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Die Stadt Nürnberg setzt elektrische Baumaschinen für Abrissarbeiten ein.

Die Stadt Nürnberg setzt elektrische Baumaschinen für Abrissarbeiten ein.

Nürnberg räumt ein ehemaliges Kindergartengebäude mit elektrischen Baumaschinen und Elektro-Lkws ab. Die Stadt hatte bereits in der Ausschreibung einen emissionsfreien Ablauf vorgeschrieben. Das Projekt folgt dem Vorbild eines Abrissprojekts von Siemens im benachbarten Erlangen.

Auf einem etwa 7.000 Quadratmeter großen Gelände des ehemaligen Sauerbrey-Kindergartens im Westpark von Nürnberg testet die Stadt einen weitgehend kohlenstoffdioxidfreien Abrissprozess. Laut eigenen Angaben hat Nürnberg den ersten öffentlichen Auftrag für ein solches Projekt in Bayern ausgeschrieben.

Die Anforderungen sind umfassend: Alle verwendeten Maschinen, Ausrüstungsgegenstände und Transportfahrzeuge müssen ohne Emissionen arbeiten. Nur elektrische, wasserstoffbetriebene oder andere kohlenstoffdioxidfreie Antriebssysteme sind zulässig. Herkömmliche Verbrennungsmotoren sind ausgeschlossen – auch nicht in Hybridform oder bei Verwendung alternativer Kraftstoffe. Zudem dürfen keine mit fossilen Brennstoffen betriebenen Generatoren zum Aufladen verwendet werden.

Die Abrissarbeiten wurden an Metzner Recycling (mit Unterstützung von Robert Aebi Nürnberg) vergeben. In der Praxis setzt das Unternehmen ein rein elektrisches Fuhrpark auf: einen Volvo EC230 Electric-Rohrbagger, einen ECR18 Electric-Kompaktbagger sowie einen L20 Electric-Radlader von Volvo Construction Equipment (Volvo CE). Für die Logistik steht außerdem ein Volvo FM Electric-Kipper zur Verfügung.

Rueckbau nurnberg1 volvo electrive

Für das Projekt wurde keine spezielle Ladeinfrastruktur installiert. Die elektrischen Maschinen und Fahrzeuge werden über die reguläre Baustellenstromversorgung mit Energie versorgt. Dieser Ansatz zeigt, dass emissionsfreie Betriebsabläufe auf Baustellen ohne umfangreiche zusätzliche Energieinfrastruktur möglich sind. Gleichzeitig verringern die elektrischen Maschinen Lärm sowie lokale Schadstoffemissionen wie Feinstaub und Stickoxide, was den angrenzenden Wohngebieten zugutekommt.

Diese Vorgehensweise ist für die Region jedoch nicht völlig neu. Das Projekt in Nürnberg baut auf dem im Jahr 2025 abgeschlossenen vollständig elektrischen Gebäudeabriß am Siemens Technology Campus in der nahegelegenen Stadt Erlangen auf. Dort haben Unternehmen wie Volvo CE, Metzner Recycling, Robert Aebi und Volvo Trucks den Bauprozess von der Abrissarbeit und Materialverarbeitung bis hin zur Logistik weitgehend elektrifiziert.

„Mit der kohlenstofffreien Abrißarbeiten des ehemaligen Sauerbrey-Nachwuchszentrums bricht die Stadt Nürnberg bewusst neue Wege“, sagte Bürgermeister und Leiter der Abrißarbeiten Andreas Krieglstein. Die Stadt wollte zeigen, dass nachhaltige Praktiken bereits bei der Abrißung von Gebäuden beginnen können, wobei auch Prinzipien der Kreislaufwirtschaft eine Rolle spielen. Beispielsweise wurden Baumaterialien getrennt, um sicherzustellen, dass geeignete Materialien möglichst wieder in den Recyclingkreislauf zurückgeführt werden. Nach Abschluss der Arbeiten wird auch der Standort selbst umgenutzt: Nürnberg erwarb das ehemalige Nachwuchszentrum, um den Westpark um etwa 7.000 Quadratmeter nach Osten zu erweitern und so zusätzlichen öffentlichen Grünraum zu schaffen.

Das Nürnberg-Projekt überträgt somit die Erfahrungen aus Erlangen in die kommunale Praxis. Die entscheidende Innovation besteht nicht darin, dass elektrische Baumaschinen Abbrucharbeiten bewältigen können – dies wurde bereits im Siemens-Projekt gezeigt. Neu ist vielmehr, dass eine Kommune durch ihren Beschaffungsprozess emissionsfreie Baustellenbetriebe vorschreibt und damit ein Modell schafft, das potenziell auf andere öffentliche Bauprojekte angewandt werden könnte.