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Test der Porsche Macan GTS-Update – Macan GTS oder Cayenne S?

Test der Porsche Macan GTS-Update – Macan GTS oder Cayenne S?

Unser „Macannetje“ macht ziemlich viel Wind. Während unseres Langzeittests des Porsche Macan GTS stellten uns zwei Personen unabhängig voneinander dieselbe Frage: Soll ich mir einen Porsche Macan GTS kaufen oder lieber den neuen Cayenne S Electric? Eine schwierige Entscheidung. In der Zwischenzeit regnet es endlich wieder – und das ist überraschend angenehm.

Powerslides im Regen

Was stellt sich heraus? Mit dem Macan GTS kann man im Regen wunderbar Drift fahren. Elektroautos, insbesondere elektrische SUVs mit Allradantrieb, sind nicht gerade für ihr Talent zu schönen Powerslides bekannt. Wegen der monatelangen Trockenheit hatten wir eigentlich noch nicht daran gedacht. Doch als es letzte Woche endlich wieder nass wurde und wir eine Kurve etwas fester nahmen, drehte sich der hintere Teil plötzlich schön um.

Nicht übertrieben, denn das PSM, Porsches elektronisches Stabilitätsystem, griff tadellos ein. Dennoch lässt das System ziemlich viel Spielraum zu – der hintere Teil darf gerne ein Stück ausbrechen, bevor die Elektronik eingreift. Es gibt Elektroautos, bei denen man das Stabilitätsystem nicht deaktivieren kann, aber bei Porsche geht diese Überwachung glücklicherweise nicht so weit.

Auf der Mittelkonsole befindet sich eine physische Taste, mit der man das PSM ausschalten kann. Dann stellt sich heraus, dass der GTS überraschend leicht in einen kontrollierten Drift gebracht werden kann. Mit dem Gaspedal lässt sich die Leistung hervorragend dosieren. Das klingt selbstverständlich, doch bei elektrischen Antriebssträngen ist diese Präzision längst nicht immer gegeben. Die enorme und sofort verfügbare Drehmomentmenge macht es manchmal schwierig, das Auto genau so zu steuern, wie man es möchte.

Auf dem Macan GTS ist das anders. Das Gleichgewicht stimmt, die Lenkung ist präzise und die Reaktion auf das Gaspedal gut vorhersehbar. Dadurch lässt sich ein Drift nicht nur leicht einsetzen, sondern auch auffallend gut halten. Unterhaltsam – und vor allem sehr passend zum Markenimage von Porsche.

Dauertest Porsche Macan GTS 2026

Eine Bremsmaßnahme, die völlig unnötig war

Trotzdem gab es kürzlich während unseres Dauertests mit dem Porsche Macan GTS auch einen Moment des Schreckens. Ich fuhr mit normaler Geschwindigkeit über eine Rundung. Entlang dieser Rundung verlief ein Radweg, auf dem zwei Fahrradfahrer unterwegs waren. Nichts Besonderes, würde man denken. Doch die Sicherheitssysteme des Macan sahen das ganz anders.

Auch wenn zwischen dem Porsche und den Radfahrern ein Grünstreifen lag, ging das Auto offensichtlich davon aus, dass eine Kollision drohte. Infolgedessen kam es zu einem heftigen, völlig unerwarteten Bremsmanöver. Die Elektronik bewertete die Situation falsch, und ich erschrak zu Tode.

Danach wurde mir zwei Dinge klar. Erstens wird es noch eine Weile dauern, bis wir alle vollständig autonom von A nach B fahren können. Zweitens funktionieren selbst bei Porsche, mit all dem Wissen und der Erfahrung des Unternehmens, solche Systeme offensichtlich nicht immer fehlerfrei. Es handelte sich schließlich nicht einmal um einen beinahe Unfall – es war einfach nichts los. Gerade deshalb war diese plötzliche Bremsreaktion so bemerkenswert.

Dauertest Porsche Macan GTS 2026 (8)

Lange Testfahrt mit dem Porsche Macan GTS: Auch auf langen Strecken überzeugend

Nach der letzten Woche sind wir mit dem Macan GTS zum Autosalon von Paris gefahren. Eine gute Gelegenheit, erneut zu erleben, wie sich der Porsche auf längeren Strecken verhält. Sowohl auf dem Hinweg als auch auf dem Rückweg haben wir einmal an einer Schnellladestation angehalten. Dabei haben wir die 100 kWh große Akkupackung auf etwa zehn Prozent entladen.

