Der BYD Sealion 08 ist in China für 229.900 bis 279.900 Yuan im Verkauf erhältlich. Der Flaggschiff-SUV Ocean möchte in einer höheren Preisklasse ohne Denza-Logo ankommen.

BYD hat in China das Modell Sealion 08 eingeführt, einen großen SUV, der als Elektrofahrzeug und Plug-in-Hybrid erhältlich ist. Das Auto kostet zwischen 229.900 und 279.900 Yuan, ist 5,115 m lang und verspricht in der obersten BEV-Version sogar eine CLTC-Reichweite von 900 km.
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Hier ist es nicht nur die Ausstattung, sondern auch das Vorgehen von BYD, das besonders interessant ist. Das Unternehmen versucht, ein teureres Familienmodell unter der Hauptmarke zu verkaufen und nicht über Denza oder Fang Cheng Bao.
BYD Sealion 08: Preise, Versionen und Positionierung
Der Sealion 08 ist der neue Flaggschiff-SUV der Ocean-Reihe. Es gibt acht Versionen mit PHEV- oder BEV-Antrieb sowie in 5- oder 6-Sitzer-Ausführung.
Der Preisvergleich in China sieht wie folgt aus:
Version
Preis
PHEV 400 km 6-Sitzer Honor
229.900 Yuan
BEV 900 km 6-Sitzer Honor
239.900 Yuan
PHEV 350 km 5-Sitzer AWD Flagship
249.900 Yuan
BEV 900 km 5-Sitzer Honor
249.900 Yuan
BEV, 800 km, 5 Sitze, Allradantrieb, Flaggschiff-Modell
259.900 Yuan
BEV, 900 km, 6 Sitze, Honor-Modell
259.900 Yuan
PHEV, 350 km, 6 Sitze, Allradantrieb, Flaggschiff-Modell
269.900 Yuan
BEV, 800 km, 6 Sitze, Allradantrieb, Flaggschiff-Modell
279.900 Yuan
In Umrechnung sind das etwa 33.800–41.200 US-Dollar, was auf ein Niveau hindeutet, bei dem es in China bereits sehr stark nachgefragt wird. Zu den Konkurrenten gehören natürlich der Xpeng G9L, der Li Auto i6 sowie die großen Hybrid- und Elektrofahrzeuge von Great Wall.
BYD gibt offen zu, dass das Ziel darin besteht, die Marke Ocean weiter nach oben zu bringen. Der Seal 08, ein Sedan aus derselben Preisklasse, wurde bereits zu einem Preis von 196.900 Yuan vorgestellt. Jetzt ist die Zeit für SUVs gekommen, denn dort befinden sich Familien sowie höhere Gewinnmargen.
Ausmaße und Innenraum: mehr wie ein Salon als ein gewöhnlicher Familien-SUV
Der Sealion 08 ist 5.115 mm lang, 1.999 mm breit, 1.800 mm hoch und hat eine Radstandlänge von 3.030 mm. Er ist nicht mehr ein Konkurrent für den Tesla Model Y, sondern gehört in einer höheren Größenklasse. Er ähnelt eher den großen chinesischen Familien-SUVs als den klassischen mittelgroßen SUVs aus Europa.
Innen setzt BYD auf große Bildschirme und Komfort. An Bord befinden sich unter anderem:
ein 17,3-Zoll-Zentralbildschirm
12,3-Zoll-Instrumente
ein 26-Zoll-AR-HUD
ein 21,4-Zoll-Dachbildschirm für die Passagiere im Fond
ein 7,3-Liter-Kühlschrank
ein Audiosystem von Devialet mit 25 Lautsprechern und Dolby Atmos
In der 6-Sitzer-Version gibt es Sitze im Zero-Gravity-Stil für Fahrer und Beifahrer in der zweiten Reihe. Letzterer kann auch seitwärts verschoben werden. Das klingt etwas nach PR-Event, aber die Chinesen kaufen in diesem Segment heutzutage wirklich Autos wegen der Ausstattung – nicht nur wegen des Logos.
Auch der Kofferraum sieht nicht schlecht aus. Die 5-Sitzer-Version hat 943 Liter im Heck und 201 Liter im Kofferraumboden. Die 6-Sitzer-Version bietet 317 Liter im Heck plus denselben vorderen Kofferraum, und nach Umklappen der Sitze steigt die Kapazität auf 1.173 Liter.
PHEV und BEV mit Blade-Batterie der 2. Generation
Der stärkste Punkt dieser Präsentation ist das Antriebssystem. Alle Versionen sollen eine Blade-Batterie der 2. Generation erhalten, sowohl die Hybrid- als auch die Elektroversionen. Das ist wichtig, denn BYD beginnt, seine neueren Zellen als Eingang in die höhere Liga zu betrachten und nicht nur als günstige Basis für Massenautos.
PHEV: große Batterie für ein Plug-in-Hybridfahrzeug
Die PHEV-Version nutzt einen 1,5-Liter-Turbo-Motor mit einer Leistung von 115 kW. Die Variante mit einem Elektromotor bietet 200 kW, und das AWD-System ergänzt mit einem weiteren Motor derselben Leistung.
Der entscheidende Parameter ist der Akku. BYD hat hier ein Paket mit einer Kapazität von 55,843 kWh verbaut. Für ein PHEV ist das sehr viel – eher wie ein kleines Elektroauto als wie ein klassisches Plug-in-Hybridfahrzeug. Die deklarierte elektrische Reichweite beträgt 350–400 km nach CLTC, während die Gesamtreichweite bei voller Ladung und vollem Tank bis zu 1.650 km beträgt.
