Die Denza N8 verfügt über eine CLTC-Reichweite von 1003 km sowie einen Akku mit einer Kapazität von 130,15 kWh. BYD setzt hier auf Displays und Zahlen.

BYD hat das Interieur des neuen elektrischen Denza N8 vorgestellt und die Reichweite von 1003 km nach dem CLTC-Standard in der Top-Version bestätigt. Das Auto soll bereits im September 2026 in China in den Verkauf kommen, ausgestattet mit einer 130,15 kWh großen LFP-Batterie sowie der Möglichkeit, den Akku in 9 Minuten von 10 auf 97 Prozent aufzuladen.
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Auf dem Papier sieht das wie ein Angriff auf die Spitzengruppe der großen, luxuriösen SUVs aus China aus. Allerdings muss man hier sofort bei zwei Punkten einen Warnhinweis setzen: dem CLTC-Testzyklus und den Angaben zur ultraschnellen Ladezeit.
Denza N8 kehrt als reiner Elektrofahrzeug zurück, nach einer kurzen PHEV-Phase
Denza N8 ist kein völlig neuer Name. Das Modell erschien bereits 2023 in China als mittelgroßer oder großer Premium-SUV mit Plug-in-Hybrid-Antrieb. Jene Version bot bei voller Ladung und vollem Tank einen Gesamtbetriebsradius von 1003 km nach CLTC-Norm, war in 6- und 7-Sitzer-Ausführungen verfügbar, verschwand aber aufgrund schlechter Verkaufszahlen nach weniger als einem Jahr vom Markt.
Nun versucht BYD es ein zweites Mal. Diesmal als reiner Elektrofahrzeug mit neuer Fahrzeugaufbauarchitektur, einem moderneren Akkupaket und Flash-Charging-Technologie.
Der neue Denza N8 soll ein 5-Sitzer sein. Interessant ist, dass BYD parallel auch eine größere Variante namens Denza N8L entwickelt hat, die über ein 6-Sitzer-Aufbau verfügen und etwa zur gleichen Zeit auf den Markt kommen soll.
1003 km CLTC und sogar 890 kW Leistung
Aus den Homologationsdokumenten des chinesischen MIIT geht hervor, dass der Denza N8 5150 mm lang, 1999 mm breit und 1820 mm hoch ist, wobei die Radstandlänge bei 3075 mm liegt. Damit gehört er bereits in den Bereich der großen Familien- und Geschäfts-SUVs – eher vergleichbar mit dem Li Auto L9 oder dem Lynk & Co 900 als mit kompakten Modellen, die sich als Premium-Fahrzeuge ausgeben.
Der beeindruckendste Punkt in der Präsentation ist natürlich die Reichweite. Die Top-Version soll dank eines 130,15 kWh großen Akkus eine CLTC-Reichweite von 1003 km bieten. Es sollen außerdem zwei LFP-Akku-Varianten verfügbar sein, wobei es neben dem größeren Paket auch eine Variante mit 105,792 kWh gibt. Die deklarierte Reichweite der gesamten Modellreihe soll zwischen 800 und 1003 km CLTC liegen.
Das klingt beeindruckend. Doch CLTC ist nicht WLTP – und schon gar nicht die reale Autobahnfahrt bei 140 km/h. Bei einem Fahrzeug dieser Größe und Masse kann man davon ausgehen, dass der europäische Wert deutlich niedriger wäre. Dennoch handelt es sich um ein Fahrzeug, das auf eine sehr große reale Reichweite abzielt – und nicht nur auf einen schönen Werbetitel.
Was die Antriebstechnik angeht, soll die Denza N8 in drei Konfigurationen erhältlich sein:
Hinterachsantrieb, 320 kW
Hinterachsantrieb, 370 kW
Dreimotoriger AWD mit einer Gesamtleistung von 890 kW, also etwa 1193 PS
Die AWD-Variante basiert auf der e3-Plattform. Vorne ist ein Motor mit 270 kW verbaut, hinten zwei Motoren à 310 kW. Auf dem Papier handelt es sich dabei um ein Leistungsniveau, das eher für Hipersedans und elektrische Hochleistungsfahrzeuge typisch ist – nicht für einen Familien-SUV. Die Frage ist nur, wie viel von dieser Leistung tatsächlich außerhalb von Sprintversuchen und Marketingangaben nutzbar sein wird.
Flash Charging soll beeindrucken, doch BYD hat noch keine vollständigen Details verraten
BYD fügt der Denza N8 die Flash-Charging-Technologie hinzu. Laut dem Hersteller kann das Auto in 5 Minuten von 10 auf 70 Prozent und in 9 Minuten von 10 auf 97 Prozent aufgeladen werden.
Dies sind Zahlen aus der Kategorie „klingt absurd gut“. Genau deshalb muss man sie vorsichtig lesen. Ohne die vollständige Ladekurve, Informationen zur Spitzenleistung, Batterietemperatur, Paketvorbereitung und Ladertyp ist es schwierig, ehrlich einzuschätzen, was das Auto außerhalb einer kontrollierten Vorführung zeigen wird.
Auch die bloße Existenz eines großen Pakets mit 130,15 kWh deutet darauf hin, dass BYD nicht nur auf Rekordwerte abzielt, sondern auch darauf, über einen angemessenen Zeitraum der Testsession eine hohe Leistung beizubehalten. Sollte sich das in der Praxis bestätigen, könnte der N8 zu einem der interessantesten großen EVs aus China werden. Andernfalls bleibt er nur ein schönes Plakat.
Vorerst ist bekannt, dass BYD konsequent seine Botschaft um sehr schnelles Laden und seine eigenen Blade 2.0-Batterien dreht. Der Denza N8 soll zu den Modellen gehören, die diese Geschichte an Kunden im Premium-Segment verkaufen werden.