Der Macan GTS kann mit maximal 270 kW schnell geladen werden und erreicht diese Leistung unter den richtigen Bedingungen ohne große Mühe. Angenehm ist, dass man auf dem zentralen Bildschirm sehen kann, welche Ladeleistung das Auto zum jeweiligen Zeitpunkt aufnehmen kann. Je mehr der Akku entleert wird, desto höher steigt die potenzielle Ladeleistung. So weiß man besser, wann es sinnvoll ist, eine Ladepause einzulegen.

Was während der Fahrt nach Paris ebenfalls auffiel, ist, wie viele Schnellladestellen es mittlerweile entlang der Strecke gibt. Insbesondere Fastned trifft man immer häufiger an. Die Zeit, in der man sich für eine lange Elektrofahrt ausführlich alle Ladepunkte vorbereiten musste, liegt bereits weit hinter uns.

Trotzdem ist nicht alles perfekt. Das Navigationsystem des Macan reagiert ziemlich langsam, wenn man einen vorgeschlagenen Ladepunkt ignoriert. Der Porsche wählt offensichtlich Sicherheit und leitet einen zu einem Schnelllader, sobald der Akkustand auf etwa zwanzig Prozent abgesunken ist.

Aber wenn man glaubt, den nächsten Ladeplatz noch erreichen zu können, wie ich es, etwas stur, tue, schickt die Navigation einen noch lange Zeit zurück zum zuvor vorgeschlagenen Ladeort, anstatt direkt eine neue Route zum nächsten Ladeplatz zu berechnen. Das könnte klüger sein, besonders in einem Auto dieser Klasse.

Langlebigkeitstest Porsche Macan GTS – Porsche Macan GTS während des dritten Langlebigkeitstest-Updates
Langlebigkeitstest Porsche Macan GTS – Innenraum
Langlebigkeitstest Porsche Macan GTS – Innenraum
Langlebigkeitstest Porsche Macan GTS – Innenraum
Langlebigkeitstest Porsche Macan GTS – Innenraum

Macan GTS oder Cayenne S Electric?

In letzter Zeit erhalten wir erstaunlich oft Fragen zur Entscheidung bei der Wahl eines neuen Autos. So rief kürzlich ein netter Unternehmer aus Friesland an. Er wollte einen Porsche SUV kaufen, zögerte aber zwischen dem Macan GTS und dem neuen Cayenne.

Das sind wirklich interessante Fragen. Meine Nachbarin nennt solche Dilemmata immer „Champagnerprobleme“. Und da hat sie natürlich recht. Doch es bleibt eine interessante Entscheidung, die zudem nicht so einfach zu treffen ist.

Ich kenne beide Autos inzwischen ziemlich gut. Der Cayenne ist das neueste der beiden und beeindruckt vor allem mit seinen Ladeleistungen. An einem geeigneten DC-Ladegerät kann er bis zu 390 kW erreichen. Der Macan GTS bleibt bei maximal 270 kW hängen, was unterwegs aber keineswegs als Einschränkung empfunden wird.

Falls man sich für den Cayenne entscheidet, würde ich auf jeden Fall die S Electric-Version wählen. Diese verfügt dank Launch Control über 666 PS, im Vergleich zu 571 PS beim Macan GTS. Der elektrische Cayenne ist nämlich ein so gutes Auto, dass er meiner Meinung nach auch eine beträchtliche Leistung benötigt. Dafür steht natürlich ein höherer Preis. Der Cayenne S Electric kostet über 131.000 Euro, während der Macan GTS bei 110.600 Euro beginnt. Ein ziemlicher Unterschied. Persönlich finde ich außerdem den Cayenne Coupé schöner als den normalen Cayenne, aber das ist eine Frage des Geschmacks.

Miine Wahl bleibt der Macan GTS

Welches der beiden würde ich letztendlich selbst kaufen? Dennoch den Macan GTS. Nicht weil der Cayenne versagt, im Gegenteil. Sondern weil ich immer noch besonders vom reichhaltigen Charakter des Macan beeindruckt bin.

Die Art und Weise, wie er eine kurvige Straße meistert, die Präzision der Lenkung und vor allem das Engagement, das man als Fahrer verspürt, machen ihn besonders. Man fährt hier nicht einfach nur in einem schnellen Elektro-SUV. Der Macan GTS lädt einen wirklich ein, selbst zu fahren und dabei auch etwas Mühe zu investieren.

Der Cayenne ist größer, schwerer und in einigen Punkten moderner. Insbesondere beim Schnellladen hat er einen Vorteil. Doch der Macan wirkt etwas leichtfüßiger und direkter. Und genau das ist für mich der entscheidende Faktor.

Ach, wie meine Nachbarin sagen würde: Champagnerprobleme. Aber wirklich sehr angenehme.

Text: Werner Budding