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Markt

Elektroautos nun schon bei 37 Prozent Marktanteil

Elektroautos nun schon bei 37 Prozent Marktanteil

Mehr als 94.000 neue Elektro-Pkw sind im Oktober 2026 in Deutschland zugelassen worden. Damit legten die Neuzulassungen gegenüber dem Vorjahresmonat um 79,4 Prozent zu. Der Anteil reiner Elektroautos an allen Pkw-Neuzulassungen stieg auf 37,0 Prozent und erreichte damit einen neuen Höchstwert.

Konkret wurden in Deutschland im Oktober 2026 exakt 94.086 neue Elektroautos zugelassen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilt. Das sind 41.661 Fahrzeuge mehr als die 52.425 Einheiten im Vorjahresmonat. Gegenüber September 2026 mit 88.599 Neuzulassungen entspricht dies einem weiteren Anstieg um 6,2 Prozent. Damit setzt sich der kräftige Aufwärtstrend bei den batterieelektrischen Pkw fort, der u.a. durch die hohen Benzinpreise und die im Mai gestartete E-Auto-Förderung vorangetrieben wird. Die Nachfrage nach der Kaufprämie ist so hoch, dass Umweltminister Carsten Schneider vor wenigen Tagen betont hat, dass noch genügend Mittel da sind, um die Prämie auch im gesamten Jahr 2027 bewilligen zu können.

Der SPD-Politiker betont trotz der leidigen Diskussion um das „Aus vom Verbrenner-Aus“, dass den Stromern die Zukunft gehört: „Elektroautos werden sich in jedem Fall durchsetzen, weil sie technisch überlegen sind und man damit viel günstiger fahren kann.“ Die entscheidende Frage sei, wo sie künftig gebaut werden – in Europa oder nur in China, sagte Schneider jetzt gegenüber RND: „Nachdem die Manager der Konzerne das Thema zu lange verschlafen haben, habe ich jetzt die Hoffnung, dass die Aufholjagd gelingt.“ Dabei ist der Umweltminister überzeugt: „Die deutschen Hersteller haben richtig gute elektrische Angebote und die Nachfrage ist jetzt da und wird weiter wachsen.“

Der Marktanteil für Elektroautos über alle Pkw-Antriebsarten hinweg kletterte im Oktober auf jeden Fall auf 37,0 Prozent. Damit wurde der bisherige Höchstwert von 34,5 Prozent aus dem September nochmals deutlich übertroffen. Anders ausgedrückt: Deutlich mehr als jedes dritte im Oktober neu zugelassene Auto in Deutschland war ein reines Elektroauto. Vor einem Jahr hatte dieser BEV-Anteil noch bei rund 22,3 Prozent gelegen.

Pkw-Gesamtmarkt wächst langsamer als BEV-Markt

Auch der gesamte Pkw-Markt über alle Antriebsarten hinweg entwickelte sich positiv, allerdings deutlich verhaltener als das Elektroauto-Segment. Insgesamt wurden im Oktober 254.492 Pkw neu zugelassen. Das entspricht einem Plus von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Das Wachstum des Pkw-Marktes wurde somit maßgeblich von den Batterieelektrischen Fahrzeugen getragen.

Wie üblich ist eine Aufschlüsselung der Zahlen nach konkreten Fahrzeugmodellen heute noch nicht möglich. Das KBA will diese Daten voraussichtlich am 6. November nachreichen und wir werden diese dann hier in unserem eMobility-Dashboard ergänzen.

Wachstum bei Tesla, Xpeng und Lucid

Möglich ist dagegen schon eine Analyse nach Marken. Allerdings lässt das KBA diese nicht nach Antriebsarten filtern. Somit macht eine Analyse der Zulassungszahlen von Traditionsherstellern wie BMW, Mercedes oder VW noch keinen Sinn. Es bietet sich zunächst nur ein Blick auf die reinen E-Auto-Hersteller und auf die aufstrebenden Marken aus China an.

So kam Tesla im Oktober auf 2.932 Neuzulassungen in Deutschland. Das sind zwar 290,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, aber zugleich 67 Prozent weniger als die 12.552 Einheiten im September 2026. Der Grund für diese enormen Schwankungen dürfte einmal mehr die hinlänglich bekannte Taktik von Tesla sein, die Auslieferungen vor allem aufs Ende eines jeden Quartals zu bündeln – der Oktober war aber der Anfang des vierten Quartal, der September hingegen das Ende des dritten Quartals.

