Der interessanteste Volkswagen ID.3 Neo ist bereits da: Style-Ausstattung mit einer Reichweite von 410 km

Der Volkswagen ID.3 bleibt auf dem spanischen Markt fast unbemerkt, und der deutsche Hersteller versucht mit dem ID.3 Neo, die Verkäufe inmitten der starken Konkurrenz durch chinesische Modelle wieder anzukurbeln. Es handelt sich dabei um ein Upgrade, das das bisherige Angebot verbessert – was nicht besonders schwierig war. Nun sorgt es für Schlagzeilen, da es eine weitere, noch einfachere Ausstattungsversion hinzufügt, die den bereits hohen Preis etwas senkt. Wird das ausreichen, um konkurrenzfähig zu sein?
Tatsächlich sind die Verkaufszahlen des ID.3 auf unserem Markt katastrophal. Im gesamten Jahr 2025 konnten nur etwas mehr als 1.000 Exemplare verkauft werden, was sogar unter den Verkaufszahlen des ID.Buzz liegt und weit hinter seinen chinesischen Konkurrenten wie dem BYD Dolphin zurückbleibt.
Durch die Einführung dieser Version soll sich etwas in der Produktreihe ändern. Bisher war das Style-Ausstattungspaket nur den leistungsstärkeren Versionen vorbehalten, wodurch man für die volle Ausstattung einen deutlich höheren Preis zahlen musste. Der neue ID.3 Neo Style mit 52 kWh Akkukapazität kostet in Spanien 39.341 Euro und liegt damit unter der psychologischen Schwelle von 40.000 Euro – noch vor eventuellen Zuschüssen oder Rabatten.
Volkswagen ID.3 Neo Style: Mehr Ausstattung ohne den Preis für einen großen Akku zahlen zu müssen

Volkswagen hat das Modellprogramm des ID.3 Neo ursprünglich um die Ausstattungslinien Life und Style aufgebaut. Die Version Style bietet eine besonders umfangreiche Ausstattung mit Elementen, die bislang nur den höheren Modellen vorbehalten waren. Dazu gehören 19-Zoll-Leichtmetallräder, IQ.LIGHT Matrix-LED-Scheinwerfer, LED-Hinterlichter mit dynamischen Blinkern sowie getönte Heckscheiben. Zudem sind elektrische, beheizbare und umklappbare Spiegel vorhanden.
Auch im Innenraum gibt es einen deutlichen Fortschritt gegenüber der Ausstattung des Vorgängers. Der ID.3 Neo Style verfügt über ein digitales Instrumentendisplay, einen 12,9-Zoll-Touchscreen, Navigationssystem, Android Auto und Apple CarPlay, Bluetooth-Verbindung sowie ein digitales Radio. Ebenfalls zur Ausstattung gehören eine automatische Zwei-Zonen-Klimaanlage, beheizbare Vordersitze, ein beheizbarer Multifunktionslenkrad sowie das schlüssellose Zugangs- und Startsystem. Volkswagen hat sich gerade auf diesem Gebiet intensiv bemüht, um eine der häufigsten Kritiken am vorherigen ID.3 zu beheben – durch einen besser gestalteten Innenraum und eine einfacher zu bedienende Bedienoberfläche.
Auch die Ausstattung mit Sicherheitsfunktionen ist hervorragend. Die Style-Ausstattung umfasst adaptives Tempomaten-System, vordere und hintere Parksenssoren, eine Rückfahrkamera, einen Spurwechselassistenten, ein Warnsystem vor unbeabsichtigtem Verlassen der Fahrspur, eine Notbremse mit Fußgängererkennung, die Erkennung von Verkehrszeichen sowie ein System zur Erkennung von Müdigkeit und Ablenkung. Es handelt sich somit um eine Konfiguration, bei der man nicht auf eine lange Liste an Optionen zurückgreifen muss, um eine recht vollständige Ausstattung zu erhalten.

