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Technologie

China macht den Zustand von EV-Batterien transparenter

China macht den Zustand von EV-Batterien transparenter

China strebt mit seiner freiwilligen Norm GB/T 46991.1-2025 neue Standards für Transparenz bezüglich des Zustands der Batterien in Elektrofahrzeugen an und hat neue Details veröffentlicht. So sollen beispielsweise Anzeigefehler auf maximal fünf Prozent begrenzt werden.

Byd Blade-Batterie

Durch die Veröffentlichung der Details des nationalen Standards GB/T 46991.1-2025 unternimmt China einen bedeutenden Schritt in Richtung größerer Markttransparenz im Bereich der Elektromobilität. Unter der Leitung des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) sowie der Standardisierungsverwaltung Chinas (SAC) legt dieser Standard verbindliche Messmethoden und Referenzwerte für das Altern von Antriebsbatterien in Elektrofahrzeugen fest. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen den im Cockpit angezeigten Werten und der tatsächlichen nutzbaren Kapazität erheblich zu verringern.

Der Standard wurde am 31. Dezember 2025 veröffentlicht und trat am 1. Juli 2026 in Kraft. Er legt Anforderungen und Prüfverfahren zur Beurteilung des Batterienerhalts, der verbleibenden Kapazität sowie einer zuverlässigen Anzeige des Gesundheitszustands der Antriebsbatterien fest.

Ein zentrales Element der Norm ist die Einführung des Zustands der verfügbaren Energie (SOCE). Dieser Wert vergleicht die noch verbleibende verfügbare Energie der Batterie mit ihrem ursprünglichen Zustand und gibt damit einen Hinweis auf die langfristige Beibehaltung der Kapazität. Laut der Norm darf die Abweichung zwischen dem im Fahrzeug angezeigten SOCE-Wert und dem physisch gemessenen Wert fünf Prozent nicht überschreiten. Zum ersten Mal wird damit ein präziser Vergleichswert für Anzeigen zur Batteriegesundheit geschaffen, der den SOCE klar vom kurzfristigen Ladezustand (SOC) unterscheidet. Der Wert zeigt an, wie viel von der ursprünglichen nutzbaren Kapazität der Batterie im Laufe der Zeit erhalten geblieben ist.

Zur Gewährleistung der langfristigen Batteriequalität legt die Norm außerdem Mindestwerte für den SOCE auf der Grundlage des Fahrzeugalters und der gefahrenen Kilometer fest. Elektrofahrzeuge müssen nach fünf Jahren oder 100.000 Kilometern mindestens 82 Prozent ihrer ursprünglichen verfügbaren Energie beibehalten. Der Mindestwert sinkt auf 75 Prozent nach acht Jahren oder 160.000 Kilometern und auf 70 Prozent nach zehn Jahren oder 200.000 Kilometern.

Die Norm führt außerdem das Konzept der virtuellen Kilometer ein, um den außerhalb des normalen Fahrens verbrauchten Energieanteil zu berücksichtigen. Der Strom, der beim Stillstehen des Fahrzeugs für Klimaanlagen oder Hilfsysteme verbraucht wird, wird in eine entsprechende Fahrstrecke umgerechnet. Auch hier legt die Norm ein strenges Genauigkeitskriterium fest, indem sie die Abweichung zwischen dem angezeigten und gemessenen Wert auf maximal drei Prozent beschränkt.

Der regulatorische Rahmen wurde unter der technischen Leitung einer von Yu Yang geführten Expertengruppe entwickelt. Laut der Expertengruppe soll die neue Norm die Transparenz für Verbraucher erheblich verbessern, indem das Alterungstempo von Batterien mithilfe standardisierter und nachvollziehbarer Methoden gemessen werden kann. Zudem soll sie die Unsicherheiten bezüglich des Zustands der Batterien im täglichen Gebrauch verringern und das Vertrauen in Elektrofahrzeuge stärken.

Auch wenn die Vorschrift ursprünglich als empfohlene nationale Norm und nicht als verbindliche Anforderung eingeführt wurde, sind erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen zu erwarten. Insbesondere bieten die standardisierten Kennzahlen zum Zustand der Batterien eine zuverlässigere Grundlage für die Bewertung gebrauchter Elektrofahrzeuge. Branchenbeobachter erwarten, dass die neuen Anforderungen die Berechnung des Restwerts, Garantieansprüche sowie die Produktstrategien der Hersteller beeinflussen werden.

China unterscheidet zwischen empfohlenen nationalen Standards (GB/T) und verbindlichen Standards (GB). Während die Einhaltung der GB/T-Standards freiwillig ist, werden sie oft zu de facto geltenden Branchenreferenzen. Hersteller, die sich nicht an die vom MIIT unterstützten Empfehlungen halten, laufen Gefahr, Nachteile wie eingeschränkten Zugang zu staatlichen Subventionen, Programmen zur Beschaffung von Flotten oder einem geringeren Vertrauen der Verbraucher zu erleiden.

batteryEVelectric vehicle

Quelle: electrive