← Zurück zu den Nachrichten
Sonstiges

Autonome Fahrzeuge, Robotaxis, fahrerlose Shuttlebusse: Frankreich präsentiert einen Plan für 2028

Autonome Fahrzeuge, Robotaxis, fahrerlose Shuttlebusse: Frankreich präsentiert einen Plan für 2028

Selbstfahrende Fahrzeuge könnten bald zum Alltag der Franzosen werden. Anlässlich der Assises du véhicule autonome, die am 23. Oktober 2026 stattfanden, kündigte die Regierung mehrere Maßnahmen an, um deren Einführung zu beschleunigen. Zu den Plänen gehören neue Vorschriften ab 2027, fahrerlose Shuttlebusse sowie mehrere Robotaxi-Projekte, die ab 2028 erwartet werden. Hier ist ein Überblick über das, was geplant ist.

Während Robotaxis in amerikanischen und chinesischen Städten in großem Umfang entwickelt werden, beginnt Frankreich erst jetzt, ihre Einführung vorzubereiten. Das Thema ist nicht neu, doch es scheint, als würde sich alles beschleunigen. Am 23. Oktober versammelte der Verkehrsminister Philippe Tabarot anlässlich der Assises du véhicule autonome 250 Vertreter aus der Branche. Ziel ist es, die seit mehreren Jahren durchgeführten Experimente in echte Dienstleistungen zu verwandeln, die der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Auch interessant

Selbstfahrende Autos: Dieser von Frankreich veröffentlichte Bericht ruft Europa dazu auf, umgehend zu handeln!

Erste selbstfahrende Fahrzeuge bereits ab 2028 erwartet

Frankreich arbeitet seit 2018 an diesem Thema. Bisher wurden auf dem Gebiet bereits mehr als 200 Experimente durchgeführt, doch nur wenige führten zu kommerziellen Dienstleistungen. Dieses Mal will die Regierung einen neuen Schritt machen.

Mehrere Projekte wurden angekündigt, wobei ein erster Termin auf 2028 festgelegt wurde. Das am weitesten entwickelte Projekt betrifft die Île-de-France. Île-de-France Mobilités plant, Anfang 2028 einen ersten Service für autonome öffentliche Verkehrsmittel im Gebiet von Versailles Grand Parc, Saint-Quentin-en-Yvelines und Paris-Saclay einzuführen. Es handelt sich zunächst um ein Pilotprojekt, wobei ab 2030 eine schrittweise Erweiterung vorgesehen ist. Ziel ist insbesondere die Bedienung von Gebieten, in denen das öffentliche Verkehrswesen derzeit unzureichend ist.

Eine weitere interessante Meldung: Bolt und Stellantis möchten autonome Mobilitätsdienste im Großraum Paris einführen. Die beiden Unternehmen arbeiten mit der Métropole du Grand Paris an einem Pilotprogramm, dessen Start ebenfalls für 2028 geplant ist. Langfristig könnte das Projekt bis 2030 etwa dreißig Gemeinden umfassen. Es handelt sich dabei um ein Experiment, noch nicht um einen kommerziellen Dienst.

In Clichy im Département Hauts-de-Seine wird eine weitere Initiative vorbereitet. Die Stadt hat sich mit G7 und Milla zusammengetan, um einen Dienst mit elektrischen autonomen Fahrzeugen zu entwickeln. Ziel ist es, Kurzstreckenverkehr zu erleichtern, insbesondere zwischen Wohnvierteln, Bahnhöfen und U-Bahn-Stationen. Das System könnte auch den Bedürfnissen älterer Menschen gerecht werden. Eine Erweiterung auf benachbarte Gemeinden ist in Betracht gezogen.

Frankreich will die Regeln bereits ab 2027 vereinfachen

Damit diese Projekte Wirklichkeit werden, ist zunächst ein geeigneter regulatorischer Rahmen erforderlich. Genau das gehört zu den wichtigsten Aufgaben, die von der Regierung angekündigt wurden.

Eine neue Zulassungsrichtlinie für autonome Fahrzeuge wird Anfang 2027 vorgestellt. Unter der Verantwortung des Nationalen Zentrums für Fahrzeugzulassungen (CNRV) entwickelt, soll sie es den Herstellern ermöglichen, die für die Inbetriebnahme ihrer Fahrzeuge notwendigen Bedingungen besser zu verstehen. Das Prinzip beruht auf einer schrittweisen Validierung der Systeme sowie einer Überwachung ihrer Sicherheit während ihrer gesamten Nutzungsdauer.

