Zurück zu den Nachrichten
Laden

EDF Tempo und Elektroauto: Ist es lohnenswert, 2026 aufzuladen?

EDF Tempo und Elektroauto: Ist es lohnenswert, 2026 aufzuladen?

Fahren mit einem Elektroauto veranlasst dazu, den EDF-Vertrag zu überdenken. Die Tempo-Auswahl weist an den blauen Tagen sehr niedrige Kosten pro kWh auf, was ideal ist, um nachts aufzuladen. Oft lohnenswert, bringt sie Haushalte, die mit Elektrizität heizen, an den roten Tagen in Schwierigkeiten.

Der Strompreis belastet das Budget der Fahrer von Elektroautos. Dennoch bleibt das Aufladen zu Hause die günstigste Möglichkeit, den Akku aufzuladen. Dafür muss man jedoch den richtigen Vertrag wählen. Bei EDF gibt es drei Optionen: Base, Heures Creuses und Tempo. Letztere bleibt unauffällig, verdient aber Aufmerksamkeit.

Tempo setzt je nach Tag sehr unterschiedliche Preise fest. In ruhigen Perioden sind die Kosten gering, in den winterlichen Spitzenzeiten hingegen hoch. Ein Auto wird jedoch hauptsächlich nachts aufgeladen. Dieser Aspekt verändert alles, wie wir gleich sehen werden.

Was ist genau EDF Tempo?

Die Option Tempo gehört zum regulierten Tarif Bleu von EDF. Sie basiert auf dem Prinzip des ehemaligen Angebots EJP, das heute nicht mehr angeboten wird. Ihr Ziel ist es, den Verbrauch in Zeiten hoher Nachfrage zu begrenzen. Im Gegenzug wird der Strompreis für den Rest des Jahres sehr günstig.

Blaue, weiße und rote Tage: Das Prinzip

Tempo teilt das Jahr in drei Farben von Tagen ein. Jede Farbe hat einen eigenen Tarif. Hinzu kommen zwei Zeitabschnitte: die Hauptverkehrszeiten von 6 Uhr bis 22 Uhr und die Nebenverkehrszeiten von 22 Uhr bis 6 Uhr.

Im Kalender gibt es 300 blaue Tage, 43 weiße Tage und 22 rote Tage. Die blauen Tage sind am günstigsten. Die roten Tage, die für die Spitzenzeiten im Winter vorgesehen sind, sind am teuersten.

Farbe des Tages

Nebenverkehrszeiten (22 Uhr–6 Uhr)

Hauptverkehrszeiten (6 Uhr–22 Uhr)

Blauer Tag (300 Tage)

0,1356 €/kWh

0,1654 €/kWh

Weißer Tag (43 Tage)

0,1536 €/kWh

0,1921 €/kWh

Roter Tag (22 Tage)

0,1615 €/kWh

0,7295 €/kWh

Die Tempo-Preistabelle inklusive Mehrwertsteuer gilt ab dem 1. August 2026. Die Preise bleiben unverändert, unabhängig von der abonnierten Leistung. Quelle: Tariftabelle von EDF / CRE.

Wie man die Farbe des Tages ermittelt

EDF gibt die Farbe nur 24 Stunden im Voraus bekannt. Ein Druck auf die „+“-Taste des Linky-Zählers reicht aus, um sie abzurufen. Auch die Website und die App von EDF zeigen sie an. Eine Benachrichtigung per E-Mail oder SMS ist ebenfalls möglich.

Warum Tempo für ein Elektroauto eine Veränderung bedeutet

Elektroautos werden meist nachts im Garagenbereich aufgeladen. Die Nacht fällt in die Niedrigverbrauchszeiten. In den Niedrigverbrauchszeiten der blauen Tage sind die Preise pro kWh am niedrigsten. Dadurch wird die Rechnung schnell günstiger.

