungseinheit sowie drei Verteilergeräten. Jeder Verteiler bietet sowohl MCS-Ladung mit einer Leistung von bis zu 1.000 kW als auch CCS-Anschlüsse mit einer Leistung von bis zu 480 kW. Im Gegensatz zu vielen Autobahn-Ladekonzepten für Lastwagen, die auf Drive-Through-Anlagen setzen, müssen die Lastwagen nach dem Laden rückwärts aus den Ladeplätzen fahren.
Außerdem gibt es vier HPC-Ladepunkte für Elektroautos, die Alpitronics Hypercharger-Systeme nutzen. Ein besonders attraktives Merkmal ist der lokale Ladepreis: Alle neuen Vertragskunden können bis Ende 2026 bei Energiesysteme Groß zu einem festen Tarif von 29,9 Cent pro Kilowattstunde laden, bestätigte der Anbieter. Der Werbetarif liegt somit deutlich unter den üblichen Preisen für öffentliche DC-Ladestationen in Deutschland.
ESG-Solar ist auf photovoltaische Systeme in kommerzieller Größenordnung sowie solarbetriebene Parks auf dem Boden in ganz Deutschland spezialisiert. Der Ladepark markiert die Ausweitung des Unternehmens auf Ladeinfrastrukturen für schwere Elektrofahrzeuge.
„Die elektrische Mobilität birgt ein enormes wirtschaftliches Potenzial, insbesondere im Schwerlastverkehr“, sagte Björn Groß, Geschäftsführer der Energiesysteme Groß GmbH. Er fügte hinzu: „Bis 2035 könnten bereits bis zu 50 Prozent der Lkw elektrisch sein.“ Das Unternehmen erklärt, dass die Fördertarife dazu dienen sollen, Logistikunternehmen zu ermutigen, den Übergang auf batterieelektrische Lkw zu beschleunigen.
Das Projekt erhielt Finanzierung vom deutschen Bundesland Hessen über sein Programm „Strom bewegt“. Zu der Eröffnungsveranstaltung gehörten Vertreter aus dem Logistikbereich, der Wissenschaft und der regionalen Regierung, wobei die Diskussionen sich auf die wirtschaftliche Rechtfertigung für batterieelektrische Lkw sowie Ladestrukturen konzentrierten.
esg-solar.de (auf Deutsch)
Quelle: electrive