DAF und Einride bringen autonomes Fahren zu batteriebetriebenen Lkw

DAF Trucks und Einride möchten gemeinsam autonome Elektro-Lkw auf die Straße bringen. Dazu soll Einrides Fahrsystem „Einride Driver“ in DAFs e-Truck-Plattform integriert werden. Das Ziel ist ein kommerzieller Einsatz auf SAE-Niveau 4, wobei die ersten Tests bereits im Jahr 2026 beginnen sollen.
In der ersten Phase streben DAF und Einride – in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Forschungsinstitut TNO – danach, festzulegen und zu testen, wie der Einride Driver in DAFs batterieelektrische Lkw-Plattform integriert werden kann. Der Schwerpunkt liegt insbesondere auf den notwendigen Schnittstellen zwischen dem Fahrzeug und dem autonomen Fahrsystem, die dafür ausgelegt sind, sichere sowie später skalierbare Betriebsabläufe zu ermöglichen. Erste Tests und Validierungen dieser Schnittstellen sind für 2026 geplant. Bis 2027 soll die Software integriert und das System in Betrieb genommen werden, gefolgt von Funktions- und Schnittstellentests an einem DAF-Lkw. Es wurde noch nicht entschieden, welches Modell als Testfahrzeug dienen wird, obwohl DAF derzeit ein umfangreiches Elektroportfolio anbietet – von dem 12-Tonnen-Modell XB Electric über die voll ausgestatteten Modelle XG und XG+ Electric für den Langstreckentransport.
Die Zusammenarbeit ist ausdrücklich darauf ausgelegt, über ein einzelnes Testfahrzeug hinauszugehen. DAF und Einride streben danach, die technischen sowie regulatorischen Anforderungen für den kommerziellen Einsatz autonomer batterieelektrischer Lkw auf SAE-Niveau 4 festzulegen. Auf diesem Automatisierungsgrad kann ein Fahrzeug die Fahraufgabe innerhalb eines definierten Betriebsbereichs vollständig übernehmen, ohne dass ein Fahrer eingreifen muss.
Wiederkehrende, klar definierte Logistikrouten eignen sich besonders gut für diese Anwendung. DAF und Einride weisen zudem auf den Mangel an Fahrern sowie die steigenden Betriebskosten im Transportsektor hin. In Zukunft könnten sich Fahrer stärker auf Aufgaben konzentrieren, die menschliche Erfahrung und Entscheidungsfähigkeit erfordern. Allerdings ist eine Genehmigung für den Einsatz auf öffentlichen Straßen entscheidend für die Einführung. Zusammen mit TNO planen DAF und Einride, mit den zuständigen Typgenehmigungsbehörden zusammenzuarbeiten. Die Unternehmen haben noch keinen genauen Termin für den tatsächlichen Einsatz fahrerloser Fahrzeuge festgelegt.
Einrides Ausweitung über den Bereich der autonomen Fahrzeuge wurde im Juli durch die Übernahme des US-amerikanischen Spezialisten für Ladeinfrastruktur und Energiemanagement Flipturn für 38,4 Millionen Dollar demonstriert. Mit Flipturn erweitert Einride sein Portfolio um eine Kundschaft, die über eine Ladekapazität von mehr als 250 MW verfügt. In Kombination mit seiner Optimierungsplattform Saga AI sowie dem Einride Driver deckt Einride zunehmend mehr Ebenen des elektrischen Gütertransports ab – von Flottenmanagement und Energiespeisung bis hin zur autonomen Fahrweise. Die Zusammenarbeit mit DAF ergänzt dieses Ökosystem nun, indem sie Autonomietechnologien in die Elektroplattform eines etablierten Lastwagenherstellers integriert. Ob daraus ein kommerziell verfügbarer Level-4-Dienst entsteht, hängt vor allem von erfolgreichen Validierungen sowie dem regulatorischen Rahmen ab.