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Ceer Exobot: Saudi-Arabien bringt seine Automarke mit zwei auffälligen Elektroautos auf den Markt

Ceer Exobot: Saudi-Arabien bringt seine Automarke mit zwei auffälligen Elektroautos auf den Markt

Saudi-Arabien, der größte Exporteur von Rohöl der Welt, hat soeben die nationale Marke Ceer mit zwei Autos gestartet – und zwar 100 % elektrischen Autos.

Die Zukunft der Mobilität hat zahlreiche Hersteller von Elektroautos hervorgebracht. Allein aus China kommen unzählige neue Akteure. Doch auf dem Markt tauchen auch unerwartetere Hersteller auf, wie zum Beispiel VinFast aus Vietnam oder die türkische Marke Togg. Nun ist es an Saudi-Arabien, mit Ceer ins Rennen zu gehen – einer Marke, die aus einer Partnerschaft mit dem Public Investment Fund (PIF) und dem taiwanesischen Elektronikgiganten Foxconn entstanden ist.

Das wedge-Design in neuem Licht

Zur Aufmerksamkeitserregung hat Ceer kürzlich den Exobot vorgestellt, der in Form eines riesigen Limousinenmodells oder eines imposanten SUVs erhältlich ist. Es handelt sich um zwei High-End-Modelle, die offensichtlich eher dazu dienen, das Können der Marke zu demonstrieren, als Marktanteile im Inland zu gewinnen.

In beiden Fällen ist der Entwurf beeindruckend und erinnert in vieler Hinsicht an die stilistischen Ansätze von Bertone, Giugiaro oder Italdesign. Besonders auffällig ist dies bei der Limousine, die an die Gesamtlinie des Quaranta Concept aus dem Jahr 2008 erinnern kann, während viele stilistische Entscheidungen ihren Ursprung offenbar im Nuccio Concept und Stratos Zero von Bertone haben! Besonders markant ist dabei die gerade Linienführung bis zum senkrecht stehenden Kofferraumdeckel, der nach hinten versetzt ist.

Hinter dieser gezogenen Linie ist ein 2,4 m langer Windschutz mit einer Neigung von 15° angebracht. Dazu kommen zahlreiche weitere Glasflächen bis hin zu den Seiten des Autos. Das mag für ein Auto, das für Saudi-Arabien konzipiert wurde, paradox erscheinen. Doch der Hersteller gibt an, dass das Material einer speziellen Veredelung mit Silberbeschichtung unterzogen wurde, um die Hitze optimal abzuleiten. Dies ist Teil der Halo Cooling-Technologie, die verschiedene technische Lösungen zur Bewältigung der Hitze umfasst.

Die aerodynamischen Leistungen dieser Autos sind noch nicht bekannt, und Ceer gibt derzeit nur ihre XXL-Maße bekannt. Mit einer Länge von 5,26 m und nur 1,43 m Höhe fällt das Limousinenmodell in die Kategorie zwischen der BMW i7 und der Mercedes EQS. Der SUV ist kompakter, mit einer Länge von 5,02 m, einer Höhe von 1,69 m und derselben Breite von 2,1 m – er gehört eher zur Klasse der BMW iX oder Mercedes EQS SUV.

Konzeptfahrzeug-typische Türen für die Ceer Exobot

In beiden Fällen umfassen die Schmetterlingstüren den gesamten Seitenbereich der Karosserie und weisen keinen traditionellen B-Pfosten auf. Diese Lösung wird überwiegend für Designstudien verwendet, selten jedoch für Serienfahrzeuge. Die Verstärkungen der Karosseriestruktur könnten das Gewicht erheblich erhöhen, doch Ceer gibt derzeit kein Gewicht seiner Fahrzeuge an.

An Bord ist das Innenraumdesign futuristisch gestaltet und verfügt über eine große digitale Anzeige, die sich von einer Seitenwand zur anderen erstreckt. Ceer gibt keine Gesamtabmessungen an, nennt jedoch eine Größe von 48 Zoll sowie eine Auflösung von 8K. Hinzu kommt eine zentrale Anzeige, die einen schnelleren Zugriff auf die Bedienelemente ermöglicht, doch das Lenkrad sowie die Konsole im Zentrum behalten weiterhin einige Tasten bei.

