Zurück zu den Nachrichten
Politik

Die US-Regierung warnt Ford: Sie sind überhaupt nicht begeistert von seinen Allianzen mit chinesischen Herstellern von Elektroautos.

Die US-Regierung warnt Ford: Sie sind überhaupt nicht begeistert von seinen Allianzen mit chinesischen Herstellern von Elektroautos.

15/09/2026 09:30

Aktualisiert am

15/09/2026 09:30

Das US-Verkehrsministerium hat durch seinen Sekretär Sean Duffy eine klare Warnung an die Führungsebene der Ford Motor Company gesandt. Die US-Regierung ist sehr besorgt über die enge Beziehung, die das Unternehmen mit mehreren chinesischen Herstellern im Bereich der Elektrofahrzeuge unterhält.

Diese Warnung ist kein einfacher formeller Hinweis, sondern eine Aufforderung zur Vorsicht, die wichtige strategische Vereinbarungen für die Elektrifizierung der Marke ins Visier nimmt und Entscheidungen sowohl auf US-amerikanischem als auch internationaler Ebene in Frage stellt.

Batteriefabrik von Ford in Michigan

CATLs Batterien im Werk in Michigan stehen im Mittelpunkt der Kontroverse

Der Hauptkonfliktort befindet sich in Marshall, Michigan, wo sich das Industriekomplex BlueOval Battery Park befindet. Die US-Regierung kritisiert offen, dass Ford weiterhin von der unter Lizenz des chinesischen Herstellers CATL stehenden Technologie für die Produktion von Eisenphosphat-Lithium-Batterien (LFP) abhängig ist.

Auch wenn das Werk im Besitz von Ford ist und amerikanische Arbeiter beschäftigt, löst die Übertragung sowie Nutzung chinesischer Patente in wichtigen Infrastrukturen Bedenken hinsichtlich Nationaler Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit in Washington aus. Für die Regierung behindert es die Entwicklung eines wirklich selbstständigen Technologieökosystems in Nordamerika, wenn die Elektrifizierungsstrategie auf Lizenzen asiatischer Großkonzerne beruht.

Ford-Werk in Almussafes

Der Einfluss internationaler Allianzen und das Werk in Almussafes

Diese Warnung überschreitet die Grenzen der Vereinigten Staaten. Das Regierungsdokument stellt außerdem die strategischen Allianzen in Frage, die Ford außerhalb seiner Grenzen eingegangen ist, um die Rentabilität seiner Betriebe zu sichern. Im Fokus steht insbesondere die Vereinbarung mit dem chinesischen Konzern Geely in Europa, die von entscheidender Bedeutung ist, um die Zukunft und die Arbeitsbelastung des Werks in Almussafes in Valencia zu sichern.

Zusätzlich hat Washington das Unternehmen dafür kritisiert, dass es die Produktion bestimmter Lincoln-Modelle in China für den Export bis 2030 aufrechterhält sowie Gespräche mit Firmen wie BYD führt. Laut der offiziellen Haltung des Verkehrsministeriums führen diese Entscheidungen dazu, dass industrielle Kapazitäten und technologische Entwicklungen ins Ausland verlagert werden, obwohl sie eigentlich im Inland stattfinden sollten.

Das Abkommen zwischen Ford und Geely in Almussafes wird die Produktion und die Beschäftigung erhöhen, aber auch ein neues SUV auf den Markt bringen.

Ford verteidigt seine Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit

Auf der anderen Seite hat die Führung von Ford die Anschuldigungen entschieden zurückgewiesen und die in dem Brief geäußerten Bemerkungen als fehlerhaften Versuch bezeichnet, Schlagzeilen zu erzeugen. Das Unternehmen betont, dass sein Engagement für die amerikanischen Arbeitnehmer absolut sei, und weist darauf hin, dass das Werk in Michigan vollständig in seinem Besitz ist.

Das Unternehmen betont, dass die Lizenzzuerkennung externer Technologien eine gängige Praxis in der globalen Industrie sei, die es ermögliche, elektrische und hybride Fahrzeuge für den Endverbraucher erschwinglicher zu machen, ohne auf die betriebliche Kontrolle über eigene Anlagen zu verzichten. Der Konflikt zeigt jedoch die wachsende Komplexität auf, mit der traditionelle Hersteller konfrontiert sind – gefangen zwischen den politischen Forderungen nach technologischer Souveränität und den betrieblichen Realitäten eines Übergangs zu Elektrofahrzeugen, der weitgehend von der chinesischen Lieferkette bestimmt wird.