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Citroën bringt Rollstuhlfahrer-Version des Ami nach Deutschland

Citroën bringt Rollstuhlfahrer-Version des Ami nach Deutschland

Citroën bringt eine neue Variante seines elektrischen Kleinstwagens Ami nach Deutschland: Der Ami[for]all wurde speziell für Rollstuhlfahrer entwickelt, die selbst ein Fahrzeug per Handgas steuern wollen. Der entsprechende Umbau erfolgt dabei durch das Mobilcenter Zawatzky, einem langjährigen Spezialisten für behindertengerechte Autos.

Im Unterschied zu der vor kurzem gezeigten behindertengerechten Version des Kia PV5, bei dem es um den problemlosen Transport eines Rollstuhlfahrers im Fond geht, handelt es sich bei dem Citroën Ami[for]all um eine sogenannte Selbstfahrerlösung: Damit können Menschen mit Einschränkungen der unteren Gliedmaßen eigenständig das Fahrzeug steuern – wobei Gas und Bremse per Hand anstatt mit den üblichen Fußpedalen bedient werden können. Denn letzteres ist den Betroffenen meist nicht mehr möglich.

Grundlage des Ami[for]all ist der 2020 vorgestellte vollelektrische Ami, was auf Französisch für „Freund“ steht. Dabei handelt es sich nicht um ein vollwertiges Auto, sondern um ein sogenanntes Leichtfahrzeug. Ein Autoführerschein der Klasse B ist nicht erforderlich, vielmehr kann der elektrische Zweisitzer bereits ab 15 Jahren mit Führerscheinklasse AM gefahren werden – wobei das Tempo dabei wie beim Moped auf 45 km/h begrenzt ist. Die Reichweite beläuft sich auf 75 km – genug für den innerstädtischen Einsatz.

Der Ami[for]all entstand im Rahmen des Stellantis-Intrapreneurship-Programms Star*Up, einem Ideenwettbewerb für Mitarbeiter. Nach der Markteinführung in Frankreich im Jahr 2023 ist das Modell inzwischen auch in Italien und Deutschland erhältlich. Dabei stellt Citroën einen Umbausatz bereit, der mit allen konfigurierbaren Versionen des Ami kompatibel ist. Die Umrüstung übernimmt der deutsche Spezialist Mobilcenter Zawatzky, ist TÜV-geprüft und konzentriert sich auf praxisnahe mechanische Anpassungen, ohne die einfache Bedienung des Fahrzeugs zu verändern.

„Der Ami[for]all entspricht genau der Philosophie des Ami und Citroën: eine praktische, zugängliche Mobilitätslösung für alle. Wir freuen uns, diese Lösung zur Unterstützung der Mobilität von Menschen mit Behinderungen nun auch in Deutschland anbieten zu können“, sagt Thomas Goldboom, Geschäftsführer Citroën Deutschland.

Ziel der Modellvariante ist es, Rollstuhlfahrern mehr Selbstständigkeit und Unabhängigkeit im Alltag zu ermöglichen – etwa bei kurzen Wegen, ohne auf Begleitpersonen oder öffentliche Verkehrsmittel angewiesen zu sein. Dafür gibt es neben Handgas und per Hand steuerbarer Hauptbremse weitere für Rollstuhlfahrer wichtige Funktionen, nämlich einen auf 90 Grad erweiterten Türöffnungswinkel, ein ausklappbares Transferbrett und eine Halteschlaufe für den erleichterten Ein- und Ausstieg.

Einen Haken gibt es allerdings, und zwar für das Umsetzen zwischen Rollstuhl und Fahrzeugsitz. Denn der Rollstuhl kann wahlweise bei Alleinfahrten auf dem Beifahrersitz oder – bei Mitfahrt einer zweiten Person – auf einem Heckträger transportiert werden. Ein spezielles Rollstuhlverladesystem, mit dem ein Fahrer ohne Gehfähigkeit den Rolli ins Auto hinein und wieder heraus bekommt, gibt es aber nicht. Heißt: Der Fahrer muss bei einer Alleinfahrt die Kraft haben, den Rollstuhl selbst auf den Beifahrersitz ein- und wieder auszuladen. Oder er benötigt Hilfe. Und die Verladung auf einem Heckträger dürfte z.B. für Querschnittsgelähmte erst recht kaum zu schaffen sein.