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CATL stellt neue Batterielösung für schwere E-Lkw vor

CATL stellt neue Batterielösung für schwere E-Lkw vor

CATL präsentiert ein neues Swap-Batteriesystem, das mit einem fest verbauten Extra-Akku gekoppelt ist. Die Hauptbatterie bietet 432 oder 513 kWh und kann an Wechselstationen ausgetauscht werden. Hinzu kommt der fest verbaute "Range-Extender"-Akku mit 77 kWh, der als Reserve dient.

CATLs neue Swap-Batterien für Lkw

Bild: CATL

Der chinesische Batterie-Riese hat das neue System am Dienstag in Peking präsentiert. CATL positioniert die Produktneuheit als Batterieoption für schwere E-Lkw und will es unter der Bezeichnung „Dual-Electric Range Extender“-Technologie vermarkten. Die am Fahrgestell verbaute Hauptbatterie mit ihren 432 oder 513 kWh soll dabei über ein flexibles Leasingmodell erhältlich sein, „um die Anschaffungskosten zu senken“, wie CATL in einer uns vorliegenden Mitteilung betont.

Zur Unterstützung der neuen Technologie strebt CATL an, sein „QiJi“-Batteriewechselstationen-Netz weiter auszubauen. Das Unternehmen hat die in dem neuen System genutzten Batterieblöcke auf zwei Größen standardisiert: den Wechselblock 260# (mit 432 kWh) für Fahrzeuge mit einem Radstand von 3,8 Metern und den 300# (mit 513 kWh) für Lkw mit einem Radstand von 4,2 Metern. So sollen die Batterien im „QiJi“-Wechselsystem standardmäßig austauschbar sein. Zusammen mit dem fest verbauten 77 -kWh-Extra-Akku, der hinter dem Fahrerhaus sitzt, ergibt sich für das Gesamtsystem eine Kapazität von 509 kWh bzw. 590 kWh.

CATL will durch diesen neuen Ansatz „die Batterienutzung optimieren und die Betriebskosten für Fuhrparks senken“. Bei der Vorstellung der Lösung unterzeichnete CATL auch direkt öffentlichkeitswirksam Verträge mit 14 Partnern zur Anwendung des System, darunter mit SF Express, ZTO Express und YTO Express – drei große Logistik- und Paketdienstleister in China. Das anfängliche Auftragsvolumen beziffert CATL auf 13.000 Einheiten.

Image 2: Catl lkw batterie dual electric range extension battery

Grundsätzlich ist die „Dual-Electric Range Extender“-Technologie zunächst auf CATLs Heimatmarkt ausgelegt, denn dort beginnt das für den Ansatz essenzielle Batteriewechselstationen-Netz des Herstellers im Wesentlichen zu wachsen. Bis Ende des Jahres will CATL 900 Batteriewechselstationen für schwere Lkw in Betrieb haben und im Laufe des kommenden Jahres schon auf 2.000 Einheiten kommen. Langfristig sollen allein in China gemeinsam mit Partnern 10.000 Stationen entstehen.

Wer sich fragt, warum CATL neben dem großen Wechselakku überhaupt eine Reserve-Batterie verbaut, erhält von dem Hersteller folgende Einordnung der aktuellen Lage: Fahrer von Lkw mit herkömmlichen Wechselbatterien kämen meist schon bei einem Ladestand von etwa 30 % zur Wechselstation zurück, so die Verantwortlichen. Dadurch bleibe ein Teil der gemieteten Batteriekapazität ungenutzt. Hier kommt nun die zusätzlichen Reservebatterie ins Spiel: Durch ihren „Puffer“ kann die Entladetiefe („Depth of Discharge“, kurz: „DOD“) der Hauptbatterie laut CATL von etwa 70 auf über 95 % gesteigert werden. So werden die Lkw-Fahrer in die Lage versetzt, die Wechselstation erst anzusteuern, wenn der Ladestand der Hauptbatterie nur noch um die fünf Prozent liegt – ohne das Risiko, dass der Strom an Bord ausgeht.

Hauptbatterie wird nie gänzlich entleert

Bei diesem Schwellenwert von fünf Prozent SoC „überträgt die nahtlose Schalttechnologie von CATL die Stromabgabe innerhalb von Millisekunden an die Range-Extener-Batterie und sorgt so für eine kontinuierliche und stabile Stromversorgung“, präzisiert der Hersteller. Die Hauptbatterie wird also nie komplett leergefahren.

Das System basiert auf CATLs sogenannter „1+X“-Architektur, bei der die Hauptbatterie standardisiert wird, um die Kompatibilität mit dem Wechselnetzwerk zu gewährleisten. Die Range-Extender-Batterie aber individuell konfigurierbar bleibt.

