Kanada unterstützt das Laden von Elektrofahrzeugen und den Austausch von Wissen.


Ein erheblicher Anteil der Finanzmittel fließt an etablierte Ladeanbieter. Hydro-Québec erhält 5 Millionen Kanadische Dollar, um in seinem Netzwerk Le Circuit électrique rund 100 neue DC-Schnellladegeräte zu installieren. Mit dieser Erweiterung soll die wachsende Nachfrage gedeckt, die Ladezeiten an stark frequentierten Standorten verkürzt und die Kapazitätsengpässe in Spitzenzeiten verringert werden. Andere Empfänger, darunter Ivy Charging Network und QuantumEV, erhalten ebenfalls Finanzmittel zur Erweiterung der Ladeinfrastruktur in Ontario und anderen Provinzen.
Neben der Erweiterung des Ladeinfrastrukturnetzes für Elektrofahrzeuge investiert die Regierung etwa zwei Millionen kanadische Dollar (rund 1,2 Millionen Euro) in 13 Bildungs- und Aufklärungsprojekte zur Elektromobilität. Diese Initiativen zielen darauf ab, Bedenken auszuräumen und Vertrauen in Fahrzeuge mit null Emissionen aufzubauen. Zu den geförderten Projekten gehören spezialisierte Schulungsprogramme für Rettungsdienste sowie Probefahrten in ländlichen und indigenen Gemeinschaften.
Richtlinien für Mehrfamilienhäuser
Ein zentraler Schwerpunkt der Fördermittel für die Aufklärung ist die Übertragung von Expertenwissen bezüglich Ladeinfrastrukturen in und um Mehrfamilienhäuser sowie Wohneigentümervereine, in denen fast ein Drittel der kanadischen Familien lebt. Im Gegensatz zu Haushalten in Einfamilienhäusern haben Bewohner von Mehrfamiliengebäuden oft keinen Zugang zu privaten Ladeanlagen.
Spezifisch für Mehrfamilienhäuser erhält der Canadian Charging Infrastructure Council eine Finanzierung in Höhe von 200.000 kanadischen Dollar. Ziel dieses nationalen Projekts ist es, die kosteneffiziente und gerechte Installation von Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern zu beschleunigen, Entscheidungsprozesse zu unterstützen und konkrete Hindernisse bei der Umsetzung beseitigen.
Travis Allan, Präsident des Canadian Charging Infrastructure Council, erläutert den Hintergrund der Initiative: „Das Fahren mit Elektrofahrzeugen kann einer kanadischen Familie über 10 Jahre hinweg zwischen 23.000 und 32.000 Dollar sparen, doch für fast eine von drei kanadischen Familien, die in Wohnungen, Eigentumswohnungen oder Apartmentkomplexen leben, bleiben diese Ersparnisse unerreichbar.“ Der Canadian Charging Infrastructure Council strebt danach, dies zu ändern.
Zusätzlich erhält ein Projekt der Canadian Parking Association 200.000 kanadische Dollar, um praktische, auf Forschung basierende Ressourcen zu entwickeln, die Parkbetreibern und -eigentümern bei der Planung und Installation von Ladeinfrastruktur helfen.
Richtlinien für gemeinsam genutzte Parkplätze
Diese Initiativen bieten Wohneigentümervereinigungen, Immobilienverwaltern und Vermietern klare, praktische Anleitungen – einschließlich rechtlicher und technischer Beratung –, um die Installation von Ladepunkten in Tiefgaragen und gemeinsam genutzten Parkplätzen zu vereinfachen und sicherzustellen, dass sie den Vorschriften entsprechen.
Diese Maßnahmen ergänzen Kanadas nationale Automobilstrategie, die im letzten Winter eingeführt wurde. Mit einem Stromnetz, das zu etwa 80 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen gespeist wird, richten die Politikmaßnahmen des Landes den Sektor kontinuierlich auf Klimaeffizienz und globale Wettbewerbsfähigkeit aus. Branchenverbände wie Electric Mobility Canada haben die gezielte Unterstützung bei der Flottenverwaltung, dem bidirektionalen Laden sowie der Integration von Elektrofahrzeugen in lokale Stromnetze begrüßt.
Quelle: electrive