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DS N°4 oder Renault Scenic – welches sollte man kaufen? Der Unterschied zeigt sich, wenn die Kilometeranzahl steigt.

DS N°4 oder Renault Scenic – welches sollte man kaufen? Der Unterschied zeigt sich, wenn die Kilometeranzahl steigt.

Stellen Sie sich vor, Sie haben etwa 40.000 Euro zur Verfügung, um ein neues Elektroauto zu kaufen. Sie wünschen sich mehr als 200 PS, suchen etwas anderes als die üblichen Angebote und möchten außerdem, dass es von einem europäischen Hersteller stammt. In diesem Szenario erscheinen der Renault Scenic und der DS N°4 als zwei sehr interessante Alternativen, obwohl jeder von ihnen eine völlig unterschiedliche Auffassung davon hat, was ein Elektroauto bieten sollte.

Beide Modelle teilen Leistung, Preis und eine elektrische Philosophie, aber kaum etwas anderes. Der Renault Scenic setzt eindeutig auf Raumausnutzung, Reichweite und Praktikabilität, während der DS N°4 aus einer viel emotionaleren Perspektive überzeugen will – mit einem exklusiveren Design, einem hochwertigeren Innenraum und einer besonders komfortablen Federung. Es handelt sich letztendlich um einen Kampf zwischen Verstand und Herz.

Der DS N°4 ist zudem ein besonders interessantes Angebot in seiner Kategorie. Mit der Neuauflage des Modells änderte DS Automobiles nicht nur seinen Namen, sondern führte erstmals eine elektrische Version ein. Während andere Kompaktmodelle traditioneller Premium-Marken wie der Audi A3 oder der BMW Serie 1 weiterhin auf Verbrennungsmotoren angewiesen sind, bietet das französische Modell eine elektrische Alternative.

Aber der DS N°4 steht nicht allein da. Für einen ähnlichen Preis gibt es zahlreiche Alternativen, und innerhalb der Stellantis-Gruppe hat er sogar den Peugeot e-308 als direkten Konkurrenten. In diesem Fall ist der Vergleich mit dem Renault Scenic besonders interessant, denn beide Fahrzeuge bieten eine ähnliche Leistung, verfolgen jedoch völlig unterschiedliche Konzepte.

Zwei sehr unterschiedliche Ansätze zur Interpretation eines Elektrofahrzeugs

DS N°4 oder Renault Scenic – welches sollte man kaufen? Der Unterschied zeigt sich erst bei zunehmenden Kilometern

Die Unterschiede sind bereits von außen zu erkennen. Der Renault Scenic ist 4,47 Meter lang, während der DS N°4 4,40 Meter misst. Der Renault ist außerdem breiter und vor allem höher, wodurch er den Eindruck eines viel geräumigeren Fahrzeugs vermittelt. Er wirkt nicht wie ein herkömmlicher Kombiwagen: Renault hat sein Design intensiv weiterentwickelt, um daraus einen Crossover zu machen, der sich zwischen einem Kompaktwagen und einem SUV befindet.

Der DS N°4 spielt in einer anderen ästhetischen Liga. Mit 4,40 Metern Länge, 1,87 Metern Breite und etwa 1,49 Metern Höhe weist er eine viel niedrigere und sportlichere Silhouette auf. Obwohl er den Kern eines kompakten Fünftürers beibehält, ist sein Design weitaus raffinierter als das eines Peugeot 308 oder eines Opel Astra. Interessanterweise weisen die beiden Fahrzeuge, wenn sie nebeneinander stehen, mehr Gemeinsamkeiten auf, als man vermuten könnte – insbesondere in ihren schmal zulaufenden vorderen Lichtgruppen sowie in der Form der Leuchtsignatur.

Innen treten wieder zwei deutlich voneinander unterschiedliche Philosophien zutage. Der Renault Scenic setzt auf ein modernes, aber durchaus funktional gestaltetes Design mit einem großen vertikalen Bildschirm für das Multimedia-System sowie mehreren physischen Bedienelementen für die häufigsten Funktionen. Die Gesamtanordnung ist leicht verständlich, und das Multimedia-System gehört zu den Stärken des Autos. Es gibt jedoch einen Punkt, der frustrierend sein kann: Der Schalthebel hinter dem Lenkrad ist zu hoch angebracht und unpraktisch, sodass er während des Tests dazu führte, dass aus Versehen die Scheibenwischer aktiviert wurden, als man versuchte, in den Rückwärtsgang zu schalten.

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Der DS N°4 bietet ein weitaus beeindruckenderes Innenleben. Die Verarbeitungsqualität, die Materialien sowie die Sorgfalt bei den Details sprechen eindeutig für ihn. DS Automobiles wollte, dass sein Kompaktwagen eine fast höherwertige Atmosphäre erhält – mit viel aufwendigeren Polstern und Verzierungen. Das Problem tritt jedoch beim实际 Gebrauch auf: Das Multimediasystem ist schlechter organisiert, und einige Funktionen erfordern mehr Schritte als nötig. Die Klimaanlage ist ein gutes Beispiel dafür: Obwohl es physische Bedienelemente für bestimmte Funktionen gibt, muss man zur Temperaturregulierung auf den Bildschirm zurückgreifen.

