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Sonstiges

Ebusco erhält sechs Millionen Euro von Bestandsaktionär

Ebusco erhält sechs Millionen Euro von Bestandsaktionär

Der finanziell angeschlagene E-Bus-Hersteller Ebusco erhält sechs Millionen Euro von seinem Bestandsaktionär Rhein Holding. Ende Juni verfügte das Unternehmen nur noch über 2,1 Millionen Euro liquide Mittel. Parallel arbeitet Ebusco an einer Finanzierung über rund 30 Millionen Euro.

Noch bei der Vorlage seiner Halbjahreszahlen am vergangenen Freitag hatte Ebusco mitgeteilt, mit einem seiner Aktionäre über eine kurzfristige Liquiditätslösung zu verhandeln. Nun ist klar, dass es sich dabei um Rhein Holding B.V. handelt. Der bestehende Anteilseigner hat sich verpflichtet, insgesamt sechs Millionen Euro Eigenkapital in Ebusco zu investieren, in zwei Tranchen zu jeweils drei Millionen Euro. Die erste soll in den kommenden Tagen fließen, die zweite noch vor Ende August.

Für die Investition gibt Ebusco 31.725.049 neue Stammaktien zu einem Stückpreis von 0,189125 Euro aus, ein Abschlag von rund 15 Prozent auf den Schlusskurs vom 14. August von 0,2225 Euro. Rhein Holding hält derzeit rund 5,1 Prozent an Ebusco, nach Abschluss der Kapitalmaßnahme soll der Anteil auf etwa 16,6 Prozent steigen. Damit erhält Rhein Holding auch das Recht, ein Mitglied für den Ebusco-Aufsichtsrat zu nominieren, die Ernennung muss allerdings noch von den Aktionären auf einer Hauptversammlung bestätigt werden. Für die Aktien gilt eine Haltefrist von 90 Tagen.

Die sechs Millionen Euro kommen für Ebusco zu einem wichtigen Zeitpunkt. Der niederländische E-Bus-Anbieter konnte seine Verluste im ersten Halbjahr zwar deutlich reduzieren und erstmals seit 2022 wieder eine positive Bruttomarge erzielen, die finanzielle Situation bleibt jedoch angespannt. Die liquiden Mittel gingen von 7,4 auf nur noch 2,1 Millionen Euro zurück, der Nettoverlust lag bei 24,9 Millionen Euro und das Eigenkapital bei minus 14,8 Millionen Euro. Auch operativ zeigen sich die Folgen, im ersten Halbjahr lieferte Ebusco lediglich 16 Busse aus, im Vorjahreszeitraum waren es 47 Busse. Ein Teil der ausstehenden Auslieferungen wurde bereits auf das erste Quartal 2027 verschoben.

Liquiditätslage bleibt angespannt

Die nun vereinbarte Kapitalerhöhung ist deshalb nur ein Teil einer größeren Finanzierungslösung. Parallel arbeitet Ebusco weiterhin an einer Letter-of-Credit-Fazilität über rund 30 Millionen Euro mit einem asiatischen Partner, abgesichert durch eine Garantie des chinesischen Batterieherstellers und Ebusco-Aktionärs Gotion. Die finale Dokumentation steht allerdings noch aus.

Unabhängig von den kurzfristigen Finanzierungsmaßnahmen läuft zudem die Sanierung weiter: Ebusco hat seinen Umbau vom klassischen Fahrzeughersteller zum sogenannten Original Equipment Designer (OED) inzwischen weitgehend vollzogen, die Montage wird zunehmend von Auftragsfertigern in Asien übernommen, während sich das Unternehmen auf Entwicklung, Endarbeiten und Kundenservice konzentriert. Parallel sucht Ebusco weiterhin nach einer strategischen Lösung für sein Busgeschäft. Möglich sind sowohl der Verkauf einer kontrollierenden Beteiligung als auch ein Joint Venture. Eine verbindliche Vereinbarung gibt es aber bislang nicht.