Der Denza Z kommt ab 142.900 Pfund nach Europa. Auf dem Papier ist er schneller und günstiger als der 911 Turbo S.

BYD hat nach dem Goodwood Festival of Speed in Großbritannien Bestellungen für die Denza Z aufgenommen. Das Elektrofahrzeug kostet ab 142.900 Pfund, hat eine Leistung von 1.604 PS und erreicht in der Racing-Version in 1,96 Sekunden eine Geschwindigkeit von 100 km/h.
Es handelt sich dabei um einen direkten Angriff auf Porsche, Mercedes und BMW. Gleichzeitig ist dies der erste Moment, in dem die Denza nicht mehr nur ein exotisches Extra zu BYD ist, sondern im europäischen Premium-Segment mitspielt.
1.604 PS, drei Motoren und 800 V
Die Denza Z ist in drei Varianten erhältlich: Coupe, Spider und Racing. Alle basieren auf der e3-Plattform, verfügen über drei Motoren, einen Drehmoment von 1.240 Nm sowie denselben BYD Blade Battery 2.0-Akku mit einer Kapazität von 76 kWh.
Die leistungsstärkste Version des Racing mit optionalen Halbslick-Reifen erreicht 0–100 km/h in 1,96 s. Das Coupe benötigt 2,25 s, der Spider 2,30 s. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit für das Racing beträgt 250 km/h. Die Leistung ist beeindruckend, die Batteriekapazität hingegen weniger – 76 kWh bei solch hoher Leistungsfähigkeit deuten eher auf ein Fahrzeug für Sprinte als auf einen Autobahn-Raser hin.
BYD setzt hier zusätzlich sein eigenes steer-by-wire-System sowie eine Disus-M-Federung mit magnetoreologischen Dämpfern ein. Der Hersteller prahlt außerdem mit Funktionen wie dem „Tanzen“ des Fahrzeugs oder dem Überwinden von Hindernissen. Beeindruckend – doch für den europäischen Kunden ist es wichtiger zu wissen, wie all das nach 20.000 km funktioniert, und nicht nur im Showmodus.
Günstiger als der Porsche 911 Turbo S, aber mit chinesischem „Star“ im Preis
In Großbritannien sehen die Preise wie folgt aus:
Coupe: 142.900 Pfund
Spider: 159.900 Pfund
Racing: 172.900 Pfund
Zum Vergleich startet der Porsche 911 Turbo S bei 199.100 Pfund. Das bedeutet, der Spitzenmodell Denza Z Racing ist um 26.200 Pfund günstiger und soll auf dem Papier beim Sprint auf 100 km/h schneller sein, da Porsche 2,5 Sekunden angibt.
In China sind die Unterschiede noch interessanter. Der Denza Z Coupe kostet ab 680.000 RMB, der Spider ab 780.000 RMB und der Racing ab 1,18 Millionen RMB. Das sind etwa 100.000, 115.000 und 175.000 Dollar – Europa zahlt also einen klassischen Aufpreis für Transportkosten, Zölle und die Markenpositionierung. Einen großen Aufpreis.
Laut WLTP beträgt die Reichweite beim Coupe 410 km, beim Spider 400 km und beim Racing 380 km. Alle Versionen nutzen die 800-V-Architektur sowie das BYD Flash Charging-System. Der Hersteller gibt eine Aufladung von 10 auf 70 Prozent in 5 Minuten sowie von 10 auf 97 Prozent in 9 Minuten an. Auf dem Papier ist das fantastisch – in der Praxis muss man jedoch noch die Spitzenleistung, die Ladekurve und die Batterietemperatur sehen, denn allein die Prozentwerte sagen noch nichts aus.
Das Auto hat eine Länge von 4.780 mm, eine Breite von 1.990 mm, eine Höhe von 1.350 mm und einen Radstand von 2.780 mm. Es ist daher etwas größer als der Porsche 911 und in seinen Abmessungen eher dem Mercedes-AMG GT Coupe ähnlich.
BYD behauptet, dass es seit Beginn des Verkaufs innerhalb von 5 Tagen mehr als 1.000 Bestellungen erhalten hat. Das ist noch kein Beweis dafür, dass Europa chinesische Supersportwagen in großem Maßstab kaufen wird, aber das Signal ist klar: Denza ist nicht hier, um nur eine Kuriosität zu sein. Wer hat heute auf dem Papier das bessere Paket – die Denza Z oder der Porsche 911 Turbo S?
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