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EDENenergy baut Energiespeichersysteme aus gebrauchten E-Scooter-Batterien.

EDENenergy baut Energiespeichersysteme aus gebrauchten E-Scooter-Batterien.

Das in Freiburg ansässige Startup EDENenergy entwickelt stationäre kommerzielle Energiespeichersysteme aus gebrauchten E-Scooter- und E-Bike-Batterien. Das erste Speichersystem mit einer Kapazität von 70 kWh wurde bereits ausgeliefert. In Zukunft könnten auch verschiedene Batterietypen integriert werden.

Die ersten getesteten gebrauchten Batterien zeigten immer noch mehr als 90 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität.

Bild: EDENenergy

EDENenergy, ein Startup, das vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hervorgegangen ist, hat zum Ziel, gebrauchte Batterien aus dem Bereich der Mikromobilität eine zweite Lebensphase zu geben. Um dies zu erreichen, entwickelt das in Freiburg ansässige Unternehmen modulare Energiespeichersysteme für gewerbliche und industrielle Kunden. Mitte Oktober wurde das erste Speichersystem mit einer Kapazität von 70 kWh an einen Kunden ausgeliefert.

Das System integriert 112 gebrauchte E-Scooter-Batterien, die in Reihe miteinander verbunden sind. Vor der Inbetriebnahme werden die Batterien hinsichtlich ihres technischen Zustands getestet. Laut dem Unternehmen übertrafen die ersten Ergebnisse die Erwartungen: Von insgesamt etwa 350 getesteten Batterien lag die verbleibende Kapazität teilweise deutlich über 90 Prozent. Ursprünglich hatte EDENenergy mit einem Gesundheitszustand von 80 Prozent kalkuliert.

Die technische Grundlage bilden die Leistungselektronik-Systeme, die am Fraunhofer ISE entwickelt wurden. Diese Technologie ermöglicht es, Batterien unterschiedlicher Formfaktoren sowie mit variablen Batteriemanagementsystemen zu einem einzigen stationären Speichersystem zu kombinieren, ohne die einzelnen Batterien demontieren zu müssen. Derzeit ist EDENenergy jedoch hauptsächlich auf größere Lieferanten angewiesen, wie beispielsweise Betreiber von E-Scooter- und E-Bike-Flotten, um ausreichend Batterien derselben Art zu erhalten.

EDENenergy plant Speichersysteme mit bis zu 300 kWh

Ein Vorteil des modularen Konzepts ist die Ersetzbarkeit der Batterien. EDENenergy überwacht die einzelnen Module aus der Ferne und kann sie bei Bedarf während des Betriebs ersetzen. Dieser Ansatz dient dazu, die Speicherkapazität langfristig auf einem konstanten Niveau zu halten. Das Unternehmen erwartet, auch nach zehn Jahren weiterhin eine Kapazität von 70 kWh bereitstellen zu können. Batterien, die nicht mehr nutzbar sind, werden anschließend zur Recyclung geschickt.

Ursprünglich richtet sich das Angebot an kleine und mittlere Unternehmen mit eigenen Photovoltaikanlagen, die ihren Eigenverbrauch erhöhen oder Spitzenlasten verringern möchten. EDENenergy sieht auch Anwendungsmöglichkeiten für kommunale Versorgungsunternehmen und Energiehändler. Langfristig strebt das Start-up an, seine Speichersysteme auf Kapazitäten von bis zu 300 kWh auszubauen.

Eine Herausforderung bleibt die Vielfalt der verfügbaren Batterien. Für jede neue Batterietyp muss man Anschlüsse, das Batteriemanagement sowie Kommunikationsprotokolle anpassen. Langfristig betrachtet hält EDENenergy daher einheitliche Kommunikationsstandards sowie klare rechtliche Rahmenbedingungen für unerlässlich, um Mobilbatterien stationär wiederverwenden zu können.

Auch andere Unternehmen arbeiten daran, gebrauchte Batterien aus der Mikromobilität neu zu nutzen. So einigten sich beispielsweise im Jahr 2025 der E-Scooter-Vermieter Lime und der US-amerikanische Batterierecycler Redwood Materials darauf, bei der Batterierückgewinnung in Deutschland, den Niederlanden und den USA zusammenzuarbeiten. Während diese Initiative darauf abzielt, wertvolle Rohstoffe für neue Batterien zu gewinnen, konzentriert sich EDENenergy zunächst darauf, funktionsfähige Batterien in stationären Speichersystemen zu wiederverwenden, bevor sie zur Recyclung geschickt werden.

Zur weiteren Entwicklung sucht das Unternehmen zusätzliche Pilotkunden aus dem regionalen Wirtschaftssektor. Durch das Finanzierungsprogramm „Mittelstand trifft Start-ups“ in Baden-Württemberg können entsprechende Projekte Berichten zufolge zu 50 Prozent gefördert werden. EDENenergy erhält außerdem Unterstützung vom Sustainability Performance Centre sowie vom BW Pre-Seed-Programm. Der erste Investor ist Ulrich Prediger, Gründer von JobRad.