Kräftig zugelegt hat auch die chinesische VW-Beteiligung Xpeng. Sie kam im Oktober auf 1.380 neue Fahrzeuge (+284,4 Prozent) auf den deutschen Straßen. Aktuell bietet Xpeng nur Batterie-elektrische Autos in Deutschland an, das neue ModellXpeng L03 soll in Kürze zusätzlich aber auch mit Range Extender erhältlich sein.

Das deutsche-chinesische Joint Venture Smart von Geely und Mercedes-Benz konnte um 59,5 Prozent auf 772 Einheiten zulegen. Die erst in diesem Jahr in Deutschland gestartete Geely-Marke Zeekr lieferte 80 Fahrzeuge aus. Die chinesische Edelmarke Nio war mit 0 Neuzulassungen quasi nicht mehr existent. Die US-Luxusmarke Lucid kam auf 42 Einheiten und damit auf ein schwindelerregendes Plus von 4.100 Prozent – aber eben auf sehr niedrigem Niveau.

Schon 5 Prozent aller Neuzulassungen von BYD, Leapmotor und MG Motor

Bleiben noch die volumenstarken China-Marken BYD, Leapmotor und MG Motor, die aber allesamt keine reinen E-Auto-Hersteller sind, sondern zuletzt auch viele Plug-in-Hybride (BYD), Fahrzeuge mit Range Extender (Leapmotor) und sogar auch welche mit Verbrennungsmotor (MG Motor) abgesetzt haben.

Chinas größter Hersteller BYD, der sehr exportstark ist, schaffte in Deutschland im Oktober 5.173 Neuzulassungen (+54,3 Prozent). Die von Stellantis unterstützte China-Marke Leapmotor wuchs massiv um 288,6 Prozent auf 3.661 Einheiten. Und die SAIC-Tochter MG Motor konnte ihren Absatz in Deutschland um 48,5 Prozent auf 4.140 Einheiten steigern. Allein diese drei Marken hatten zusammengenommen im Oktober einen Anteil von 5 Prozent am gesamten deutschen Pkw-Markt (antriebsartenübergreifend).

Ausländische Marken profitieren von Elektroauto-Boom und steigern Marktanteil

Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK)beobachtet entsprechend ein weiteres erstarken der ausländischen Marken auf dem deutschen Automobilmarkt: Im Oktober legten die internationalen Marken um 6,0 Prozent zu. Seit Jahresbeginn entwickelten sie sich mit einem Plus von 8,5 Prozent deutlich stärker als der deutsche Gesamtmarkt (+4,9 Prozent).

VDIK-Präsidentin Imelda Labbé sagt: „Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die Elektromobilität: Die internationalen Marken überzeugen mit einem breiten Modellangebot und gewinnen insbesondere bei batterieelektrischen Fahrzeugen deutlich an Marktanteilen. Im Oktober kam jeder zweite neu zugelassene batterieelektrische Pkw von einer internationalen Marke.“

Elektroautos lassen andere Antriebe hinter sich

Ein Blick auf die weiteren Antriebsarten verdeutlicht die Verschiebung im deutschen Neuwagenmarkt. Während die reinen Elektroautos kräftig auf besagte 94.086 Einheiten und einen Marktanteil von 37 Prozent zulegten, gingen die Neuzulassungen von Pkw mit Verbrennungsmotor zurück.

So kamen Benziner im Oktober auf 38.516 Einheiten, ein Minus von 40,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Ihr Marktanteil lag bei 15,1 Prozent. Diesel-Pkw erreichten 23.882 Neuzulassungen und damit 21,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Ihr Anteil betrug 9,4 Prozent.

Auch die Plug-in-Hybride entwickelten sich rückläufig: Mit 28.499 Neuzulassungen lag diese Antriebsart um 7,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Marktanteil betrug 11,2 Prozent. Die übrigen Hybridfahrzeuge, also Voll- und Mildhybride, kamen auf 67.432 Neuzulassungen, ein Marktanteil von 26,5 Prozent.

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Quelle: electrive.net