Autonome Fahrzeuge: Hier ist Stellantis’ Plan, um mit den Branchengrößen zu konkurrieren


Stellantis möchte im Bereich der autonomen Fahrzeuge voranschreiten. Anlässlich der Assises du véhicule autonome, die am 23. Oktober 2026 in Paris stattfanden, kündigte der Automobilkonzern eine neue Zusammenarbeit mit NVIDIA und Wayve an. Das Ziel? Ihre Technologien zu kombinieren, um fahrerlose Fahrzeuge zu entwickeln, wobei Frankreich als Ausgangspunkt für diese Zusammenarbeit dient.
Die Entwicklung autonomer Autos erfolgt nun durch Allianzen zwischen Automobilherstellern und Experten für KI. Stellantis hat das gut verstanden.
Während Tesla, Waymo und mehrere chinesische Unternehmen zahlreiche Experimente durchführen, möchte auch das französisch-italienisch-amerikanische Konzernunternehmen seinen Platz auf diesem noch jungen Markt finden. Am 23. Oktober 2026 kündigte Stellantis eine neue Zusammenarbeit mit zwei wichtigen Technologieunternehmen an: NVIDIA, dem amerikanischen Spezialisten für Prozessoren und KI, sowie Wayve, einem britischen Unternehmen, das sich auf autonome Fahrzeuge spezialisiert hat.
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Die Ankündigung erfolgte in Anwesenheit der französischen Regierung, die die Einführung dieser Technologien auf ihrem Gebiet beschleunigen möchte.
Stellantis will KI am Steuer haben
Das Prinzip dieser Zusammenarbeit beruht auf der Komplementarität der Fähigkeiten. Stellantis wird seine sogenannten „L4-Ready“-Automobilplattformen bereitstellen, die dafür konzipiert sind, autonome Fahrsysteme der Stufe 4 aufzunehmen. Der Hersteller wird außerdem sein industrielles Know-how einbringen, insbesondere in den Bereichen Ingenieurwesen, Integration und Produktion von Fahrzeugen. Wayve wiederum wird sein Wayve AI Driver-System zur Verfügung stellen.
Im Gegensatz zu traditionellen Ansätzen, die auf im Voraus programmierten Fahrregeln beruhen, nutzt diese Technologie KI, um zu lernen, die auf der Straße auftretenden Situationen zu interpretieren. Mit dieser Methode soll das Fahrzeug in der Lage sein, sich an verschiedene Umgebungen anzupassen, ohne jedes Szenario einzeln programmieren zu müssen.
NVIDIA wird wiederum einen wesentlichen Teil der technologischen Infrastruktur bereitstellen. Das Wayve-System wird NVIDIA Halos OS integrieren und auf der Hyperion-Architektur basieren, die Recheneinheiten mit Sensoren verbindet, die dazu dienen, die Umgebung des Fahrzeugs wahrzunehmen. Diese Kombination soll es ermöglichen, die zahlreichen Informationen zu verarbeiten, die für Entscheidungen beim Fahren notwendig sind. Langfristig ist das Ziel, Fahrzeuge zu entwickeln, die unter bestimmten Bedingungen fahrerlos betrieben werden können.
Genau das ermöglicht die Autonomiestufe 4: Das Fahrzeug kann in seinem Einsatzbereich die Fahraufgaben ohne menschliche Einmischung selbst übernehmen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es unter allen Bedingungen fahren kann.
Technologien, die bereits in mehreren Modellen getestet wurden
Diese Ankündigung markiert nicht den Beginn der Zusammenarbeit zwischen Stellantis und Wayve. Die beiden Unternehmen arbeiten bereits seit Mai 2026 zusammen. Am 9. Oktober hatten sie bereits die Ergebnisse ihrer ersten gemeinsamen Entwicklungen bei einem in Turin veranstalteten Event vorgestellt. Zwei Prototypen, ein Fiat 500e und ein Maserati Grecale, zeigten damals die Möglichkeiten des Wayve AI Driver-Systems in Kombination mit STLA AutoDrive. Die Fahrzeuge waren in der Lage, eine überwachte Fahrweise ohne Lenkung von Tür zu Tür sowohl in der Stadt als auch auf der Autobahn zu gewährleisten.
Die Teams konnten insbesondere in weniger als vier Wochen von der Integration des Systems zu den ersten Tests auf der Straße übergehen. Es handelte sich dabei um eine Demonstration, um zu zeigen, dass derselbe KI-Architekturtyp trotz technischer Unterschiede auf verschiedene Fahrzeugkategorien angepasst werden kann.
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Achtung jedoch davor, die vorgestellten Technologien zu verwechseln. Diese Demonstratoren gehören zum Niveau 2++, nicht zum Niveau 4. Der Fahrer muss daher wachsam bleiben und bereit sein, die Kontrolle wieder zu übernehmen. Stellantis plant einen ersten Markteintritt dieser fortschrittlichen Assistenzfunktionen für 2028, zunächst in Nordamerika. Die angekündigte Partnerschaft mit NVIDIA betrifft einen weiteren Schritt, nämlich das fahrerlose Fahren.
Warum setzt Stellantis auf Frankreich?
Ein weiterer wichtiger Aspekt dieser Ankündigung betrifft ihre geografische Dimension. Die drei Unternehmen möchten Frankreich zu einem Ausgangspunkt machen, um ein europäisches Ökosystem für autonome Mobilität zu entwickeln, das Experten aus den Bereichen Halbleiter, Künstliche Intelligenz und Automobilindustrie zusammenbringt. Für Stellantis lässt sich diese Entscheidung insbesondere durch die Bedeutung der französischen Ingenieur- und Technologieentwicklungsaktivitäten erklären. Das Unternehmen ist der Ansicht, auf seine bestehenden industriellen Kompetenzen zurückgreifen zu können, um die Integration dieser neuen Systeme zu beschleunigen.
Frankreich ist ein interessantes Spielfeld. Für Stellantis gehört der VTC-Markt zu den wichtigsten in Europa, was die Entwicklung von fahrerlosen Transportdiensten fördern könnte. Wayve sollte von dieser Zusammenarbeit profitieren, um sich in Frankreich sowie bei unseren europäischen Nachbarn weiterzuentwickeln.
Schließlich hat das Projekt auch eine soziale Dimension. Die lokalen Partner, die für den Betrieb zuständig sind, müssen mit Gemeinden, Mobilitätsanbietern und Gewerkschaften in Dialog treten. Das ist bei Fahrzeugen, die bestimmte Aufgaben übernehmen können, die heute von professionellen Fahrern erledigt werden, keineswegs unbedeutend.
Kein genauer Zeitplan
Stellantis gibt hingegen kein Datum für die Markteinführung oder den Einsatz seiner autonomen Fahrzeuge an. Ebenso werden kein endgültiges Modell, keine Produktionsmengen oder Investitionssummen für dieses Vorhaben genannt. Zudem gibt es zahlreiche Hindernisse: Die Partner müssen die Zuverlässigkeit ihrer Systeme unter realen Bedingungen nachweisen, die Homologationsanforderungen erfüllen sowie die Vorschriften im Bereich Sicherheit und Datenschutz einhalten.
Trotzdem zeigt diese neue Allianz, dass Stellantis sich auf dem Markt der autonomen Fahrzeuge etablieren möchte, ohne alle notwendigen Technologien eigenständig zu entwickeln. Das Unternehmen setzt auf seine Produktionskapazitäten sowie auf das Know-how spezialisierter Partner. Doch es wird allmählich Zeit, das Tempo zu erhöhen, um den Anschluss nicht zu verlieren.