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Politik

CMA CGM startet Elektro-Binnenschiff in Vietnam

CMA CGM startet Elektro-Binnenschiff in Vietnam

CMA CGM, Nike und Gemadept haben Vietnams erstes vollelektrisches Binnenschiff in Betrieb genommen. Der Frachter soll jährlich mehr als 50.000 TEU zwischen Ho-Chi-Minh-Stadt und dem Tiefseehafen Gemalink transportieren. Die Batterietechnik stammt von CATL.

Das Elektro-Binnenschiff soll jährlich rund 778 Tonnen CO₂ einsparen.

Bild: Nike

Das Schiff verbindet einen Umschlagpunkt von Nike in Ho-Chi-Minh-Stadt mit dem Tiefseehafen Gemalink in Cai Mep, von wo aus die Waren international verschifft werden. Die elektrische Rundfahrt umfasst nach Angaben von Nike mehr als 160 Kilometer, andere Projektangaben nennen sogar rund 180 Kilometer. Das Transportsystem ist auf eine jährliche Kapazität von mehr als 50.000 TEU ausgelegt. Eine TEU entspricht einem rund sechs Meter langen Standardcontainer. Wie viele Container das Schiff pro Fahrt aufnehmen kann, teilen die Unternehmen nicht mit.

Durch den Batterie-elektrischen Betrieb sollen, laut Berichten des Onlineportals eurotransport.de, jährlich rund 778 Tonnen CO₂ eingespart werden. Während der Fahrt entstehen keine direkten Treibhausgasemissionen. Auf welcher Vergleichsbasis die prognostizierte Einsparung berechnet wurde, geht aus den veröffentlichten Angaben allerdings nicht hervor.

Die Batterietechnik stammt vom chinesischen Hersteller CATL. Entwickelt wurde die Schiffslösung von den Forschungs- und Neubauabteilungen von CMA CGM. Eine vollständige Batterieladung soll etwa vier Stunden dauern. Zur Kapazität der Batterien und zur installierten Ladeleistung liegen bislang keine Angaben vor.

Nike setzt mit CMA CGM auf nachhaltige Lieferketten

Die Batterien werden mit zertifiziertem Strom aus erneuerbaren Energien geladen. Dazu gehört eine eigens für das Projekt errichtete Solaranlage am Gemalink-Terminal, die die Ladeinfrastruktur versorgt. Welchen Anteil der Solarstrom am gesamten Energiebedarf deckt, bleibt offen.

Für Nike ist das Elektro-Binnenschiff Teil einer umfassenderen Strategie zur Reduzierung der Emissionen entlang der Lieferkette. Der Sportartikelhersteller hat sich zum Ziel gesetzt, seine Treibhausgasemissionen in der erweiterten Lieferkette bis 2030 gegenüber dem Geschäftsjahr 2020 um 35 Prozent zu senken. Nach eigenen Angaben konnte Nike die Emissionen aus dem eingehenden und ausgehenden Warentransport im Geschäftsjahr 2025 bereits um 56 Prozent gegenüber 2020 reduzieren. Dazu trugen unter anderem weniger Luftfracht, emissionsärmere Schiffskraftstoffe und der verstärkte Einsatz von Elektrofahrzeugen bei.

Die feste Verbindung zwischen dem Umschlagpunkt und dem Tiefseehafen bietet günstige Voraussetzungen für einen elektrischen Pendelverkehr. Die Strecke ist planbar und die Ladeinfrastruktur lässt sich gezielt auf den Schiffsbetrieb abstimmen. CMA CGM sieht darin ein mögliches Modell für weitere Transportverbindungen und will gemeinsam mit seinen Partnern prüfen, wie sich das Konzept auf andere Regionen übertragen lässt.

Ob sich die Lösung auch wirtschaftlich auf weitere Strecken übertragen lässt, bleibt abzuwarten. Angaben zu den Investitionskosten, der Batteriekapazität und der Ladeleistung haben die Projektpartner bislang nicht veröffentlicht.