ECOFACTOR hat mit der ersten Station in Polen begonnen. Das Ziel sind 300 Standorte, zunächst AC in den Städten.

ECOFACTOR hat in Tychy seine erste Ladestation in Polen eröffnet und kündigte den Bau von mehr als 300 Stationen im Land an. Das Unternehmen gab außerdem bekannt, dass es hier als Betreiber eines öffentlichen LadeNetzwerks auftreten wird und nicht nur als Anbieter von Hardware und Software. Für Fahrer ist das ein Zeichen dafür, dass auf dem Markt ein weiterer Akteur hinzukommt, der nicht auf lange Fahrten setzt, sondern auf das tägliche Laden zu Hause, im Büro oder im Geschäft.
Bislang war ECOFACTOR in Polen hauptsächlich im Hintergrund tätig, im Bereich Hardware und Software für die Elektromobilität. Jetzt möchte es zum CPO werden, also zum Betreiber eines eigenen öffentlichen Netzwerks.
Der erste Standort ist bereits in Tychy in Betrieb. Der Plan ist einfach: Ausbau des Netzwerks auf mehr als 300 Ladepunkte in Polen. Das Unternehmen zielt nicht auf einzelne, verstreute Adressen ab, sondern auf eine stärkere Verteilung der Infrastruktur in bestimmten Städten. Dieser Ansatz kommt einer „Ladung auf dem Weg“ näher als der klassischen Suche nach einem freien Ladepfahl.
Zuerst langsameres Laden, dann DC an den sinnvollen Orten
ECOFACTOR gibt an, dass es in der ersten Phase hauptsächlich auf AC-Ladestationen konzentrieren wird. Es geht um Orte, an denen das Auto mehrere Stunden steht: Wohngebiete, Büros, Geschäfte, Parkplätze und Dienstleistungsorte.
Das klingt durchaus vernünftig. In der Stadt ist oft ein dichtes AC-Netzwerk nützlicher als eine beeindruckende DC-Ladestation am anderen Ende des Stadtteils.
Schnelles DC-Laden soll später dort eingeführt werden, wo die Nutzung des Standorts dies rechtfertigt und wo die technischen Bedingungen sowie die verfügbare Anschlussleistung es zulassen. Es werden also keine großen Versprechen von „überall und sofort“ gemacht. Das ist gut, denn Anschlüsse werden in der Regel von Marketingstrategien stark beeinflusst.
In der Mitteilung wurde auch ein Zitat von Tomasz Kloc, Regionaldirektor bei ECOFACTOR, wiedergegeben: „Wir wollen kein Netzwerk aufbauen, in dem der Fahrer seinen Tag um die Ladestation planen muss. Wir möchten, dass das Laden ein natürlicher Bestandteil des Alltags wird – zu Hause, bei der Arbeit, beim Einkaufen oder an anderen Orten, an denen das Auto ohnehin länger bleibt. Die erste in Betrieb genommene Station ist für uns ein symbolischer Beginn. Vor uns liegt die Entwicklung von mehr als 300 Stationen sowie der Aufbau einer echten, dichten Präsenz in den polnischen Städten.“
ECOFACTOR startet nicht von Null aus, doch das Ausmaß des Plans muss noch entwickelt werden
Das Unternehmen gibt an, auf 16 Märkten tätig zu sein, hat mehr als 25.000 AC- und DC-Ladestationen entworfen und hergestellt, und seine App wird von einer Community von über 400.000 EV-Fahrern genutzt. Zudem soll die ECOFACTOR-Plattform etwa 5.000 Ladepunkte betreuen und mit fast 850 CPO-Betreibern zusammenarbeiten.
Auf dem Papier sieht das sehr vielversprechend aus. Allerdings ist der Einstieg in die Rolle eines Betreibers eines eigenen Netzes in Polen ein ganz anderes Spiel als der Verkauf von Ausrüstung oder Backend-Lösungen für Dritte. Hier zählen das Tempo der Inbetriebnahme, die Servicequalität, die Preise und die Verfügbarkeit von Standorten – nicht nur die Anzahl der Märkte in der Präsentation.
Falls ECOFACTOR tatsächlich ein städtisches AC-Netz aufbauen und an den Orten mit hohem Verkehrsaufkommen DC-Anlagen einsetzen kann, könnte es sich neben den bereits in Polen tätigen bekannten Anbietern etablieren. Derzeit haben wir eine in Tychy betriebene Anlage sowie einen Plan für 300 weitere Standorte, sodass das Interessanteste noch vor uns liegt. Was denken Sie – macht ein hauptsächlich auf AC basierendes städtisches Netz heute noch Sinn, oder erwarten die Fahrer bereits in erster Linie DC?
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