Der BYD Great Seagull ist auf 4,21 m gewachsen. LiDAR und Megawatt-Ladung sind weiterhin nicht bestätigt.

BYD entwickelt in China eine größere Variante des Seagull, die vorläufig als Great Seagull oder Da Haiou bezeichnet wird. Das Auto hat eine Radstandlänge von 2.650 mm, einen Motor mit einer Leistung von 95 kW sowie LFP-Akkus mit einer Kapazität von bis zu 39,23 kWh, doch das Foto mit dem Megawatt-Ladegerät gehört noch nicht zur offiziellen Spezifikation des Fahrzeugs.
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Auf den Fotos aus der Werbesession ist das fast fertige Auto sowie das BYD Megawatt Flash-Charger-Ladegerät zu sehen. Allerdings hat der Hersteller weder die maximale Ladeleistung des Great Seagull noch die Zeit angegeben, die zum Aufladen der Energie benötigt wird.
Größer als der Seagull, nahe am Dolphin
Der neue Hatchback ist 4.205 mm lang, 1.810 mm breit und 1.570 mm hoch. Der Radstand ist im Vergleich zum aktuellen Seagull um 150 mm auf 2.650 mm gewachsen. Diese Abmessung bringt das Auto der BYD Dolphin-Modellreihe näher, obwohl der Great Seagull unter dieser Position eingestuft werden soll.
BYD hat den Charakter des Fahrzeugs nicht vollständig geändert. Es bleibt weiterhin ein kleiner, fünftüriger Elektrofahrzeug für die Stadt, ist aber nicht mehr nur eine sehr einfache, preisgünstige Konstruktion. Ein größeres Innenraumkonzept und ein längeres Bodenblech können tatsächlich mehr Platz im Fond bieten, was dem aktuellen Seagull bei familiären Einsätzen am meisten fehlt.
Die Karosserie verfügt über einen geschlossenen vorderen Bereich, scharfe Stoßfängerlinien sowie polygonale Scheinwerfer. Auf den Bildern ist außerdem die neue Lackierung Ink Green zu sehen. Wichtiger ist jedoch das Element auf dem Dach, nämlich der LiDAR.
Parameter
BYD Great Seagull
—
—:
Länge
4 205 mm
Breite
1 810 mm
Höhe
1 570 mm
Radstand
2 650 mm
Motorkraft
95 kW
Höchstgeschwindigkeit
150 km/h
Akku
LFP FinDreams, 29,99 oder 39,23 kWh
CLTC-Reichweite
320 oder 420 km
LiDAR und God’s Eye B im Auto für weniger als 100.000 Yuan?
Der LiDAR soll mit dem God’s Eye B-System zusammenarbeiten, das auch als DiPilot 300 bekannt ist. In der chinesischen Version soll das System Unterstützung auf Stadtstraßen und Autobahnen, den Spurwechsel, das Erkennen von Verkehrslichtern sowie das automatische Parken bieten.
Das wäre eine ungewöhnliche Konfiguration für ein Auto in diesem Segment. Der aktuelle Seagull kostet in China zwischen 69.800 und 69.900 Yuan, was etwa 10.300 bis 10.400 Dollar entspricht. LiDAR, eine leistungsstärkere Antriebseinheit und ein größeres Fahrzeugchassis werden den Preis des Great Seagull fast sicher erhöhen, obwohl noch unklar ist, ob BYD ihn unter 100.000 Yuan halten wird.
Es ist wichtig, hier einen kühlen Kopf zu bewahren. Der LiDAR allein bedeutet noch keine autonome Fahrfähigkeit. God’s Eye B ist ein fortschrittliches System zur Unterstützung des Fahrers, wobei der Umfang seiner Funktionen von der Autoversion, der Software sowie den lokalen Vorschriften abhängen kann. In Europa würde ein solches Paket, selbst wenn es in den Verkauf käme, nicht unbedingt genauso funktionieren wie in China.
Auf der Innenseite verzichtet BYD auf das traditionelle Instrumentenbrett. Der Fahrer erhält ein einfaches, zweizölliges Lenkrad sowie einen größeren, zentralen Bildschirm. Auf den Fotos ist außerdem ein neu gestalteter Mitteltunnel mit mehr Fächern zu sehen. Das ist eine Richtung, die bereits aus neueren Modellen der Marke bekannt ist.