Frankreich möchte die Vorschriften zudem mit denen seiner europäischen Nachbarn harmonisieren. Eine von 22 Unterzeichnern unterstützte Initiative, darunter Deutschland, Norwegen und die Niederlande, zielt insbesondere darauf ab, Genehmigungen zu vereinfachen und den Einsatz autonomer Fahrzeuge über nationale Grenzen hinaus zu erleichtern. Die Regierung möchte vor allem den kollektiven Einsatz fördern. Fahrzeuge ohne Fahrer könnten die bestehenden Netzwerke in ländlichen und vorstädtischen Gebieten ergänzen.

Auch dazu lesen

Hat Tesla das wichtigste Auto der letzten Jahre in allgemeiner Gleichgültigkeit auf den Markt gebracht?

Laut einer im Oktober 2026 von Harris Interactive durchgeführten Studie, auf die das Ministerium verweist, geben fast zwei Drittel der Franzosen an, bereit zu sein, ein vollautomatisiertes öffentliches Verkehrsmittel zu nutzen. Das ist ermutigend!

Lieferroboter bald auf den Bürgersteigen?

Der Personenverkehr ist nicht der einzige betroffene Bereich. Die Regierung möchte außerdem die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen für den Warentransport beschleunigen. Seit dem 7. August 2026 sind autonome Lieferfahrzeuge und -roboter auf französischen Straßen erlaubt. Diese Geräte könnten insbesondere die Lieferung des „letzten Kilometers“ zwischen Logistikzentren und Empfängern übernehmen.

Nun wird ein neuer Schritt in Betracht gezogen. Das Verkehrsministerium möchte mit dem Innenministerium sowie den Gemeinden zusammenarbeiten, um die Bedingungen zu prüfen, unter denen kleine autonome Roboter auf Bürgersteigen und in Fußgängerzonen fahren könnten. Bislang ist dazu noch nichts entschieden. Ihre Koexistenz mit Fußgängern, insbesondere Menschen mit eingeschränkter Mobilität, muss geprüft werden.

Eine wichtige industrielle Herausforderung für Frankreich

Hinter diesen Ankündigungen verbirgt sich auch ein industrieller Ehrgeiz. Die Regierung möchte eine französische und europäische Industriekette aufbauen, die in der Lage ist, die für das autonome Fahren notwendigen Technologien zu beherrschen. Dazu gehören nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Software, Künstliche Intelligenz sowie gesammelte Daten. In diesem Zusammenhang haben Stellantis, der britische KI-Spezialist Wayve und der amerikanische Gigant NVIDIA eine neue Zusammenarbeit angekündigt.

Ziel ist es, ihre Kompetenzen zu bündeln, um die Entwicklung autonomer Fahrzeuge in Europa voranzutreiben. Der Automobilhersteller wird insbesondere seine für das autonome Fahren von Niveau 4 geeigneten Plattformen beisteuern, während seine Partner die notwendigen KI- und Rechentechnologien liefern werden.

Der Datenschutz wird nicht vernachlässigt

Auch die Regierung legt Wert auf den Datenschutz und die digitale Souveränität. Sie möchte europäische Industriepartnerschaften fördern und die Daten europäischer Nutzer auf dem Kontinent halten. Insbesondere können im Rahmen des Programms France 2030 Finanzmittel bereitgestellt werden.

Weitere Lesetipps

Ungewöhnlich: Warum hindern Katzen die Tesla-Robotaxis daran, die ganze Nacht zu fahren?

Es bleibt nun zu bewältigen, diese Ambitionen in tatsächlich funktionsfähige Dienste umzusetzen. Denn zwischen einer technologischen Demonstration und einem Fahrzeug, das tatsächlich fahrerlose Passagiere transportieren kann, gibt es weiterhin viele Herausforderungen. Das Jahr 2028 könnte einen ersten Wendepunkt für die autonome Mobilität in Frankreich darstellen, vorausgesetzt, die angekündigten Projekte schaffen die notwendigen regulatorischen und technischen Hürden.