Ebenfalls angegeben ist der Kraftstoffverbrauch nach Entladung der Batterie: 4,6 l/100 km nach NEDC. Hier muss man sofort auf den Marketing-Überhöhungsfaktor achten. Sowohl NEDC als auch CLTC können sehr optimistisch sein, wodurch die tatsächlichen Werte deutlich niedriger ausfallen. Die Größe des Akkus macht jedoch einen beeindruckenden Eindruck.
BEV: bis zu 900 km nach CLTC und sogar 585 kW im AWD-Modell
Die elektrischen Versionen verfügen über einen Akku mit einer Kapazität von 115,072 kWh. Die Hinterradantriebsversion hat 370 kW, während das AWD-Modell 215 kW vorne und 370 kW hinten kombiniert.
Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h soll je nach Version zwischen 5,9 und 3,9 Sekunden dauern. Die deklarierte Reichweite beträgt 800–900 km nach CLTC.
Auch hier muss ein Stern gesetzt werden. 900 km CLTC bei einem großen SUV klingen auf dem Papier großartig, doch in der europäischen Realität und bei schnellerer Fahrweise sinkt diese Zahl stark. Selbst nach Korrekturen kann es sich immer noch um einen sehr guten Wert handeln, sofern Masse und Aerodynamik die Effizienz nicht beeinträchtigen.
Flash Charging: 10–70 % in 5 Minuten, 10–97 % in 9 Minuten
BYD fügt dem Sealion 08 seine Flash-Charging-Technologie hinzu. Laut dem Hersteller soll das Auto in 5 Minuten von 10 auf 70 Prozent und in 9 Minuten von 10 auf 97 Prozent laden.
Das sind Zahlen, die geradezu absurd gut klingen. Genau deshalb ist es wichtig, nüchtern zu bleiben. Ohne die vollständige Ladekurve, Angaben zur Spitzenleistung, zur Batterietemperatur sowie zu den genauen Testbedingungen ist es schwierig einzuschätzen, wie viel davon außerhalb des Labors oder außerhalb der ausgewählten BYD-Ladegeräte übrig bleibt.
Dass PHEV- und BEV-Fahrzeuge eine so schnelle Ladezeit bewältigen sollen, ist dennoch interessant – besonders bei einem Plug-in-Hybrid mit einer so großen Batterie. Wenn BYD eine brauchbare Wiederholgenauigkeit erreicht, könnte es sich um einen der wenigen Hybride handeln, die tatsächlich geladen werden wollen und nicht nur betankt werden müssen.
Fahrwerk, schaltbares Hinterachssystem und ADAS
Angesichts der Abmessungen von über 5,1 Metern musste BYD etwas am Manövriervermögen tun. Der Sealion 08 verfügt über DiSus-A, also eine intelligente Fahrwerkssteuerung mit zweikammriger pneumatischer Federung, sowie ein aktives Schaltsystem für die Hinterachse.
Laut dem Hersteller ergibt sich daraus ein Wendekreis von 4,95 Metern. Wenn diese Zahl in der Praxis erreicht werden kann, wäre das für ein so großes Auto ein sehr gutes Ergebnis. Der Hersteller erwähnt außerdem eine Straßenansicht, den Crab-Walk-Modus sowie Funktionen zur Reduzierung des Umkipprisikos.
Für die Assistenzsysteme ist God’s Eye B in der God’s Eye 5.0-Architektur verantwortlich. Dazu gehören unterstützte Stadtnavigation, Autobahnassistent sowie mehrere Automatikparkmodi. Es klingt wie die Antwort von BYD auf das, was Huawei, Xpeng oder Li Auto bereits seit längerem anbieten. Die Frage bleibt wie immer: Wie funktioniert das in der Praxis außerhalb der Präsentation?
BYD möchte die Hauptmarke teurer verkaufen
Das ist wohl der interessanteste Aspekt dieser Präsentation. BYD verfügt bereits über Submarken wie Denza oder Fang Cheng Bao, doch der Sealion 08 fällt unter das reguläre BYD-Label. Das Unternehmen prüft, ob die Kunden einen höheren Preis ohne Prämie für eine eigene Marke akzeptieren werden.
Das hat einen geschäftlichen Sinn, denn die Sealion-Reihe begann leicht an Geschwindigkeit zu verlieren. Im August 2026 wurden 48.559 Fahrzeuge verkauft, was einem Rückgang von 8,86 Prozent im Jahresvergleich und 1,02 Prozent im Vergleich zu Juli entspricht. Andererseits wurden in den ersten acht Monaten des Jahres 275.974 Fahrzeuge abgesetzt, was weiterhin 25,91 Prozent mehr sind als im Vorjahr.
Die gesamte Ocean-Reihe verkaufte im August 193.109 Fahrzeuge und von Januar bis August insgesamt 1.167.552 Fahrzeuge. BYD verfügt also über die Größe, um mit der Positionierung zu experimentieren. Die Frage ist, ob die Verbraucher ein teureres BYD weiterhin als günstige Gelegenheit ansehen oder ob bereits der Zeitpunkt gekommen ist, zum Wettbewerb überzugehen.
Für Europa und Polen ist dieses Modell derzeit eher ein Signal als eine Ankündigung eines schnellen Debüts. Sollte BYD jedoch auch bei uns den Durchschnittspreis erhöhen wollen, dann werden gerade solche Fahrzeuge zeigen, ob die Marke in der Lage ist, über die Rolle des Herstellers einer „günstigeren Alternative“ hinauszugehen.
Der Sealion 08 sieht aus wie ein Auto, mit dem BYD die Grenzen seiner eigenen Marke testet. Meine Frage an Sie: Würden Sie ein so großes BYD mit dem Hauptlogo kaufen, oder würden Sie bei diesem Preis bereits ein Premium-Label erwarten?