EnBW eröffnet erstes Ladepunktprojekt mit XCharge-Hardware

EnBW hat an seinem Hauptsitz in Karlsruhe eine Leitstelle für Ladestationen mit zwölf Schnellladepunkten eröffnet. Die Anlage verwendet neue XCharge C7-Ladegeräte und dient außerdem als Testplattform für Ladetechnologien, Baumethoden sowie Einrichtungen zukünftiger Ladestellen.
Bild: EnBW / Fotograf: Endre Dulic
Der für die Öffentlichkeit zugängliche Ladepark befindet sich am Hauptsitz von EnBW an der Kreuzung Gerwigstrasse und Ostring im Stadtteil Oststadt in Karlsruhe. Die anfänglichen zwölf leistungsstarken Ladepunkte können später auf bis zu 20 erweitert werden. Damit hat EnBW den Zeitplan eingehalten, den es bei Beginn der Bauarbeiten im Juni bekannt gegeben hatte – die Inbetriebnahme war für den Herbst vorgesehen.
Eine bemerkenswerte Eigenschaft ist die verwendete Ladehardware. Am Standort Karlsruhe setzt EnBW erstmals in der regulären Betriebspraxis den neuen C7-Schnelllader von XCharge ein, der eine Leistung von bis zu 480 kW bietet.
EnBW hatte bereits im Juni den Ladepark in Karlsruhe als seinen ersten eigenen Standort mit einer Ladekapazität von bis zu 480 kW angekündigt, nannte damals jedoch den Hersteller nicht. Kurz darauf gab XCharge bekannt, dass der verbesserte C7 an diesem Standort eingesetzt werden würde. Bisher lag die maximale Ladeleistung der Schnelllader im EnBW-Netz bei 400 kW.
Von zehn Testladeern zu einer Ausstattung mit 480 kW
Die Installation in Karlsruhe folgt auf eine längere Testphase der XCharge-Technologie bei EnBW. Im August 2025 ging die erste C7 in den praktischen Betrieb bei EnBW City in Stuttgart. Im Dezember wurde der Feldtest auf insgesamt zehn XCharge-Schnellladegeräte an vier Standorten in Baden-Württemberg ausgeweitet. Damals erzeugten diese bis zu 400 kW Leistung.
Zu Beginn des Jahres 2026 unterzeichneten EnBW und der Hersteller von Ladeinfrastruktur XCharge eine langfristige Rahmenvereinbarung. Dies geschah nach dem Feldtest, bei dem mehr als 20.000 Ladevorgänge durchgeführt wurden. Im März galt der Fokus jedoch weiterhin auf Schnellladegeräten mit 400 kW ‚und möglicherweise noch mehr‘. Im Juni präsentierte XCharge schließlich die überarbeitete C7 mit einer Ladeleistung von bis zu 480 kW.
„Mit dem neuen C7 haben wir ein Produkt auf den europäischen Markt gebracht, das zuverlässig die anspruchsvollen technischen Anforderungen von Ladeinfrastrukturbetreibern und ihren Kunden erfüllt“, sagte Albina Iljasov, Leiterin von XCharge Europe. „Die neue 480-kW-Ladetechnologie wird hauptsächlich an Orten eingesetzt, an denen Kunden in der Regel nur kurze Zeit verbringen und während ihres Aufenthalts so viel Fahrstrecke wie möglich zurücklegen möchten – beispielsweise in den Schnellladeparks von EnBW entlang der wichtigsten Autobahnen Deutschlands“, fügt Lars Jacobs, Chief Commercial Officer und geschäftsführender technischer Leiter der E-Mobilitätsabteilung von EnBW, hinzu.
Zusätzlich plant EnBW, bis Ende 2026 eine „zweistellige“ Anzahl von Schnellladeparks mit der 480-kW-Technologie auszustatten. Allerdings hat das Energieunternehmen bisher keine konkreten zusätzlichen Standorte genannt.
Eine Referenzseite für Bau und Betrieb
Die neue XCharge-Hardware ist nur ein Aspekt dessen, was dazu beitragen soll, den Standort in Karlsruhe zu einem Referenz-Ladepark zu machen. EnBW möchte dort auch neue Lösungen für den Bau und Betrieb von Ladeparks testen. Seine Lage direkt neben dem Unternehmenshauptsitz sowie seinem Ladeprozesslabor ist zu diesem Zweck vorteilhaft: Neue Ladeverfahren können zunächst unter Laborbedingungen getestet und anschließend unter realen Bedingungen im öffentlich zugänglichen Ladepark in Betrieb genommen werden.
EnBW verfolgt auch einen anderen Ansatz bei der Gestaltung des Standorts. Laut dem Unternehmen besteht das neue Dach größtenteils aus nachhaltig zertifiziertem Holz. Als im Juni mit dem Bau begonnen wurde, kündigte EnBW ein teilweises Dach mit einer PV-Kapazität von 16 kWp an. Wie das Unternehmen _electrive_ mitteilte, wurde dies ebenfalls umgesetzt. Das mit integrierten PV-Modulen versehene Glasdach, das typischerweise mit EnBW in Verbindung gebracht wird, wird hier daher nicht verwendet.
Auch der Bauplatz selbst diente als Testgelände. Laut EnBW wurden dort elektrische Baumaschinen sowie Maschinen eingesetzt, die mit alternativen Brennstoffen angetrieben werden. Ein lokales Solarenergie- und Speichersystem versorgte Teile des Bauplatzes mit Strom. Laut dem Generalunternehmer Leonhard Weiss half dies dabei, im Vergleich zu einem herkömmlich betriebenen Bauplatz bis zu 50 Tonnen CO2 einzusparen.
Mehr als nur Laden
Das Referenzkonzept beinhaltet außerdem die Gestaltung der Ladepause. Der Standort ist rund um die Uhr zugänglich und verfügt über eine automatisierte Toilettenanlage sowie Automaten für Getränke, Kaffee und Snacks. Es gibt auch Sitzbereiche. In Zukunft soll ein Pizzautomat hinzugefügt werden.
Der Standort dient daher nicht ausschließlich als Testfeld für neue Ladetechnologien. In Karlsruhe möchte EnBW außerdem Erfahrungen mit der Gestaltung von Ladeplätzen sowie zusätzlichen Einrichtungen sammeln. Solche Anlagen sind für das Unternehmen jedoch nicht völlig neu: EnBW betreibt bereits kleine Rewe-to-go-Läden an einigen Standorten, während in anderen Ladeparks ebenfalls Toiletten vorhanden sind.
Weitere Erweiterung
Laut dem Unternehmen betreibt EnBW derzeit mehr als 9.000 eigene Schnellladepunkte in Deutschland. Als zu Beginn des März die Rahmenvereinbarung XCharge bekannt gegeben wurde, lag die Zahl noch bei über 8.000. Und die Erweiterung wird weitergehen. EnBW gibt an, sein Schnellladennetz systematisch entsprechend der Nachfrage auszubauen, mit dem Ziel, bis 2030 bis zu 20 Prozent der in Deutschland benötigten Schnellladepunkte bereitzustellen.
globalnewswire.com, enbw.com (Hauptladestelle, auf Deutsch), enbw.com (XCharge, auf Deutsch)