Der Tesla Cybercab hat ein Problem: Er kann nicht auf der Autobahn fahren, was die Reisen erheblich verlängert.

Laut dem Medium Electrek hat ein Nutzer des Tesla-Robotaxi-Dienstes in Austin (Texas) beobachtet, wie eine Fahrt, die normalerweise 10 Minuten dauert, aufgrund der Tatsache, dass das Fahrzeug nicht auf der Autobahn fahren konnte und einen riesigen Umweg durch die Stadt machen musste, zu einer 70-minütigen Fahrt wurde.
Das Problem? Obwohl die Tesla-App im Voraus den geschätzten Fahrpreis anzeigt (in diesem Fall 20 Dollar), bietet sie keine Schätzung dafür, wie lange die Fahrt dauern wird. Daher merkt der Nutzer nicht, dass das Fahrzeug einen großen Umweg machen muss, bis er einsteigt. In jedem Fall ist es möglich, den Service jederzeit zu beenden, um einen unerwünschten Umweg zu vermeiden. Der Betroffene hat seine Erfahrung auf Reddit geteilt.
Dies ist einer der größten Unterschiede zwischen Teslas System für autonomen Fahren und dem von Waymo, denn das Unternehmen Alphabet (Google) bietet bereits völlig autonome Fahrten auf Autobahnen an. Teslas Konzept ist derzeit weniger ausgereift und beschränkt sich auf städtische Gebiete mit geringer Geschwindigkeit, was die Grenzen einer Technologie aufzeigt, die zwar als vollständig autonom vermarktet wird, aber noch nicht reif ist.
Tesla selbst scheint sich dessen bewusst zu sein, da es bislang keinen Zeitplan für den Markteintritt des Cybercab veröffentlicht hat (früher wurde angekündigt, dass es an Privatkunden angeboten werden soll). Obwohl alles darauf hindeutet, dass es bald in anderen Städten im Rahmen von Teslas Robotaxi-Dienst eingeführt wird, scheint es derzeit noch nicht für eine großflächige Einführung bereit zu sein.

Der Tesla Cybercab wird von der NHTSA untersucht
Zum Zeitpunkt seiner Einführung erregte der Cybercab große mediale Aufmerksamkeit, da er weder Lenkrad noch Pedale besitzt. Dies hat jedoch dazu geführt, dass die NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration der Vereinigten Staaten) eine Untersuchung einleitete, wie Tesla ein Fahrzeug mit solchen Eigenschaften selbst zertifizieren konnte.
Dies ist nicht die einzige Front, an der das Unternehmen derzeit arbeitet, denn es wird auch untersucht, ob sein FSD-System (Full Self-Driving), das auf der Verwendung von Kameras beruht und keine redundanten Sensoren wie Radare oder LiDAR verwendet, in Situationen mit schlechter Sicht (Nebel, Blendung usw.) ein sicheres Funktionieren gewährleistet.

Indem Tesla alles auf seine Vision setzt, strebt es nach einem kostengünstigen und leicht skalierbaren System für den autonomen Fahren; doch es gibt viele Experten, die bezweifeln, ob ein vollständig autonomes Fahren ohne Redundanzen sicher erreicht werden kann. Obwohl Teslas Robotaxis über Remote-Operator verfügen, um Unfälle zu vermeiden, weisen sie derzeit eine deutlich höhere Unfallrate auf als menschliche Fahrer.