Das Interieur konzentriert sich auf große Bildschirme statt auf Originalität
Die auffälligste Veränderung im Innenraum ist der Verzicht auf den für viele BYD-Modelle typischen zentralen, drehbaren Bildschirm. Der Denza N8 verfügt über einen 30-Zoll-Bildschirm, der sich über das Armaturenbrett erstreckt, sowie über ein 43-Zoll-PanoramahUD mit einer Breite von etwa 1,1 Metern, das unter der Frontscheibe angeordnet ist.
Das ist nicht mehr nur ein Detail, sondern das zentrale Element des Innenraums. Eine ähnliche Ausrichtung findet man heute beim Xiaomi YU7, Avatra 12 sowie bei einigen neuen Modellen von Geely und Li Auto. Die Bildschirme sind groß, beeindruckend und sollen bereits beim ersten Anblick Eindruck machen – noch bevor jemand nach dem Gewicht des Autos oder dem tatsächlichen Verbrauch fragt.
Außerdem verfügt die Kabine über ein klassischeres Premium-Setup. Es gibt vordere Sitze mit Heizung, Belüftung und Massagefunktion, kabellose Ladegeräte für Telefone, physische Schalter im Lenkungstunnel, ein Fach, Schalter zur Einstellung der Sitze an den Türen sowie eine Kamera zur Überwachung des Fahrers, die am A-Säule montiert ist.
Auch die ziemlich konventionellen Innentürengriffe wurden beibehalten, allerdings mit elektrischen Öffnungsdrücken. Das Lenkrad ist dreiräumig und unten abgeflacht, wobei sich der Schalthebel dahinter befindet. Das Ganze wirkt sauber und teuer, ist aber nicht unbedingt innovativ. Es erinnert eher an „chinesisches Premium 2026“ als an eine Kabine, die man sich in fünf Jahren noch merken wird.

N8 und N8L. Zwei Versionen, zwei Innenausstattungen
In der Serie werden zwei eng miteinander verwandte Modelle erscheinen. Die hier beschriebene Denza N8 soll ein 5-Sitzer sein. Die Denza N8L hingegen, die zuvor als größere Plug-in-Variante vorgestellt wurde, soll ebenfalls eine vollständig elektrische Antriebstechnik sowie eine 6-Sitzer-Konfiguration erhalten.
BYD kündigt für die N8L sogar einen 208-Liter großen Kofferraum an. Das ist ein Detail, kann bei einem großen Familienauto aber mehr Sinn machen als ein weiterer Bildschirm – besonders wenn es um Ausflüge mit 5–6 Personen geht, bei denen jeder Liter Stauraum zählt.
Sowohl Modelle sollen bereits im September in China in den Verkauf kommen. Derzeit gibt es keine Informationen über einen Markteintritt in Europa oder eine mögliche Homologierung für unseren Markt. Die Marke Denza ist für BYD jedoch immer wichtiger geworden, weshalb ein europäischer Markteintritt nicht ausgeschlossen werden kann.
Denza wächst schnell, aber die N8 muss die Vergangenheit des Vorgängers ausbügeln
BYD zeigt erneut, dass es in der Lage ist, einen leistungsstarken Antrieb zu bauen, aber jetzt kommt der schwierigere Teil: das Fahren und Laden außerhalb des Ordners. Was denken Sie – macht ein so großer Elektrofahrzeug mit einer 130 kWh großen Batterie Sinn, oder ist das bereits Übermaß an Form gegenüber Inhalt?