Aufladen – eine Nutzung, die perfekt zu den Niedrigverbrauchszeiten passt

Für viele Fahrer ist das Aufladen des Autos nach 22 Uhr eine Selbstverständlichkeit. Die meisten Autos und Ladestationen kümmern sich um diese Planung: Man steckt das Auto abends ein, und das Aufladen beginnt in den Nebenstunden. So wird der Akku zu dem günstigsten Tarif aufgeladen.

Von 365 Nächten sind die meisten „blaue Tage“. Rote Tage kommen nur selten vor – 22 pro Jahr. Auch in diesen Nächten bleibt der Tarif für die Nebenstunden niedrig, bei 0,1615 € pro kWh.

Auch interessant

Stromversorger und Elektroauto: Welches Angebot wählt man 2026?

Zahlenbeispiel: Eine Mégane e-Tech über ein Jahr

Renault Mégane E-Tech beim Laden über Kabel am linken vorderen Anschluss

Hier ist ein konkretes Beispiel. Ein Paar fährt mit einem Renault Mégane E-Tech EV60 mit einer Batteriekapazität von 60 kWh. Sie legen jährlich 20.000 km zurück und laden zu Hause auf. Das entspricht etwa 50 vollständigen Ladungen, also 3.000 kWh.

Diese Ladevorgänge werden über das Jahr verteilt, jeweils in den Nebenzeiten. Der Plan sieht 41 Ladevorgänge an blauen Tagen, 6 an weißen Tagen und 3 an roten Tagen vor. Hier ist die jährliche Kostenbelastung je nach gewählter Option.

EDF-Option

Preis pro Ladung

Jährliche Kosten (3.000 kWh)

Basisoption

0,2001 €/kWh

600 €

Nebenzeiten (Nacht)

0,1589 €/kWh

477 €

Tempo-Option (Nebenzeiten)

0,1356 bis 0,1615 €/kWh

418 €

Die Zahlen sprechen für sich: Bei der Tempo-Option betragen die jährlichen Kosten 418 €. Die Basisoption steigt auf 600 €, was einem Aufpreis von 182 € entspricht. Die Nebenzeiten-Option liegt bei 477 €, was 59 € mehr ist als die Tempo-Option.

Diese Beträge beinhalten nicht die Abonnementkosten sowie eventuelle Verluste. Sie vergleichen die drei Optionen bei gleicher Stromverbrauchsmenge. Für eine detaillierte Übersicht der Kosten pro Tankfüllung sehen Sie unseren Leitfaden zum Preis der Aufladung.

Auch interessant

Test des Renault Megane électrique EV60: Wie hoch ist die tatsächliche Reichweite auf der Autobahn?

Tempo, Base oder Heures Creuses: Welches EDF-Abonnement wählen?

Die Wahl hängt von Ihrem Verbrauchsmuster ab. Bei rein nächtlicher Aufladung hat Tempo den Vorteil. Doch auch die Heizung und Ihre Gewohnheiten spielen eine wichtige Rolle.

Vergleich der drei Aufladungsoptionen

Base: Einheitlicher und einfacher Tarif, aber der höchste bei nächtlicher Aufladung.

Heures Creuses: Geringerer Strompreis nachts, geeignet für regelmäßige nächtliche Aufladungen.

Tempo: Sehr niedriger Strompreis an 343 Tagen von 365 – voraussetzung ist, dass man an den roten Tagen sparsamer handelt.

Zu beachten: Die Basisoption kann ab einer Leistung von 6 kVA nicht mehr abonniert werden. Haushalte mit 9 kVA wenden sich daher entweder an Heures Creuses oder Tempo.

Noch ein weit verbreiteter Irrtum, der widerlegt werden muss: Das Tempo-Abo ist nicht teurer. Bei 9 kVA kostet es 19,70 € pro Monat, was unter den 19,88 € der Option Heures Creuses liegt.

Für wen Tempo nicht geeignet ist

Ein Punkt erfordert Vorsicht. An den 22 roten Tagen beträgt der Preis pro kWh in Spitzenzeiten 0,7295 €. Dieser hohe Preis wirkt sich stark aus, wenn tagsüber viel Strom verbraucht wird.

