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China lehnt Exportbeschränkungen für Hybride in die EU ab. Brüssel sucht nach neuen Hebeln neben Zöllen auf BEV-Fahrzeuge.

China lehnt Exportbeschränkungen für Hybride in die EU ab. Brüssel sucht nach neuen Hebeln neben Zöllen auf BEV-Fahrzeuge.

Das chinesische Handelsministerium kritisierte die Idee freiwilliger Exportbeschränkungen für Hybride in die EU und erklärte, eine solche Lösung verstoße gegen die WTO-Regeln. Die Erklärung erschien am 18. September, einen Tag nach der Meldung der Financial Times, wonach Brüssel Importbeschränkungen für chinesische Hybride oder höhere Zölle anstreben wolle.

Für Fahrer und Marken in Europa ist das ein wichtiges Signal. Neben Elektrofahrzeugen sind nun auch Hybride ins Visier geraten, die bisher unbehelligt blieben.

China: „Freiwillige“ Beschränkungen widersprechen der WTO

Ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums sagte unmissverständlich, die sogenannten freiwilligen Exportbeschränkungen „verletzen ernsthaft die WTO-Regeln“ und widersprechen den Prinzipien des Marktes sowie eines fairen Wettbewerbs. Peking „lehnt sie entschieden ab“.

Die chinesische Seite fügte hinzu, dass jede Vereinbarung mit der EU die Interessen beider Seiten ausgleichen muss, den WTO-Regeln und dem nationalen Recht entsprechen sowie die Industrie auf beiden Seiten berücksichtigen sollte. Diplomatisch ausgedrückt, ist die Botschaft einfach: Es sieht nicht nach einer schnellen Einigung aus.

Laut Financial Times möchte die EU, dass China selbst den Export von Hybriden nach Europa einschränkt. Andernfalls wären höhere Zölle möglich. Ziel ist es, die Deindustrialisierung einzudämmen und chinesische Hersteller dazu zu bringen, mehr in Europa zu investieren oder Partnerschaften mit lokalen Unternehmen einzugehen.

Hybride gewinnen an Bedeutung durch Zölle auf Elektrofahrzeuge

Hintergrund ist recht klar. Im Oktober 2024 führte die EU zusätzliche Ausgleichszölle auf in China hergestellte Elektrofahrzeuge ein. Zusammen mit den vorherigen Gebühren ergab sich bei der höchsten Stufe ein Gesamtzoll von etwa 45 Prozent. Hybride unterliegen weiterhin nur einem Zoll von 10 Prozent.

Effekt? Der Import von BEV aus China in die EU stieg eher moderat, während die Hybride stark an Bedeutung gewannen. Laut Angaben der Financial Times stieg der Import chinesischer Hybride in die EU von 3.800 Fahrzeugen im Oktober 2024 auf 50.000 im Juli 2026. Gleichzeitig sanken auch die Durchschnittspreise. Genau das löste in Brüssel besondere Besorgnis aus.

Es gibt keinen Grund, das zu verbergen: Es sieht aus wie ein klassischer Umzug des Marktinteresses von einer Kategorie in eine andere. Wenn man den Zugang für BEV schließt, suchen die Hersteller nach Möglichkeiten in PHEV und HEV.

Der zweite Aspekt ist umfassender und betrifft die gesamte chinesische Automobilindustrie. Im August 2026 stieg der Autoexport aus China im Jahresvergleich um 65,3 Prozent auf 1,01 Millionen Fahrzeuge. Davon entfielen 526.000 auf elektrifizierte NEV-Fahrzeuge, was etwa 52,1 Prozent der Gesamtzahl entspricht und einem Anstieg von rund 130 Prozent im Jahresvergleich gleichkommt.

Gleichzeitig ist der inländische Verkauf von NEVs in China im Jahresvergleich um 4,6 Prozent zurückgegangen. Das erklärt, warum ausländische Märkte heute für chinesische Marken so wichtig sind. Es geht nicht mehr um Prestige – es geht um Volumen.

Falls die EU tatsächlich zu Zöllen auf Hybride übergeht, könnten einige Marken die lokale Produktion in Europa beschleunigen, während andere die Preise erhöhen. Welches Szenario ist Ihrer Meinung nach realistischer: Fabriken in der EU oder einfach teurere PHEV aus China?

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