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Technologie

Elektrischer PV7 mit 96,2 kWh Batterie. Kia bereitet bis zu 23 Versionen vor

Elektrischer PV7 mit 96,2 kWh Batterie. Kia bereitet bis zu 23 Versionen vor

Kurz gesagt:

Die Koreaner haben den PV7 offiziell vorgestellt

Der Van erhält eine Batterie mit 96,2 kWh Kapazität, eine Spannungsanlage von 800 V und in der Cargo-Version kann er bis zu 1200 kg Ladung transportieren

Autonomie? In der PV7 Cargo Long Range-Version über 460 km

In der Personenversion fasst das Auto neun Personen

Der Verkauf in Europa beginnt im zweiten Halbjahr 2027.

Kia startet die Entwicklung einer Fahrzeugfamilie

Kia beginnt gerade erst mit der Entwicklung seiner eigenen Familie an Elektro-Fahrzeugen für den gewerblichen Einsatz, hat aber nicht vor, bei einem einzigen Modell zu bleiben. Nach dem PV5, der den Titel „International Van of the Year 2026“ erhielt, wurde auf der IAA Transportation in Hannover der deutlich größere PV7 vorgestellt.

Das Fahrzeug wird in erster Linie als Transporter Cargo sowie als Personenvan eingesetzt, doch langfristig planen die Koreaner deutlich mehr Varianten. Der PV7 soll an Logistikunternehmen, Flotten, Transportfirmen, Service-Teams, Hotels sowie Unternehmer gelangen, die ein Fahrzeug mit spezieller Ausstattung benötigen. Die ersten Exemplare werden Mitte 2027 in Europa erhältlich sein.

Elektrischer PV7 mit 96,2 kWh Batterie. Kia bereitet bis zu 23 Versionen vor – Weltpremiere des Kia PV7 Cargo 5

Es handelt sich nicht um die Transporterversion des Kia-Personenwagens

PV7 wurde auf der E-GMP.S-Plattform gebaut, die speziell für die von Kia als PBV bezeichnete Fahrzeugfamilie entwickelt wurde – also Platform Beyond Vehicle. Hinter diesem Marketingnamen verbirgt sich vor allem eine modulare Konstruktion, die von Anfang an für unterschiedliche Fahrzeuglängen, Sitzplätze und Ausstattungsvarianten vorgesehen ist.

Kia setzt eine Lösung ein, die als Flexible Body System bezeichnet wird. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das die Möglichkeit, auf einer gemeinsamen Basis verschiedene Karosseriervarianten zu entwickeln, ohne jedes Fahrzeug von Grund auf neu entwerfen zu müssen. Dadurch sollen sowohl gewöhnliche Lieferwagen und Personenfahrzeugversionen als auch Kühlfahrzeuge, Servicefahrzeuge oder andere spezielle Varianten entstehen können.

PV7 Long ist 5350 mm lang, 2030 mm breit und 1990 mm hoch. Die Radstandlänge beträgt sogar 3500 mm. Gleichzeitig ist die Höhe des Fahrzeugs knapp unter zwei Metern, was bei der Einfahrt in Teile von Tiefgaragen von Bedeutung sein kann.

Zwei Batterien und bis zu 272 KM

Es stehen zwei Akkus mit NCM-Zellen zur Auswahl. Der kleinere hat eine Kapazität von 71,5 kWh, der größere von 96,2 kWh.

Die größte Batterie in der PV7 Cargo Long Range-Version soll es ermöglichen, im gemischten WLTP-Zyklus mehr als 460 km zurückzulegen. Es muss jedoch betont werden, dass dies noch nicht der endgültige Homologationswert ist – Kia gibt den Wert an, der bei eigenen Tests erzielt wurde.

Das Antriebsystem entwickelt maximal 272 KM und 420 Nm Drehmoment. Anfangs wird die Leistung an die Vorderräder geleitet, doch der Hersteller kündigt bereits eine Variante mit Allradantrieb an.

In einem Lieferwagen ist die Leistung natürlich nicht der wichtigste Parameter. Weitaus interessanter ist die 800-Volt-Infrastruktur, die in dieser Fahrzeugklasse weiterhin selten zu finden ist.

Große Batterie, aber das Laden dauert etwa 20 Minuten

An einer DC-Ladestation mit einer Leistung von 350 kW sollte die Aufladung auf 10 bis 80 Prozent etwa 20 Minuten in Anspruch nehmen. Dies ist ein von Kia auf der Grundlage interner Messungen angegebener Wert.

PV7 wird damit das erste Kia-Fahrzeug sein, das über zwei Ladeanschlüsse verfügt. Der Hauptsteckdose befindet sich vorne und unterstützt sowohl AC- als auch DC-Ladung. Optional erhält das Fahrzeug eine zusätzliche AC-Steckdose hinten.

In einem Personenwagen wäre das eher eine Kuriosität. In einem Firmenfahrzeug kann es jedoch sinnvoll sein: Ein Lieferwagen, der an einer Rampe, an einer Lagerwand oder zwischen anderen Fahrzeugen steht, lässt sich nicht immer so positionieren, dass das Kabel problemlos bis zur einzigen Steckdose reicht.