Haushalte, die mit Elektrizität heizen, haben an diesen Tagen Schwierigkeiten, die Heizung auszuschalten. In diesem Fall verliert Tempo an Relevanz. Andere Haushaltsprofile profitieren fast immer davon.

Seit dem 1. August 2026 gilt ein neues Tarifsystem. Die Tempo-Preise steigen weiter um etwa 2 bis 3 %. Dennoch bleiben die blauen und weißen Tage weiterhin wettbewerbsfähig für das Aufladen.

Au Haus an einer Ladestation mit Tempo aufladen

Aufladen eines Elektroautos an einer Wandladestation nachts, EDF Tempo-App in der Hand

Eine Haushaltssteckdose reicht aus für ein kurzes Nachtladen. Eine Wandladestation beschleunigt das Aufladen erheblich und sichert außerdem die Elektroinstallation.

Welche Leistung des Zählers ist zum Aufladen nötig – 6 oder 9 kVA?

Eine Leistung von 6 kVA reicht aus für ein langsames Laden ohne weitere große Geräte. Um gleichzeitig aufladen und eine Waschmaschine betreiben zu können, bieten 9 kVA mehr Puffer. Tempo akzeptiert seit Februar 2025 Zähler mit 6 kVA.

Der Linky-Zähler bleibt für die Anmeldung unverzichtbar. Die Anmeldung erfolgt telefonisch bei EDF, ohne Online-Verfahren.

Mehr als EDF: Angebote für das Aufladen

EDF ist nicht der einzige Anbieter in diesem Bereich. Mehrere Versorger bieten spezielle Angebote für Elektroautos an. Einige wenden nachts besonders günstige Tarife an.

Diese Angebote sollten im Einzelfall verglichen werden. Unsere Übersicht der Stromversorger zeigt die Angebote auf dem Markt detailliert. Für die Auswahl des Vertrags für das Haushalt ist der Leitfaden von Révolution Énergétique eine zusätzliche Hilfestellung.

FAQ: EDF-Vertrag und Aufladen eines Elektroautos

Muss man den Vertrag wechseln, wenn man auf Elektroantrieb umsteigt?

Nicht immer. Ein regelmäßiges Nachtladen rechtfertigt oft die Wahl eines Tarifs mit besonders günstigen Zeiten oder des Tempo-Tarifs. Bei geringer Fahrleistung ist der Vorteil geringer.

Ist es lohnenswert, nachts aufzuladen?

Ja, in den meisten Fällen. Die Nacht fällt in die Niedrigverbrauchszeiten, in denen der Preis pro kWh günstiger ist. Tempo nutzt diesen Vorteil an den blauen Tagen noch stärker aus.

Sind die Tempo-Preise im Jahr 2026 gestiegen?

Ja. Seit dem 1. August 2026 gilt ein neues Tarifsystem. Der Anstieg beträgt etwa 2 bis 3 %. Der rote Preis in den Hochverbrauchszeiten steigt auf 0,7295 € pro kWh.

Kann man an einem roten Tag aufladen, ohne in die Pleite zu geraten?

Ja, indem man auf die Niedrigverbrauchszeiten achtet. Der rote Preis nachts bleibt bei 0,1615 €, was dem blauen Tarif nahekommt. Es genügt, die Aufladung nach 22 Uhr zu planen.

Fazit

Für Fahrer, die nachts aufladen, hält Tempo sein Versprechen. Die jährlichen Einsparungen übersteigen oft die Hundert-Euro-Marke. Das einzige Gebot: Die 22 roten Tage im Voraus berücksichtigen. Außerhalb dieser Falle bleibt die Option ein Verbündeter des Strombudgets.

Und Sie – welchen Abonnementtyp haben Sie gewählt, um Ihr Elektroauto aufzuladen? Kannten Sie die Tempo-Option bereits vor diesem Artikel?