Image 3: Catl lkw batterie wechselbatterie

Bild: CATL

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CATLs Qiji-Wechselnetz für Lkw unterstützt im Umkehrschluss mit der neuen Technologie künftig nicht mehr nur den schon 2025 eingeführten 75#-Batterieblock mit 171 kW, sondern auch die Typen 260# und 300# mit 432 bzw. 513 kWh. Laut CATL soll eine neue Generation der Qiji-Wechselstation den Austausch der Batterien in fünf Minuten erlauben. Und: Die Station „benötigt keine Baugrube und kann innerhalb von nur 5 Tagen errichtet werden“, heißt es.

Laut CN EV News passt das Unternehmen zudem sein Abrechnungsmodell für sein Battery-as-a-Service-Angebot an: „Kunden zahlen nun für die tatsächlich geladene Netto-Energiemenge und nicht für die entnommene Energie. Dadurch profitieren sie weiterhin von den Vorteilen der Rekuperation“, teilt das Portal mit. Laut CATL kann diese Änderung die Batteriemietkosten pro kWh für Nutzer von Basistarifen um bis zu 20 Prozent senken.

CATL ist aktuell größter Player im Akkuwechsel-Markt

Grundsätzlich sieht CATL im Straßengüterverkehr große Potenziale für den Akku-Tausch. Erst im Sommer stieg der Konzern mit knapp 25 Prozent bei Qiyuan Green Power ein, dem größten Betreiber von Batterietausch-Stationen für schwere Lkw in China. Durch die Beteiligung kann CATL zwei Batterietausch-Technologien unter einem Dach vereinen: die eigene namens Qiji und das Wechselsystem von Qiyuan Green Power.

Qiyuan Green Power verfolgt dabei eine Batterietausch-Lösung, die am Heckaufbau ansetzt. „Dieses System ist für seine hohe Kompatibilität bekannt und passt auf über 80 % der in China vorhandenen schweren Lkw mit Batteriewechsel“, schrieb Car News China im August in einem Artikel dazu. Dieser Ansatz werde vorwiegend in geschlossenen oder halböffentlichen Umgebungen wie Bergwerken, Häfen, Stahlwerken und städtischen Baustellen eingesetzt.

CATLs eigenes Batteriewechselsystem der Marke Qiji setzt hingegen am Fahrgestell von Lkw an. Chinas Batterieriese wendet diesen Ansatz inzwischen bei Pkw, Transportern und eben auch Lkw an – und bietet entsprechend verschieden große standardisierte Wechselakkus in seinen Stationen an, die als „Choco-SEB“ bezeichnet werden. SEB steht dabei für „Swapping Electric Blocks“ und die Bezeichnung „Choco“ soll an die Optik einer Schokoladentafel mit ihren einzelnen „Blöcken“ erinnern. Laut Car News China zielt die Qiji-Marke vor allem auf das nationale Autobahn-Logistiknetz ab.

Zum Umfang der Netze ist Folgendes bekannt: Ende 2025 soll das Netz von Qiyuan Green Power gut 1.600 Lade- und Batteriewechselstationen in 208 Städten auf Präfekturebene eingerichtet haben. CATLs Marke Qiji soll bis Ende 2025 über rund 300 Stationen verfügt haben – und das oben erwähnte Ziel verfolgen, im laufenden Jahr auf 900 Stationen zu erhöhen.

Grundsätzlich ist der Batteriewechsel für Lkw in China ein dynamisch wachsender Markt. Ein deutscher Manager, der diesen Markt sehr gut kennt, ist Klaus Sekot, Geschäftsführer der Bosch MC Battery Service Innovations – ein 2025 gegründetes Joint Venture von Bosch und der Mitsubishi Corporation mit Sitz in Ludwigsburg. Die Neufirma ist Spezialist für Battery-as-a-Service-Lösungen (BAAS) und feierte jüngst bei einer Lkw-Batteriewechselstation in Chizhou ihr Kundenprojekt-Debüt.

Im Interview mit electrive erläuterte Sekot im Sommer, dass es in China beim Batteriewechsel für Lkw aktuell drei Standards gibt, die parallel laufen. Und dass China den Battery-Swapping-Markt seit Anfang der 2020er Jahre bewusst aus industriepolitischem Interesse heraus entwickelt habe. Laut Sekots Informationen wurden in China schon 2024 fast 30.000 tauschfähige schwere Lkw neu zugelassen. Das vollständige Interviewlesen Sie hier.