Ebenfalls vorhanden ist V2L, also die Möglichkeit, Energie aus der Antriebsbatterie zur Stromversorgung externer Geräte abzurufen. So kann man aus dem Auto elektronische Werkzeuge oder Ausrüstung versorgen, die bei der Arbeit benötigt werden.

Bis 8 m³ und drei Europaletten

Die Cargo Long-Version bietet laut VDA-Normen einen Ladevolumen von 6,1 m³. Die High Roof-Version mit erhöhtem Dach steigert diesen Wert auf 8 m³.

Die maximale Zuladung hängt von der Variante ab. Die Long-Version kann bis zu 1165 kg transportieren, während die kürzere Compact-Variante – in Europa als Standard bezeichnet – bis zu 1200 kg trägt. Der Ladeboden der langen Version befindet sich 550 mm über dem Boden. Gleichzeitig können drei Europaletten mit den Abmessungen 800 × 1200 mm hineingeführt werden.

Elektrischer PV7 mit 96,2 kWh Batterie. Kia bereitet bis zu 23 Versionen vor – Weltpremiere des Kia PV7 Cargo am 10.

Kia hat außerdem einen speziellen Fahrmodus für hohe Belastungen entwickelt. Das Fahrzeug soll die Funktionsweise des Antriebsstrangs sowie der Steuersysteme an das Gewicht der transportierten Ladung anpassen.

Der Kunde kann zwischen klassischen zweiflügeligen Hintertüren oder einer großen nach oben öffnenden Klappe wählen. In der Dreisitzer-Version steht außerdem eine schwenkbare Trennwand zur Verfügung, die es ermöglicht, einen Teil des Laderaumraums zum Transport langer Gegenstände zu nutzen.

Auch das Smart Walk Away-System ist interessant. Nachdem der Fahrer weggegangen ist, können sich die elektrischen Seitentüren automatisch schließen und verriegeln. Den Zustand der Ladebodentüren kann man aus der Ferne überprüfen.

Kia PV7 – vorläufige technische Daten

Parameter

PV7 Osobowe Long

PV7 Cargo Long

Akku

71,5 oder 96,2 kWh

71,5 oder 96,2 kWh

Länge

5350 mm

5350 mm

Breite

2030 mm

2030 mm

Höhe

1990 mm

1990 mm

Radstand

3500 mm

3500 mm

Antrieb

Auf die Vorderräder

Auf die Vorderräder

Höchste Leistung

272 KM

272 KM

Höchstdrehmoment

420 Nm

420 Nm

Höchstzahl der Sitze

9

3

Ladefläche

6,1 m³

Höchstgewicht

1165 kg

Fahrreichweite Cargo Long Range

mehr als 460 km*

Ladung per DC 10-80%

ca. 20 Minuten*

ca. 20 Minuten*

*Vorläufige Daten von Kia, vor Abschluss der Homologation.

Der PV7 kann neun Personen transportieren

Der PV7 Passenger wird auf den Weltmärkten in Konfigurationen angeboten, die maximal neun Personen aufnehmen können, und in Korea wird sogar eine elfplatzige Version hergestellt.

Elektrischer PV7 mit 96,2 kWh Batterie. Kia bereitet bis zu 23 Versionen vor – Weltpremiere des Kia PV7 Passenger 2

In der siebensitzigen Variante wurden Sitze mit langen Schienen verwendet, die verschoben werden können, wodurch sich die Anordnung des Innenraums ändern lässt. In der neunsitzigen Variante steht eine vierte Sitzreihe zur Verfügung. Die Passagiere im hinteren Bereich erhalten eine eigene Klimaregelung, und im Innenraum befinden sich USB-C-Ports mit einer Leistung von bis zu 100 W.

Der elektrische PV7 mit 96,2 kWh Batterie. Kia plant insgesamt 23 Versionen – Weltpremiere des Kia PV7 5

Zwei Bildschirme, aber es gibt immer noch Tasten

Der Fahrer hat zwei Displays mit einer Diagonale von 12,9 und 14,6 Zoll zur Verfügung. Das Pleos Connect-System basiert auf Android Automotive OS und unterstützt unter anderem Navigation, Apps sowie ferngesteuerte OTA-Updates.

Was im Nutzfahrzeug wichtig ist: Kia hat nicht alle Funktionen auf den Touchscreen verlagert. Die am häufigsten genutzten Elemente verfügen weiterhin über physische Tasten.

Auch der Fahrersitz ist für Personen konzipiert, die während einer Schicht Dutzende Male ins Auto ein- und aussteigen müssen. Es gibt einen zusätzlichen Halt am A-Säulen, eine entsprechend geformte Stufe sowie eine veränderte Sitzposition.

Der Cargo erhält viele offene Fächer, und in der dreisitzigen Konfiguration kann die Rückenlehne des mittleren Sitzes umgeklappt werden, um als zusätzliche Ablage zu dienen. Im reinen PV7 liegt der Schwerpunkt stärker auf verschließbaren Fächern, Beleuchtung im Innenraum sowie einer optionalen Konsole, die beim Anhalten als Tisch verwendet werden kann.

