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BYD hat weitere 10 Schiffe bestellt, jeweils für 9.200 Autos. Es baut seine eigene Exportbrücke nach Europa auf.

BYD hat weitere 10 Schiffe bestellt, jeweils für 9.200 Autos. Es baut seine eigene Exportbrücke nach Europa auf.

BYD verfügte bereits über acht Schiffe dieser Art und hat nun laut Branchenpublikationen weitere 10 Einheiten in Auftrag gegeben, jeweils mit einer Kapazität von 9.200 CEU. Die Lieferungen sollen in den Jahren 2027 bis 2029 erfolgen, wodurch die Flotte auf 18 Schiffe mit einer Gesamtkapazität von über 130.000 CEU anwachsen würde.

Für Fahrer in Europa ist die Schlussfolgerung einfach: Die Chinesen wollen nicht nur in großen Mengen produzieren, sondern auch die Logistik selbst kontrollieren. Und bei den Zöllen in der EU ist das kein Nebensache.

10 neue PCTC-Schiffe, insgesamt über 130.000 CEU

Die neuen Schiffe sollen von den Werften Jinling und Haimen gebaut werden, die zur China Merchants Industry gehören. Es handelt sich um Schiffe des Typs PCTC, also pure car and truck carrier, die zum Transport von Autos und anderen Radfahrzeugen bestimmt sind. Es handelt sich dabei um klassische RoRo-Schiffe, sodass die Autos ohne Container auf eigene Kraft ein- und ausfahren können.

Ein wichtiger Hinweis: Die Kapazität wird in CEU, also car equivalent units, gemessen und nicht in einer festen Anzahl von Autos. Mit anderen Worten bedeutet 9.200 CEU nicht unbedingt genau 9.200 Autos derselben Größe.

Allein die neue Bestellung würde 92.000 CEU hinzufügen. Zusammen mit der aktuellen Flotte von BYD würde dies insgesamt 18 Einheiten und eine Kapazität von über 130.000 CEU ergeben. Es sei gleich hinzugefügt: Das ist die Kapazität für einen einmaligen Transport, nicht die jährliche Anzahl exportierter Autos.

Die erste Flotte aus acht Schiffen von BYD wurde im September 2025 abgeschlossen, als das Schiff BYD Jinan in Betrieb genommen wurde. Zuvor kamen Explorer No. 1, Hefei, Changzhou, Shenzhen, Xi’an, Changsha und Zhengzhou dazu. Alles entstand in weniger als zwei Jahren, gerechnet ab der Lieferung von Explorer No. 1 im Januar 2024. Schnell – selbst für BYD.

CarNewsChina schätzt, dass die ursprüngliche Flotte von acht RoRo-Schiffen ein Exportpotenzial von 1 Million Autos pro Jahr bot, und mit der Hinzufügung von weiteren 10 BYD-Schiffen könnte dieser Wert sogar auf 2,5 Millionen Autos pro Jahr steigen. Das ist bereits eine Zahl, die eher wie die Infrastruktur eines nationalen Exporteurs aussieht als ein Zusatz zum bestehenden Geschäft.

Der Export steigt, weil es in China eng wird

Im August exportierte BYD 184.000 Personenkraftwagen aus China – das sind 131 Prozent mehr im Jahresvergleich und 6 Prozent mehr als im Juli. Damit waren 35,4 Prozent des chinesischen Exports an NEV-Personenkraftwagen, also batteriebetriebenen und plug-in-Hybriden, auf BYD entfallen. Von Januar bis August waren es insgesamt 1,127 Millionen Fahrzeuge, was einem Anstieg von 88 Prozent im Jahresvergleich entspricht.

Gleichzeitig hat die Marke BYD in ihrem Heimatmarkt Schwierigkeiten. Allein in China wurden im August 184.000 Autos verkauft, was einem Rückgang von 35 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Nach acht Monaten des Jahres 2026 lag der inländische Verkauf der Marke bei 1,15 Millionen Autos, das sind 43 Prozent weniger als im Vorjahr.

Das erklärt gut, warum BYD eine eigene Flotte benötigt. Im Ausland sind die Gewinnmargen höher, während in China ein endloser Preiskrieg andauert. Laut CPCA sank die Gewinnmarge der chinesischen Automobilindustrie im ersten Quartal 2026 auf 3,2 Prozent. Zudem entfielen im August 78 Prozent des Verkaufs von Personenkraftwagen in China auf inländische Marken. Im Jahr 2020 lag dieser Anteil bei etwa 35 Prozent.

Es gibt noch einen weiteren europäischen Aspekt. Im September 2025 transportierte BYD Zhengzhou Fahrzeuge mit rechtsseitigem Lenkrad von einer Fabrik in Thailand nach Großbritannien. Es handelte sich um den ersten Export aus dieser Anlage. Das ist bedeutend, denn Thailand unterliegt keinen EU-Ausgleichszöllen auf chinesische Elektrofahrzeuge, während BYD aus China mit einem zusätzlichen Zoll von 17 Prozent auf die bereits bestehenden 10 Prozent belegt ist.

BYD baut also nicht nur Schiffe. Es schafft sich einen Ausweg aus dem chinesischen Preiskrieg und teilweise auch vor den europäischen Zöllen. Meine Frage an Sie: Wird die eigene BYD-Flotte dazu beitragen, dass das Unternehmen Europa schneller und günstiger fluten kann – oder werden die Zölle diesen Effekt dennoch zunichtemachen?

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