Von hier aus wird die Klimaanlage gesteuert, wobei der Hersteller ausdrücklich darauf hinweist, dass sie in der Lage ist, den Innenraum in 10 Minuten von 65 auf 32 °C abzukühlen. Aufgrund verschiedener Faktoren (Wetterbedingungen, Gesamtfläche der Glasflächen, Luftmenge an Bord usw.) ist es schwierig, klare Schlüsse zu ziehen, doch auch eine Nissan Leaf kann bei sommerlichem Sonnenschein in 10 Minuten 30 °C abkühlen. Was die übrigen integrierten Technologien angeht, sind die Ceer Exobot auf dem neuesten Stand: mit Fernbedienung und Updates, Vorabklimatisierung sowie einem halbautonomen Fahrsystem.

Eine Antriebsleistung von 850 PS zum Start

Technisch gesehen hat sich die Marke auch modernisiert, indem sie ein Chassis mit by-wire-Steuerung (ohne mechanische Verbindung), adaptiven Luftfederungen sowie lenkenden Hinterrädern eingeführt hat, um dem 3,20 m langen Radstand das Drehen zu erleichtern. Es stehen mehrere Fahrmodi zur Verfügung, darunter ein Drift-Modus sowie ein Off-Road-Modus speziell für den SUV. Zudem sind die Fahrzeuge mit einem hinteren Torque-Vectoring-System ausgestattet.

Denn zur Fortbewegung verfügen die Exobot über drei Elektromotoren. Vorne befindet sich ein Motorblock von Hyundai Transys. Hinten sorgen zwei Motoren von Rimac dafür, dass jeweils ein Rad angetrieben wird. Derzeit gibt Ceer eine maximale Leistung von 625 kW (850 PS) bei 1.000 Nm Drehmoment an. Damit soll eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 2,6 Sekunden möglich sein – beim SUV in 2,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h.

Das Gesamtsystem wird von einer NMC-Batterie mit einer Kapazität von 112 kWh angetrieben, die bei einer sogenannten Spannung von 800 V arbeitet. Der Hersteller gibt nicht an, ob es sich um eine Bruttokapazität oder eine Nettokapazität handelt. Die Wechselstrom-Ladung erfolgt über einen 11-kW-Lader, während das Gleichstrom-System eine Spitzenleistung von 250 kW erreichen kann. Vermutlich liegt genau hier das Problem der Ceer Exobot im Vergleich zu hochwertigen Elektroautos neuer Generation: Ceer gibt an, dass eine Ladung von 10 auf 80 Prozent in weniger als 30 Minuten möglich ist. Unter der Annahme, dass die Batterie eine nutzbare Kapazität von 112 kWh hat, entspricht das einer durchschnittlichen Leistung von fast 160 kW – was zu den ineffizientesten Ladezeiten in der Klasse der 800-V-Systeme zählt.

Was die Reichweite angeht, gibt der Hersteller einen geschätzten Aktionsradius von 670 km für die Limousine und 560 km für den SUV an – gemessen nach dem NEDC-Zyklus. Unter strengen Bedingungen würden dies entsprechend WLTP-Werte von fast 540 und 450 km bedeuten. Die Limousine soll genauso sparsam sein wie eine Lotus Emeya.

Zuerst zwei nationale Modelle, anschließend eine internationale Modellreihe

Ceer plant, zunächst die EXOBOT Sedan und SUV auf den Markt zu bringen, wobei die Produktion im Januar 2027 beginnt und die ersten Lieferungen im März 2027 erfolgen. Danach folgen drei Modelle aus dem D-Segment – eine Limousine, ein SUV und ein SUV-Coupé – sowie ab 2028 kompaktere Fahrzeuge. Insgesamt plant Ceer innerhalb von fünf Jahren eine Modellreihe mit sieben Fahrzeugen, wobei die EXOBOT hauptsächlich als Präsentationsmodelle dienen sollen, um das Image der neuen Marke zu etablieren.

Die Strategie besteht zunächst darin, sich auf Saudi-Arabien und die anderen Golfmärkte zu konzentrieren, anstatt sofort eine globale Expansion anzustreben. Die fünf Modelle, die nach den EXOBOT folgen werden, sollen jedoch so entwickelt werden, dass sie international homologiert werden können, wodurch eine zukünftige Exportmöglichkeit offen bleibt. Ceer verfolgt außerdem eine flexible Strategie bezüglich der Antriebsarten: Die ersten Modelle werden zu 100 % elektrisch sein, doch die Plattform kann künftig auch wiederaufladbare Hybridlösungen oder Fahrzeuge mit Reichweitenverlängerung (EREV) aufnehmen, sofern der Marktbedarf dies rechtfertigt.