Kia denkt auch an Reparaturen nach kleinen Unfällen

Lieferfahrzeuge verbringen viel Zeit in der Stadt, unter Rampen und auf engen Parkplätzen, weshalb leichte Schäden am Fahrzeugkorpus zu ihrem Alltag gehören. Deshalb hat Kia die Kotflügelkanten, Radhauskomponenten sowie Türverkleidungsteile so konzipiert, dass sie getrennt voneinander ausgetauscht werden können.

Dadurch sollen die Kosten und die Reparaturzeit nach einem kleinen Unfall oder Kratzer reduziert werden, anstatt den Fahrzeughalter zum Austausch eines ganzen großen Elements zwingen zu müssen.

Sieben Airbags und umfangreiche Assistenzsysteme

Der PV7 wird über sieben Airbags verfügen. Eine ungewöhnliche Lösung ist der vordere Beifahrerairbag, der in der Decke untergebracht ist – dadurch konnte mehr Platz für Ablagen im Armaturenbrett geschaffen werden.

Die Liste der Assistenzsysteme umfasst unter anderem das automatische Notbremssystem mit Erkennung von Autos, Fußgängern und Radfahrern, den Spurhalteassistenten, einen aktiven Tempomaten, der Navigationsdaten nutzt, den Autobahnfahrassistenten, Parksensor vorne, an den Seiten und hinten sowie 360-Grad-Kameras. Ebenfalls verfügbar sind das Fernparken sowie eine serienmäßige Kamera zur Aufzeichnung der Fahrt.

Das Auto allein ist nur ein Teil des Angebots

Kia möchte nicht nur mit dem Auto selbst auf den Fuhrparkmarkt vordringen. Für den PV7 wurde ein Flottenmanagement-System entwickelt, das Fahrzeugdaten an externe Systeme von Unternehmen übertragen kann.

Das Kia Business Solutions Portal soll das Fahrzeugmanagement, Laden sowie Wartung miteinander verbinden. Der Hersteller kündigt außerdem den Service Uptime an, der eine ferngesteuerte Überwachung des technischen Zustands und Diagnosefunktionen nutzt, um Reparaturen sowie Wartungsarbeiten frühzeitig planen zu können.

Genau hier wird deutlich, dass die Koreaner vor allem Flotten im Blick haben, für die nicht nur der Kauf des Fahrzeugs wichtig ist, sondern auch die Minimierung der Zeit, in der es in der Werkstatt steht.

Wie sieht es im Vergleich zu Konkurrenten aus?

Der größte Vorteil des PV7 gegenüber den heutigen Konkurrenten könnte die Kombination aus einem großen Akku und einer 800-V-Anlage sein.

Der Ford E-Transit Custom bietet nach den letzten Änderungen eine WLTP-Reichweite von bis zu 373 km. Sein Schnellladen erfolgt mit einer Leistung von bis zu 125 kW, und Ford gibt in der neuesten Spezifikation etwa 29 Minuten an, um von 10 auf 80 Prozent Ladestand zu gelangen.

Elektrischer PV7 mit 96,2 kWh Batterie. Kia plant bis zu 23 Versionen – Ford e Transit 38

Der Volkswagen e-Transporter mit einer Batterie von 70 kWh erreicht maximal 362 km nach WLTP.

Vor diesem Hintergrund sehen die angekündigten über 460 km Reichweite des Kia sowie eine Ladezeit von etwa 20 Minuten sehr gut aus. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass der PV7 erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 in den Verkauf kommen wird. Die Konkurrenten haben daher noch Zeit für weitere Modernisierungen.

Insgesamt bis zu 23 Varianten

Die in Hannover vorgestellten PV7 Cargo Long und PV7 Personenlong sind nur der Anfang.

Zielgerichtet möchte Kia bis zu 23 Varianten anbieten. Zum Sortiment gehören Cargo Compact, Long und High Roof sowie die Personenwagenmodelle Compact und Long, außerdem ein Chassis mit Fahrerkabine für weitere Aufbauten. Die Produktion der Sondermodelle soll durch ein eigenes Konvertierungszentrum sowie externe Partner unterstützt werden. Zudem kann die Ausstattung der zusätzlichen Aufbauten vom Fahrzeug aus gesteuert werden.

Bis 2029 soll das Sortiment der Nutzfahrzeuge von Kia um ein weiteres Modell, den PV9, erweitert werden.

Zunächst wird jedoch der PV7 auf den Markt kommen. Cargo und die Personenwagenversion erscheinen in Europa in der zweiten Hälfte des Jahres 2027, wobei weitere Varianten später hinzukommen werden. Kia hat bisher weder Preise noch Details zum polnischen Angebot genannt. Wir warten – neben der Technik werden auch der Kaufpreis, die Finanzierung, die Energiekosten sowie die Wartung über mehrere Jahre intensiver Nutzung über den Erfolg entscheiden.

Piotr Sobczyk