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Navigierung für eHGV: Die eTrucker-App erhält neue Funktionen

Navigierung für eHGV: Die eTrucker-App erhält neue Funktionen

In den letzten zwei Jahren hat der „elektrische LKW-Fahrer“ Tobias Wagner mit verschiedenen batteriebetriebenen Schwerlastfahrzeugen mehr als 200.000 km durch Europa zurückgelegt – und zahlreiche Ladeplätze aus erster Hand gesehen. Während seiner Reisen stellte er eine erhebliche Informationslücke fest: Fahrer, die ihre Schwerlastfahrzeuge aufladen wollten, wussten oft nicht, wohin sie gehen sollten. Um dieses Problem zu lösen, starteten er und sein Team im letzten Jahr die eTrucker-App – eine App, die darauf ausgelegt ist, ladegeeignete Stationen für Schwerlastfahrzeuge zu finden. Die Community spielt eine entscheidende Rolle bei der Aktualisierung und Erweiterung der Daten der App. Vor einem Jahr haben wir in der deutschen Ausgabe von electrive untersucht, wie effektiv dieses neue Tool elektrische Schwerlastfahrzeuge zu geeigneten Ladestellen führt.

Die Entwickler haben nun eine große Update-Version der App angekündigt, die deren Funktionalitäten über das Grundlegende hinaus erweitert. Hier ist ein Überblick über die neuen Funktionen:

Pausenplanung: Von 45-minütigen Pausen bis zu 9-stündigen Unterbrechungen – alles kann nun mit einem einzigen Klick im Gesamtroutenplaner eingestellt werden. Der Ausgangspunkt ist frei wählbar, und Zwischenziele können per Drag-and-Drop umsortiert werden.

Fahrzeugzugehörigkeit über Verknüpfungscode: Es werden weder Benutzername noch Passwort benötigt. Geben Sie einfach den Code in den eTrucker Manager ein, und das Gerät zeigt sofort die Preiskategorien sowie Ladekarten der Flotte an.

Empfehlungen für Ladekarten je nach Standort: Die App gibt nun klare Empfehlungen für Ladekarten entsprechend dem Standort. Falls mehrere Ladekarten gespeichert sind, werden auch die alternativen Karten angezeigt – einschließlich der jeweiligen Preiskategorien.

Preiskategorien für alle Ladeplätze: Fahrer können auf einen Blick erkennen, wie viel das Laden kostet. Wer möchte, kann teure Ladeplätze verbergen und nur die günstigeren Standorte ansehen.

Überarbeiteter Modus für Nutzerfeedback: Nutzer können nun direkt aus der App Feedback zu Ladeplätzen einreichen. Die Entwickler bezeichnen dies als „die Grundlage für die beste Datenqualität bei der Ladevorbereitung für Schwerlastfahrzeuge in Europa“.

Auslösezeiten werden nun bei der Planung berücksichtigt: An Ladepunkten, an denen das Abkoppeln des Anhängers notwendig oder empfohlen ist, berechnet die App automatisch einen Puffer (angezeigt durch eine ‘+8’-Anmerkung am Kartennadel oder ‘8 Minuten zusätzlich für das Abkoppeln’) in die Gesamtreisezeit ein.

Die Entwickler der App erklären, dass sie für die Routenplanung TomTom Truck Routes in Google Maps verwenden. „Es ist teuer für uns, aber es ist die beste Lösung, die auf der Straße funktioniert“, betonte Michael Clarke, einer der Manager der App. Wichtig ist, dass die eTrucker-App ausdrücklich kostenlos bleiben soll. „Weil wir zeigen wollen, dass die Ladeinfrastruktur bereits mehr als ausreichend ist“, sagt Clarke, der außerdem andeutet: „Flotten, die einen Schritt weiter gehen und auf preisoptimierte Weise laden möchten, sind herzlich eingeladen, sich bezüglich des eTrucker Managers bei uns zu melden – mehr dazu in einigen Wochen.“ Dies deutet darauf hin, dass die Entwickler bald einen kostenpflichtigen Zusatzdienst launchen könnten.

Was den Zustand des LKW-Ladennetzes in Deutschland angeht, hat electrive im Rahmen der Truck Charging Week kürzlich einen umfassenden Überblicksartikel veröffentlicht. Daten aus der eTrucker-App vom 1. Juli 2026 weisen fast 700 lkw-kompatible Ladestellen in ganz Deutschland aus. Hier sind die Details:

154 LKW-Ladestellen in Deutschland ohne Abtrennung („Drive-Thru“): Diese Zahl umfasst sowohl ausschließlich für LKW vorgesehene Standorte als auch Pkw-Ladestellen mit ausreichendem Platz. Die fünf führenden Anbieter laut eTrucker-App sind Aral Pulse Truck (33), Aral Pulse (17), Milence (10), Shell Recharge (10) und E.ON Drive (7). Von diesen 154 Standorten sind sieben mit mindestens einem MCS-Stecker ausgestattet. Konkret handelt es sich um: HoLa/Lipperland Süd, Aral in Buchholz, Hannover, Schnaittach und Rastow sowie Energie Südbayern/Dettendoerfer in der Nähe von Langenbruck und ESG Solar in der Nähe von Kassel.

158 Ladesäulen, die für Schwerlastfahrzeuge geeignet sind und bei denen ein Abkoppeln empfohlen wird, es aber genügend Platz zum Aufladen ohne Abkoppeln gibt, sofern die Säule nicht belegt ist. Die fünf führenden Anbieter in dieser Kategorie sind Aral Pulse PKW (34), EnBW (21), Ionity (11) und Autostrom Plus (9).

387 Ladesäulen, die für Schwerlastfahrzeuge geeignet sind und bei denen ein Abkoppeln stets erforderlich ist, es aber in der Nähe eine Parklücke für Schwerlastfahrzeuge gibt, um den Anhänger abzustellen. Die führenden Anbieter in dieser Kategorie sind EnBW (64), Ionity (52), Shell Recharge (50) und Aral Pulse PKW (49).

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Quelle: electrive