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Technologie

Cummins will LFP-Batterien für Nutzfahrzeuge in Spanien fertigen

Cummins will LFP-Batterien für Nutzfahrzeuge in Spanien fertigen

US-Motorspezialist Cummins kündigt den Aufbau einer Batteriefabrik in Spanien an. Unter seiner Marke Accelera by Cummins sollen dort LFP-Akkupacks für Nutzfahrzeuge hergestellt werden. Die Rede ist von einem modularen 102-kWh-System mit einer Spannung von bis zu 840 Volt für Busse und Lkw.

Bild: Accelera by Cummins

_+++ Dieser Artikel wurde aktualisiert +++_

Bei Accelera handelt es sich um eine auf emissionsfreie Technologien spezialisierte Marke des US-amerikanischen Motoren- und Energietechnikkonzerns Cummins. In Regie dieser Tochter soll nun eine „Batterieproduktion in Europa“ entstehen. Auf der IAA Transportation erklärte das Unternehmen, in einem neuen Werk in Spanien künftig Batterien auf seiner „Advanced LFP“-Batterieplattform herstellen zu wollen. Bei diesen Packs soll es sich um modulare 102-kWh-Systeme mit einer Spannung von bis zu 840 Volt handeln. Auf Anfrage von electrive präzisierte eine Sprecherin des Unternehmens, dass als Standort die Stadt Guadalajara rund 50 Kilometer nordöstlich von Madrid dienen soll.

Völlig überraschend kommt die Ankündigung dabei nicht. Schon auf der Busworld Europe 2025 umriss Cummins seine Batterie-Pläne für Europa grob. Außerdem ist Tochter Accelera in den USA bereits in einem Joint Venture mit Daimler Truck und Paccar engagiert („Amplify Cell Technologies„), um Batteriezellen für Nutzfahrzeuge im US-Bundesstaat Mississippi herzustellen. Accelera by Cummins, Daimler Truck und Paccar investieren dort zusammen „zwei bis drei Milliarden Dollar“. Allerdings hat sich der dortige Produktionsstart vor einiger Zeit von 2027 auf 2028 verschoben. Die Initiative zeigt jedoch, dass der US-Hersteller ernsthaft die Diversifizierung in Richtung Batterie-Industrie anstrebt.

Während in den USA explizit von einer Batteriezellproduktion die Rede ist, bleibt Cummins bei seinen Europa-Plänen vage. So bleibt offen, ob es sich in Spanien um eine reine Montage handeln wird, oder ob auch dort Zellen gefertigt werden sollen. Eine entsprechende Anfrage hat die electrive-Redaktion an den Hersteller gestellt. Bisher noch ohne Reaktion.

Klar ist: In den USA haben sich die drei Gesellschafter des Joint Ventures EVE Energy an Bord geholt, einen chinesischen Spezialist für die Herstellung von LFP-Batteriezellen. EVE hält selbst zehn Prozent an Amplify Cell Technologies, fungiert als Technologiepartner und bringt seine Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung von Batteriezellen ein. Da Cummins für Europa keinerlei Partner nennt, dürfte dort eher der Aufbau einer reinen Montage mit zugelieferten Zellen wahrscheinlich sein. Denn neben dem Know-how sind auch die Investitionen in eine Zellfertigung erheblich. Bestätigt ist dies aber wie erwähnt noch nicht.

Zum Batteriepack selbst: Accelera zeigt auf seiner Webseite selbst eine Übersicht zu vier Packvarianten (1T bis 4T). Beim 1T handelt es sich um ein sehr flaches, einlagiges „Half voltage pack“ mit den Maßen 2m x 62 cm x 14 cm und einem nominalen Energiegehalt von 51 kWh. Die Packs 2T, 3T und 4T sind hingegen „Full voltage packs“ mit den besagten 102 kWh Kapazität und bis zu 840 Volt. Ihr Format unterscheidet sich dabei: Das 2T-Paket ist mit seinen zwei Schichten ähnlich zum T1 aufgebaut, nur doppelt so hoch. 3T und 4T haben hingegen eine kleinere Grundfläche, sind dafür aber höher. Das 3T besteht aus drei Lagen, das 4T aus vier Lagen. Alle Packs sollen eine Lebensdauer von 4.000 Zyklen aufweisen und in 25 Minuten von 10 auf 80% Ladestand zu bringen sein. Laut Medienberichten weißen die Batterien eine „Cell-to-Pack“-Architektur auf, bei der die Modulebene entfällt.

Amy Davis, Präsidentin von Accelera und Components, kommentiert die Pläne für Spanien wie folgt: „Wir beobachten eine wachsende Nachfrage nach Batterie-elektrischen Lösungen auf dem europäischen Nutzfahrzeugmarkt, und unsere Kunden suchen nach Partnern, die ihnen helfen, ihr Geschäft sicher auszubauen. Die Produktion in Spanien stärkt unsere Fähigkeit, Kunden vor Ort zu unterstützen, und verschafft uns gleichzeitig eine gute Ausgangsposition für langfristiges Wachstum in der Region.“