Der neue BYD Great Seagull macht einen technologischen Sprung: Er stellt erstmals LiDAR sowie ein völlig neues Interieur vor.

BYD bereitet eine umfassende Überarbeitung seines kleinen Elektroautos vor, das in China den Namen Great Seagull erhalten wird. Das Modell ist im Vergleich zum aktuellen Seagull erheblich größer, verfügt über ein komplett neu gestaltetes Interieur sowie wichtige technologische Neuerungen.
Die ersten Bilder des Innenraums zeigen, dass BYD auf ein viel moderneres und lässigeres Design gesetzt hat. Das Armaturenbrett kombiniert mehrere Farben und verzichtet auf das traditionelle Instrumentenbrett, während das Lenkrad ein Zwei-Speichen-Design aufweist. In der Mitte befindet sich ein großes, schwebendes Display für das Multimedia-System – eine Lösung, die in den neuesten Modellen der Marke bereits üblich geworden ist.
Die zentrale Konsole verfügt über mehrere physische Bedienelemente, was denen zugutekommt, die nicht ständig auf den Bildschirm zurückgreifen müssen, um bestimmte Funktionen zu steuern. Zudem enthält sie eine Fläche für die kabellose Aufladung des Telefons sowie direkt darunter einen großzügig dimensionierten Stauraum. Die Türen haben hingegen traditionell gestaltete Griffe.

Außen behält der Great Seagull einen Teil der Identität des aktuellen Modells bei, verfügt jedoch über eine deutlich größere Karosserie. Die Front behält die charakteristische Architektur der Serie bei, ist aber mit neuen Lichtgruppen inklusive Projektoren sowie Positionsleuchten im Dreiecksdesign ausgestattet. Der Kühlergrill weist ausgeprägtere Leisten auf und der vordere Stoßfänger wurde neu gestaltet, wobei an den Enden funktionale Lufteinlässe vorhanden sind.
Eines der auffälligsten Elemente befindet sich auf dem Dach, wo ein LiDAR-Sensor zu sehen ist – was darauf hindeutet, dass BYD in diesem Modell fortschrittliche Systeme zur Fahrerassistenz anbieten könnte. Bisher wurden jedoch weder die konkreten Funktionen, die verfügbar sein werden, noch bekannt gegeben, ob diese Ausstattung in allen Versionen enthalten ist.
Die Seitenwand behält die charakteristische Form der Fenster des Seagull bei, wobei die Linien der Karosserie vereinfacht wurden. Das Ergebnis ist eine Silhouette mit einer stärker nach vorne geneigten Sichtposition und vor allem ganz anderen Proportionen im Vergleich zum aktuellen Modell.
Der neue Great Seagull ist 4,2 Meter lang. Das sind deutlich größere Abmessungen als beim derzeit bekannten Modell, das in Europa 3,99 Meter Länge aufweist.

Diese Entwicklung hat eine offensichtliche Folge: BYD scheint den Great Seagull zu einem viel praktischeren Auto für den Alltag machen wollen. Die Verlängerung der Radstandlänge sollte mehr Platz im Innenraum schaffen, insbesondere für die Passagiere auf den Rücksitzen, während die größere Breite ebenfalls das Gefühl von Weite im Innenraum verbessern kann.
Auch im Heckbereich hat sich das Design weiterentwickelt. Die Glasfläche im hinteren Bereich wird vergrößert und das Dach erstreckt sich nach hinten, um einen kleinen Spoiler zu bilden. Die Scheinwerfer bleiben optisch mit dem Heckfenster verbunden, doch die bisherige Konfiguration der kontinuierlichen Rückleuchte entfällt. Der Stoßfänger ist außerdem völlig neu gestaltet und weist eine schlichtere Form auf.

Die derzeit verfügbaren Informationen reichen noch nicht aus, um alle Details zur Batterie sowie zur Reichweite bekannt zu geben. Bestätigt wurde jedoch, dass das Fahrzeug über eine Batterie mit LFP-Chemie verfügen wird.
Bislang wurden auch weder die Batteriekapazität, noch die offiziell angegebene Reichweite oder die Ladezeiten offiziell mitgeteilt. Dies sind besonders wichtige Daten für ein Modell, das in Bezug auf Abmessungen und Leistungsmerkmale stark vom Konzept eines einfachen urbanen Elektrofahrzeugs abweicht, wie es der aktuelle Seagull darstellt.
Der nächste europäische Dolphin?

Es scheint klar zu sein, dass BYD das ursprüngliche Konzept des Seagull grundlegend verändert. Der Great Seagull wird viel größer sein, bietet mehr Platz im Innenraum, verfügt über höhere Leistung und bringt Technologien mit, die bisher nicht mit diesem Modell in Verbindung standen. Sollte er schließlich als Dolphin nach Europa kommen, könnte er zudem eine durchaus interessante Umstrukturierung innerhalb der elektrischen Fahrzeuglinie von BYD auslösen, da er mit fast absoluter Sicherheit das aktuelle Modell verdrängen wird.