Chevrolet beendet nach 21 Jahren den Verkauf in China, da der Fokus nun auf Exporten liegt.

General Motors beendet nach fast 21 Jahren die Einzelhandelsaktivitäten von Chevrolet in China – plant aber weiterhin Fahrzeuge im Land für Exportmärkte herzustellen.
GM bestätigte diese Entscheidung am 10. August gegenüber der National Business Daily und gab bekannt, dass das Joint Venture mit SAIC weiterhin Chevrolet-Fahrzeuge in China produzieren wird, während sich der Fokus der Marke auf internationale Märkte außerhalb der USA verlagert. Bestehende Kunden erhalten weiterhin After-Sales-Unterstützung, das Händlernetz bleibt in Betrieb und die Lieferung von Ersatzteilen sowie Wartungsleistungen bleibt unverändert.
GM hat erklärt, dass Chevrolets aktuelles Produktportfolio besser für Exportmärkte geeignet ist. Laut Car News China sagte John Roth, Executive Vice President von GM Global und Präsident von GM China: „Wir sehen große Möglichkeiten, uns über China hinaus zu entwickeln und der Welt entgegenzutreten.“ Er betonte außerdem die Ingenieurs- und Fertigungskapazitäten von SAIC-GM und erklärte, diese könnten genutzt werden, um in Märkte im Nahen Osten, Afrika, Südamerika, Mexiko sowie der Asien-Pazifik-Region einzudringen.
Diese Entscheidung stellt eine bedeutende Wende für eine Marke dar, die einst jährlich mehr als 760.000 Fahrzeuge in China verkaufte. Im Jahr 2014 erreichte Chevrolet mit Hilfe von Modellen wie dem Cruze einen Höchstwert an jährlichen Verkäufen von etwa 767.000 Einheiten. Bis 2025 waren die jährlichen Verkäufe jedoch auf weniger als 9.000 Fahrzeuge gesunken. Dieser Rückgang beschleunigte sich um das Jahr 2018, als Chevrolet aufgrund des schnellen Umstiegs Chinas auf „Fahrzeuge mit neuer Energie“ (NEVs) zunehmend mit Konkurrenz durch chinesische Hersteller konfrontiert wurde.
Langfristig werden GMs Produktionsstätten in China zunehmend den Exportmärkten im Ausland dienen. Laut Daten der China Passenger Car Association exportierte Chevrolet in der ersten Hälfte dieses Jahres 6.930 Fahrzeuge aus China – das sind 6,9 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr.
Trotz dieses Schritts stellt die Entscheidung, den Verkauf von Chevrolet einzustellen, keinen umfassenderen Rückzug von GM aus China dar – das kürzlich seine Joint-Venture-Beziehung mit SAIC um weitere 20 Jahre verlängert hat, wodurch die Partnerschaft bis 2047 andauert. Nach einer umfassenden Umstrukturierung, zu der im Januar 2026 eine Abschreibung von 6 Milliarden Dollar durch GM sowie mehrere Jahre rückläufiger Verkäufe gehörten, soll die Joint-Venture wieder eine stabilere Grundlage erhalten. Die Partner planen, die Zusammenarbeit durch den gemeinsamen Einsatz von Ressourcen in Forschung und Entwicklung, Lieferketten sowie internationalen Märkten zu stärken.