Ebusco verringert seine Verluste erheblich.

Ebusco halbierte seine Verluste im ersten Halbjahr 2026 fast und erzielte zum ersten Mal seit 2022 einen positiven Bruttogewinn. Die Lieferungen bleiben jedoch schwach: Nur 16 Busse im Halbjahr im Vergleich zu 47 im Vorjahr.
In der ersten Hälfte des Jahres 2026 erzielte Ebusco einen Umsatz von 22,0 Millionen Euro, verglichen mit 28,2 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allerdings verzeichnete das Unternehmen eine deutliche Verbesserung seines Bruttogewinns. In der ersten Hälfte von 2025 lag dieser bei einem Verlust von 6,2 Millionen Euro, während er nun bei einem Gewinn von 6,1 Millionen Euro liegt. Dies entspricht einer Bruttomarge von 27,8 Prozent. Wenn man eine einmalige Bestellung für ein Batteriemanagementsystem (BMS) ausschließt – die drei Millionen Euro zum Umsatz beitrug – beträgt die Marge 16,3 Prozent.
Ebusco ist es ebenfalls gelungen, seine Verluste zu verringern: Der EBITDA-Verlust sank von 36,2 Millionen Euro auf 17,9 Millionen Euro, während der Nettogewinn von 46,1 Millionen Euro auf 24,9 Millionen Euro zurückging. Diese Verbesserung wird dem laufenden Kostensenkungsprogramm zugeschrieben: Die Betriebskosten wurden um fast 20 Prozent auf 27,6 Millionen Euro reduziert, und die Anzahl der Vollzeitstellen sank von 282 Ende 2025 auf 248 bis Ende Juni. Allerdings spiegelt die Lieferleistung weiterhin betriebliche Schwächen wider: Ebusco lieferte im ersten Halbjahr nur 16 Busse aus, verglichen mit 47 im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wobei bis Mitte August drei weitere Busse übergeben wurden.
Von den 77 bestellten Fahrzeugen werden voraussichtlich die meisten im vierten Quartal ausgeliefert, obwohl einige bereits auf das erste Quartal 2027 verschoben wurden. Ebusco nennt die angespannte Situation bei Umlaufkapital und Liquidität als Hauptgrund, obwohl das Unternehmen im April ein Finanzierungsprogramm im Wert von etwa 27,4 Millionen Euro erhalten hat. Dennoch sanken die liquiden Mittel von 7,4 Millionen Euro auf 2,1 Millionen Euro, und das Eigenkapital fiel auf minus 14,8 Millionen Euro.

Weitere Finanzierung – sowie ein teilweiser Verkauf – stehen beide auf der Tagesordnung
Ebusco arbeitet daher derzeit daran, zusätzliche Finanzierung zu sichern. Zu den Plänen gehört ein Kreditrahmen in Höhe von rund 30 Millionen Euro mit einem asiatischen Partner, der vom Batteriehersteller und Ebusco-Aktionär Gotion garantiert wird. Zudem laufen Gespräche mit einem Aktionär bezüglich einer kurzfristigen Liquiditätslösung. Sollte keine dieser Optionen Realität werden, warnt das Unternehmen vor erheblichen Schwierigkeiten bei der Erfüllung seiner Verpflichtungen und weist auf erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der Fortsetzung seines Betriebs hin.
Die Zahlen spiegeln auch den Fortschritt der laufenden Umstrukturierung von Ebusco wider: Das Unternehmen hat seinen Übergang von einem traditionellen Fahrzeughersteller zu einem sogenannten Original Equipment Designer (OED) größtenteils abgeschlossen. Der Busbau wird zunehmend an Auftragsfertiger in Asien ausgelagert, während Ebusco sich auf Entwicklung, Endmontage und Kundenservice konzentriert. Im Juli präsentierte Ebusco seinen ersten Ebusco 3.0 – einen 18 Meter langen batterieelektrischen Bus, der vom chinesischen Auftragsfertiger Golden Dragon für einen europäischen Kunden hergestellt wurde. Wichtig ist, dass die Endmontage sowie die Lieferinspektionen weiterhin in den Niederlanden und Frankreich stattfinden.

Gleichzeitig sucht Ebusco nach einer strategischen Lösung für sein Busgeschäft. Anfang dieses Jahres bestätigte das Unternehmen Gespräche mit potenziellen Investoren bezüglich des Erwerbs einer Mehrheitsbeteiligung. Möglichkeiten sind der Verkauf eines kontrollierenden Anteils oder die Gründung eines Joint Ventures, doch bislang wurde kein verbindlicher Vertrag geschlossen. Zudem entsteht Druck durch die kürzliche Stornierung einer Bestellung von 23 batterieelektrischen Bussen durch die Verkehrsbetriebe Potsdam, deren Gültigkeit von Ebusco in Frage gestellt wird. Abzüglich dieser Bestellung umfasst das aktuelle Auftragsbuch des Unternehmens 198 Fahrzeuge, darunter 80 feste Bestellungen und 118 Stornierungsanfragen, wobei keine Garantie dafür besteht, dass diese in feste Bestellungen umgewandelt werden.