Euro NCAP-Krashtest: Chinesische Elektrofahrzeuge schneiden gut ab. Der Geely E2 holt sofort fünf Sterne.

Die neuen chinesischen Elektrofahrzeuge erzielen weiterhin überzeugende Ergebnisse in den Euro NCAP-Krashtests. Geely E2, Aion UT und Leapmotor B05 erhalten alle fünf Sterne gemäß dem neuen, strengeren Protokoll, das in diesem Jahr eingeführt wurde. Dieses Ergebnis bestätigt die wachsende Aufmerksamkeit der chinesischen Hersteller für Sicherheit.

Geely E2 – sofort fünf Sterne
Der interessanteste Vertreter der neuen Testrunde ist das neueste Modell, das Elektro-Stadtauto Geely E2. Das Fahrzeug erhielt fünf Euro NCAP-Sterne mit ausgewogenen Ergebnissen in den verschiedenen Bewertungsbereichen.
Detailliert gesehen erreichte die E2 bei dem Schutz der Insassen bei Kollisionen 86 Prozent, genau wie die BMW iX3 in den mit dem neuen Protokoll durchgeführten Tests. In einigen Aspekten übertraf das chinesische Kleinwagenmodell sogar den renommierten deutschen SUV, insbesondere beim Schutz vor Frontalkollisionen sowie vor Gefahren für schutzbedürftige Verkehrsteilnehmer.
Sogar in der Kategorie „Sicheres Fahren“ erzielte die Geely E2 79 Prozent, während die BMW iX3 bei 73 Prozent lag.
Das Gesamtergebnis bedeutet jedoch nicht, dass alle Sicherheitssysteme auf dem gleichen Niveau funktioniert haben. Euro NCAP wies weniger überzeugende Leistungen bei einigen Fahrassistentenfunktionen auf, darunter die Erkennung von Fußgängern während der Manöver sowie die Erkennung von Radfahrern bei geöffneten Türen.
Die E2 erzielte dennoch 72 Prozent in den ADAS-Kriterien, was für fünf Sterne ausreicht.

Aion UT und Leapmotor B05 erhalten Auszeichnung
Auch zwei weitere Neuheiten, Aion UT und Leapmotor B05, haben sofort die fünf Sterne gewonnen.
Die für den europäischen Markt bereitstehende Aion UT erzielte 91 Prozent in der Kategorie Aufprallschutz und 88 Prozent in der Kategorie Sicherheit nach einem Unfall. Geringer ist hingegen die Punktzahl im Bereich sicheres Fahren mit 66 Prozent – auch aufgrund von Entscheidungen bezüglich der Bedienoberfläche sowie zahlreicher über den Bildschirm gesteuerter Funktionen.
Zu den von Euro NCAP hervorgehobenen Besonderheiten gehört das System zur Erkennung der Positionen der Insassen, das auch potenziell gefährliche Situationen erkennen kann.
Die Leapmotor B05 erreichte hingegen 92 % bei der Kratzschutzwirkung, 89 % in Bezug auf die Sicherheit nach einem Unfall und 77 % bei den Fahrassistenzsystemen. Besonders positiv ist das Ergebnis bei seitlichen Aufpralltests, wo sie 100 % erreichte.

Strikkeres Protokoll – verändert den Vergleich zwischen Autos
Ein entscheidender Faktor zur Interpretation dieser Ergebnisse ist das neue Euro NCAP-Protokoll, das genau in diesem Jahr in Kraft getreten ist. Die Bewertungskriterien wurden aktualisiert und strenger gestaltet, weshalb die fünf Sterne, die die kürzlich getesteten Modelle erhielten, nicht direkt mit denen vergleichbar sind, die Fahrzeugen vergeben wurden, die in den vorangegangenen Jahren getestet wurden.
Es handelt sich dabei um einen keineswegs unbedeutenden Aspekt, insbesondere wenn chinesische und europäische Modelle miteinander verglichen werden. Die Anzahl der Sterne gibt tatsächlich das Niveau an, das im Rahmen des für jene spezifische Testkampagne verwendeten Protokolls erreicht wurde, ermöglicht aber allein nicht die Erstellung einer absoluten Sicherheitsrangliste zwischen verschiedenen Generationen.

Die Rolle der Sicherheitspakete – das Beispiel Cupra Raval
Die Cupra Raval stellt den besondersten Fall in dieser Testserie dar. In der Standardausstattung erhielt sie vier Sterne, kann jedoch mit einem optionalen Paket auf fünf Sterne kommen. Die Verbesserung ist vor allem auf die Ausstattung mit fortschrittlichen Systemen zur Fahrerassistenz zurückzuführen.
Durch das Safety Pack, das den kontextbezogenen adaptiven Tempomat sowie die aktive Spurhaltung umfasst, erreicht der Raval tatsächlich das für fünf Sterne erforderliche Niveau. Es ist ein konkretes Beispiel dafür, wie sehr die Euro NCAP-Bewertung heutzutage nicht nur von der strukturellen Belastbarkeit des Fahrzeugs abhängt, sondern auch von der Verfügbarkeit und Leistung der elektronischen Sicherheitssysteme.
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