China hat zu viele Automarken: Peking zwingt zur Fusion von FAW und GAC, zwei wichtigen staatlichen Herstellern

Es ist kein Geheimnis, dass China zu viele Automobilhersteller hat. Angesichts staatlicher Subventionen und des Übergangs zur elektrischen Mobilität sind in den letzten Jahren zahlreiche neue Akteure aufgetaucht, von denen viele in einem zunehmend überfüllten Inlandsmarkt nicht überleben werden (die inländischen Verkäufe sind im ersten Halbjahr um 20 Prozent im Jahresvergleich zurückgegangen). Deshalb richten die stärkeren Konkurrenten ihre Bemühungen zunehmend auf den Export aus.
China verfügt über zehn große Automobilkonzerne (BAIC, BYD, Changan, Chery, Dongfeng, FAW, GAC, Geely, Great Wall Motor, SAIC), zu denen noch Joint Ventures wie SGMW (SAIC- General Motors-Wuling) sowie jüngere Unternehmen wie Leapmotor, Li Auto, NIO, Xiaomi oder XPeng hinzukommen. Mehrere Experten gehen davon aus, dass die Anzahl der Hersteller in den nächsten Jahren drastisch abnehmen wird.
Dieser Konsolidierungsprozess wird nicht nur durch das Verschwinden bestimmter Marken entstehen, sondern auch durch die Fusion anderer. Einige Konzerne haben bereits damit begonnen, ihre Strategien anzupassen, wie die Pläne von FAW zeigen, einen Anteil an GAC zu erwerben. Offenbar wird diese Initiative von den chinesischen Behörden selbst vorangetrieben. Interessanterweise sind FAW und GAC beide staatseigene Automobilhersteller.
Ziel dieser Zusammenlegung soll es sein, die finanziellen Schwierigkeiten zu überwinden, mit denen beide Unternehmen konfrontiert sind. Im Jahr 2025 sanken die Verkäufe von GAC um mehr als 14 Prozent, während die Einnahmen um 10 Prozent zurückgingen, wodurch das Unternehmen in den Verlust geriet. Diese Entwicklung setzte sich auch 2026 fort, was in Peking alle Alarmglocken schrillen ließ, da es sich um einen der größten Automobilhersteller des Landes handelt.

FAW und GAC stehen vor finanziellen und betrieblichen Problemen
Auch bei FAW ist die Situation nicht viel besser: Nicht nur ist die Produktion in den letzten fünf Jahren zurückgegangen, sondern das Unternehmen hinkt auch bei der Umstellung auf Fahrzeuge mit neuer Energiequelle (Elektrofahrzeuge, Fahrzeuge mit erweiterter Reichweite sowie Plug-in-Hybride) hinterher, die derzeit nur 13,5 Prozent der Gesamtproduktion ausmachen. Um diese Situation zu ändern, schloss FAW Ende 2025 eine strategische Vereinbarung mit Leapmotor ab.
Die Allianz zwischen FAW und GAC würde es beiden staatlichen Automobilherstellern ermöglichen, ihre Position zu stärken und somit den Weg für eine bald eintretende industrielle Konsolidierung zu ebnen. He Xiaopeng, CEO von XPeng, betonte vor einigen Monaten, dass China in Zukunft fünf große Automobilhersteller haben wird, deren Gewinne denen der führenden Automobilkonzerne der Welt (Toyota, Volkswagen, Hyundai, Stellantis, General Motors) entsprechen werden.

Vor einem Jahr prognostizierte Xiaopeng bereits, dass nicht alle Hersteller den Konsolidierungsprozess überstehen werden: Seiner Ansicht nach werden in den nächsten fünf Jahren nur die fünf innovativsten und effizientesten Konzerne überleben. „Kein chinesischer Automobilhersteller ist sicher.“ Die koreanische, amerikanische, europäische und japanische Industrie hat bereits ähnliche Prozesse durchlaufen.
Quelle | CarNewsChina