Die auf dem Foto abgebildete Megawatt-Ladestation ist noch keine Garantie
Am meisten Aufsehen erregt die Anwesenheit des Megawatt Flash-Charger-Ladegeräts während der Werbesession. BYD entwickelt ein Ladesystem mit einer Leistung von bis zu 1 MW für seine neuesten Fahrzeuge, die auf der Hochspannungsarchitektur basieren. Derzeit beginnen die günstigsten chinesischen Modelle der Marke, die mit dieser Technologie assoziiert werden – Qin MAX EV und Seal 06 EV – bei etwa 110.000 Yuan.
Great Seagull könnte daher mit einer solchen Technologie einen niedrigeren Preis haben. Doch ein Foto des Autos am Ladegerät reicht nicht aus, um festzustellen, dass der Kombi tatsächlich eine Leistung im Megawatt-Bereich erhalten wird. BYD hat weder die Ladeleistung noch die Spannung der Anlage sowie die angegebene Ladedauer mitgeteilt.
Dies ist besonders wichtig bei einer Batteriekapazität von 30 oder 39,2 kWh. Selbst eine sehr hohe Spitzenleistung wäre nur kurz verfügbar, und für den Fahrer zählt in erster Linie die Ladekurve sowie die Zeit von 10 auf 80 Prozent. Der Marketingbegriff „Megawatt“ kann hier die Möglichkeiten der Ladestation beschreiben, nicht jedoch die tatsächlichen Werte des kleinen Autos.
Die LFP-Batterien liefert FinDreams, das Batteriegeschäft von BYD. Die Basisversion hat eine Kapazität von 29,99 kWh und eine CLTC-Reichweite von 320 km, die größere Variante 39,23 kWh sowie eine CLTC-Reichweite von 420 km. Eine direkte Umrechnung in WLTP-Werte wäre riskant, doch in der Praxis sollten deutlich niedrigere Werte erwartet werden als die chinesischen Angaben.
95 kW anstelle von 55 kW – ein Problem für den Dolphin
Der Synchronmotor mit Permanentmagneten soll eine Leistung von 95 kW, also 127 PS, erbringen. Der aktuelle Seagull verfügt über einen Motor mit 55 kW Leistung. Der Unterschied ist groß, und die Höchstgeschwindigkeit wird auf 150 km/h steigen. Das sollte das Fahrverhalten außerhalb der Stadt verbessern, wo die Basisversionen kleiner Elektroautos schnell ihre Kompromissgrenzen aufzeigen.
BYD muss jedoch darauf achten, keine Kunden an den Dolphin zu verlieren. Die Verkaufszahlen aus China zeigen das Ausmaß beider Modelle: Der Seagull erzielte in einem der letzten Monate 10.103 Neuzulassungen, während der Dolphin 16.829 erreichte. Der Dolphin verkauft sich weiterhin gut, daher ist ein schnelles Zurückziehen nicht in Frage gekommen.
In Europa wird der aktuelle Seagull als BYD Dolphin Surf angeboten. Der Hersteller hat nicht bestätigt, ob der Great Seagull auf unseren Markt kommen wird und unter welchem Namen. Sollte er jedoch mit LiDAR sowie einer deutlich leistungsstärkeren Antriebstechnik erscheinen, wird er nicht mehr als Elektroauto „für möglichst wenig Geld“ gelten. Er wird eher eine günstigere Alternative zum Dolphin sein, aber mit Ausstattung auf der Stufe eines höheren Modells.
Das Interessanteste am Great Seagull ist daher nicht allein die vergrößerte Karosserie, sondern die Frage, ob BYD es schafft, nach dem Hinzufügen von LiDAR, 95 kW Leistung sowie schnellem Laden einen vernünftigen Preis beizubehalten. Ziehen Sie ein kleines Elektroauto mit großer Batterie vor oder lieber eine kürzere Reichweite im Austausch gegen schnelleres Laden und bessere Assistenzsysteme?