Und hier zeigt sich einer der größten Unterschiede zwischen den beiden Autos. Der DS N°4 ist luxuriöser, doch der Renault Scenic ist praktischer. Der Unterschied im Platzangebot ist erheblich, insbesondere auf den Rücksitzen. Der Scenic bietet viel mehr Platz für die Passagiere und gewinnt auch deutlich bei der Kofferraumkapazität – mit 545 Litern gegenüber 390 Litern beim DS N°4. Auf den Vordersitzen bieten beide jedoch ein hohes Komfortniveau.

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Beim Fahren gewinnt der DS etwas von dem verlorenen Bodenkontakt zurück. Die Federung ist eines der großen Pluspunkte dieses Modells und erinnert an die Tradition von DS Automobiles, maximalen Komfort zu bieten. Die Federung dämpft Unebenheiten, Schlaglöcher und Hindernisse sehr sanft, wird aber nicht zu einem übermäßig weichen Auto in Kurven. Es handelt sich um eine sehr gelungene Kombination.

Das Lenkverhalten hingegen ist nicht auf dem gleichen Niveau. Bei hohen Geschwindigkeiten wirkt es um die Mittelposition herum zu leicht und langsam, was auf längeren Strecken ermüdend sein kann. Der Renault Scenic bietet eine festere und etwas dynamischere Einstellung. Er ist nicht unangenehm in der Handhabung und bietet ein sehr überzeugendes Gleichgewicht zwischen Komfort und Stabilität. Zudem ist sein Lenkverhalten vorhersehbarer und gibt bessere Informationen darüber, was das Auto tut.

Auch bei den Systemen zur Fahrerunterstützung gibt es kleine Unterschiede. Beide funktionieren einwandfrei, wobei der DS N°4 einen interessanten Vorteil für diejenigen bietet, die nicht ständig vom Auto korrigiert werden möchten: Es ist einfacher, bestimmte Warn- und Eingriffsfunktionen deaktivieren zu können.

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Was die Leistungsmerkmale angeht, sind beide Modelle mehr als ausreichend für den täglichen Gebrauch. Der getestete Renault Scenic verfügte über einen 220 PS starken Elektromotor, der mehr als 1.800 Kilogramm bewegen musste. Dennoch konnte er in 7,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Der DS N°4 mit 213 PS und einem Gewicht von rund 1.700 Kilogramm schaffte es, diese Zeit auf 7,1 Sekunden zu verkürzen und erreichte eine Geschwindigkeit von 190 km/h.

Ursprünglich scheint der DS etwas schneller zu sein. In der Praxis ist der Unterschied zwischen den beiden gering, und keines der Fahrzeuge kann als leistungsschwach angesehen werden. Tatsächlich sorgt die straffere Federung des Scenic dafür, dass der Renault trotz seiner größeren Abmessungen ein etwas sportlicheres Fahrgefühl vermittelt.

Ein wirklich bedeutender Unterschied besteht bei der Batterie. Der im Test eingesetzte Scenic war mit einer 87 kWh großen Batterie ausgestattet, während der DS N°4 über eine batterie mit geringerer Kapazität verfügte. Bei den Spezifikationen der getesteten Fahrzeuge erreichte der Renault eine WLTP-Reichweite von bis zu 625 Kilometern, im Vergleich zu etwa 450 Kilometern beim DS. Dieser Unterschied wird besonders wichtig, wenn man die Stadt verlässt und lange Fahrten antritt.

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Der Unterschied liegt nicht nur in der Batteriekapazität. Der Renault bietet außerdem eine höhere Ladeleistung, mit über 150 kW im Vergleich zu den 120 kW des DS, und verfügt serienmäßig über eine Wärmepumpe.

Und nun zum Preis, der genau der Punkt ist, an dem dieser Vergleich interessanter wird. Der Renault Scenic kostet in Spanien ab 41.160 Euro, während der DS N°4 ab 46.000 Euro zu haben ist.

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Der Unterschied ist größer, da der Renault serienmäßig Elemente wie eine Wärmepumpe, beheizbare Vordersitze, einen beheizbaren Lenkrad, ein kabelloses Ladegerät für das Telefon sowie Schlüssellos-Zugang bietet.

Deshalb ist das Fazit dieses Vergleichs ziemlich einfach. Der DS N°4 hat sehr überzeugende Argumente für diejenigen, die ein anderes Auto suchen – mit einem exklusiveren Design, einem luxuriöseren Innenraum und einer besonders komfortablen Federung. Es ist das Auto, das wahrscheinlich diejenigen wählen würden, die mit dem Herzen kaufen.

Der Renault Scenic hingegen ist die rationalere Wahl. Er bietet mehr Platz, einen deutlich größeren Kofferraum, längere Reichweite sowie eine erheblich größere Batterie, dazu noch eine sehr umfangreiche Seriausstattung. Er ist nicht so außergewöhnlich wie der DS N°4, doch wenn es um den täglichen Gebrauch und insbesondere um lange Fahrten geht, setzt sich der Renault letztendlich durch. In diesem französischen Duell gewinnt der Verstand über das Herz.

Renault Scenic E-Tech

DS N°4 E-TENSE

Länge

4,47 m

4,40 m

Leistung

220 PS

213 PS

0-100 km/h

7,9 s

7,1 s

Batterie des getesteten Modells

87 kWh

kleinere Kapazität

WLTP-Reichweite im Test

bis zu 625 km

bis zu 450 km

Kofferraumvolumen

545 Liter

390 Liter

Fokus

Platz, Reichweite und Praktikabilität

Design, Luxus und Komfort

Preise in Spanien

ab 41.160 Euro

ab 46.000 Euro