Außen behält der neue ID.3 Neo die Proportionen des deutschen Kompaktwagens bei, obwohl Volkswagen sein Design gründlich überarbeitet hat. Die Front ist nun viel schlichter gestaltet, mit schmaleren Lichtgruppen, die optisch durch ein neues Leuchtlogo miteinander verbunden sind. Ebenfalls wurden der Stoßfänger sowie weitere Karosserieteile neu gestaltet. Das Fahrzeug ist etwa 4,27 Meter lang, 1,81 Meter breit und 1,56 Meter hoch und verfügt über einen Kofferraum mit einem Fassungsvermögen von rund 383 Litern.
Unter der Haube gibt es keine Überraschungen. Der Volkswagen ID.3 Neo Style mit 52 kWh Akkukapazität ist mit einem elektrischen Motor von 125 kW – was 170 PS entspricht – sowie 350 Nm Drehmoment ausgestattet, das an die Hinterräder geleitet wird. Er kann in etwa 8 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h – Werte, die mehr als ausreichend sind für einen Kompaktwagen, der sowohl für die Stadt als auch für die Autobahn konzipiert ist.
Die Batterie hat eine Kapazität von 52 kWh und verwendet die LFP-Chemie, eine der wichtigsten Neuerungen in dieser Generation des ID.3 Neo. Die Ladeleistung bei Gleichstrom beträgt je nach Konfiguration bis zu 105 kW, während der Wechselstrom-Lader 11 kW erreicht. Mit Schnellladen kann ein erheblicher Teil der Kapazität in etwa einer halben Stunde wieder aufgefüllt werden.

Durch diese Konfiguration erreicht der ID.3 Neo Style eine WLTP-Reichweite von 410 Kilometern – ein Wert, der es ihm ermöglicht, als Alltagsauto eingesetzt zu werden, ohne auf längere Fahrten verzichten zu müssen. Er erreicht zwar nicht die Werte der Versionen mit 58 oder 79 kWh, doch das ist auch nicht seine Absicht: Der Clou dieser Variante liegt gerade darin, eine hochwertige Ausstattung mit einer kleineren Batterie sowie somit einem günstigeren Preis zu verbinden.
Und hier kommt der interessante Aspekt von Volkwagens Strategie ins Spiel. Der ID.3 Neo Style mit 52 kWh kostet 39.341 Euro, während die Version mit 58 kWh auf 42.291 Euro steigt und die Variante mit 79 kWh 47.671 Euro beträgt. So lässt sich die vollständigste Ausstattung ohne fast 3.000 Euro Aufpreis für die mittlere Batterie oder mehr als 8.000 Euro für die große Batterie erwerben.
Volkswagen ID.3 Neo Style
Kraftstoffverbrauch
Batterie
Autonomie
Preis
Stil
170 PS
52 kWh
410 km
39.341 Euro
Stil
190 PS
58 kWh
bis zu 485 km
42.291 Euro
Stil
231 PS
79 kWh
bis zu 627 km
47.671 Euro
Die Entscheidung macht noch mehr Sinn, wenn man den aktuellen Marktumfeld rund um die deutschen Kleinwagen betrachtet. Der BYD Dolphin, der MG4 sowie weitere Modelle ähnlicher Größe haben Volkswagen dazu gezwungen, sein Angebot anzupassen, während der Aufkommen neuer elektrischer Kleinwagen aus China den Druck auf die traditionellen Hersteller weiter erhöht.
Der ID.3 Neo will diesen Wettbewerb nicht allein aufgrund des Preises für sich entscheiden. Sein Argument ist ein anderes: ein kompakter Karosseriekörper, Hinterradantrieb, ein Innenraum, der viel sorgfältiger gestaltet ist als beim Vorgängermodell, ein umfangreiches Händlernetz und nun auch die Möglichkeit, all das mit der Ausstattungslinie Style zu kombinieren, ohne die 40.000 Euro überschreiten zu müssen.
Allerdings muss man bedenken, dass die 39.341 Euro der Listenpreis sind. Volkswagen führt derzeit Werbekampagnen sowie Finanzierungsmodelle durch, die den Einstiegspreis für den ID.3 Neo erheblich senken können – in diesem Fall lohnt es sich jedoch, den Gesamtkostenrahmen zu betrachten und nicht nur die monatliche Rate. Der Hersteller bietet derzeit für bestimmte Konfigurationen bei Anwendung von Finanzierungen, Aktionen und Zuschüssen noch deutlich niedrigere Preise an.
Durch diese neue Version nimmt der deutsche Kleinwagen eine viel logischere Position ein im Vergleich zum BYD Dolphin, dem MG4 sowie den anderen Alternativen, die zu Preissenkungen im Segment führen. Dennoch steht ihm weiterhin der „Elefant im Raum“ gegenüber: das Tesla Model 3. Obwohl es größer ist, passt ein Auto mit mehr als 4,7 Metern Länge nicht jedem – es ist außerdem viel leistungsstärker, verfügt über eine deutlich längere Reichweite (572 km nach WLTP), besseres Schnellladen sowie hochwertigere Technik. Zudem ist es günstiger – 36.990 Euro vor dem Herstellerrabatt (ein Rabatt, der keinerlei Verpflichtungen mit sich bringt), was 2.351 Euro weniger sind als beim Volkswagen – oder 5.746 Euro mit dem Tesla Bonus.
Quelle | Motor.es