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BYD Da Han startet mit Vorbestellungen ab 249.900 Yuan. Der große Sedan mit einer Reichweite von 1.008 km zielt auf ein höheres Niveau als der Han ab.

BYD Da Han startet mit Vorbestellungen ab 249.900 Yuan. Der große Sedan mit einer Reichweite von 1.008 km zielt auf ein höheres Niveau als der Han ab.

BYD präsentierte in Chengdu den neuen Da Han EV, also den Flaggschiff-Sedan der Dynasty-Reihe, der über dem bisherigen Han angesiedelt ist. Das Auto startet in China ab 249.900 Yuan, hat eine CLTC-Reichweite von bis zu 1.008 km und bietet in der topausgestatteten AWD-Version eine Leistung von 570 kW.

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Es handelt sich um einen weiteren Schritt von BYD in Richtung Premium-Segment. Allerdings geht es hier nicht nur um einen großen Bildschirm und Holzelemente, sondern auch um Leistungsmerkmale, die auf dem Papier wie eine Mischung aus einer luxuriösen Limousine und einem sehr schnellen EV erscheinen.

BYD Da Han EV: Preise, Ausstattungsvarianten und Positionierung

Der Da Han ist der erste Sedan aus der „9 Series“ innerhalb der Dynasty-Familie. BYD positioniert ihn als großes Oberklasse-Modell, über dem aktuellen Han und neben dem zuvor vorgestellten SUV Da Tang. Kurz gesagt: Die Chinesen entwickeln eigene Flaggschiff-Modelle für Kunden, die bisher eher zu Denza, NIO oder den deutschen Marken griffen.

Im Vorverkauf sind drei elektrische Versionen erschienen:

Version

Preis in China

Antrieb

CLTC-Reichweite

Da Han EV RWD LiDAR Premium

249.900 Yuan

Hinterradantrieb, 1 Motor

1.008 km

Da Han EV RWD LiDAR Flagship

269.900 Yuan

Hinterradantrieb, 1 Motor

1.008 km

Da Han EV AWD LiDAR Flagship

299.900 Yuan

4×4, 2 Motoren

880 km

Bei dem heutigen Wechselkurs entspricht das etwa 37.200–44.600 US-Dollar, was in China ein sehr aggressiver Preisniveau für ein Auto dieser Größe und Ausstattung darstellt. Sollte dieses Auto eines Tages nach Europa kommen, wäre der Preis natürlich aufgrund von Transportkosten, Zöllen und Homologierung deutlich höher. Doch der Vergleichspunkt ist bereits erkennbar.

Das Auto hat eine Länge von 5.256 mm, eine Breite von 1.999 mm, eine Höhe von 1.510 mm und einen Radstand von 3.130 mm. Das gehört bereits in den Bereich der großen Limousinen. Der Vergleich mit dem Mercedes S-Klasse entsteht völlig von selbst, obwohl der BYD preislich deutlich günstiger ist.

1.008 km nach CLTC und 570 kW Leistung. Auf dem Papier klingt das viel, aber die Zahlen sind dennoch beeindruckend.

Der stärkste Marketingfaktor ist die Reichweite. In den heckgetriebenen Versionen verfügt der Da Han EV über einen Akku mit einer Kapazität von 102,326 kWh und eine deklarierte Reichweite von 1.008 km nach CLTC. Hier muss man sofort einen Stern setzen. Die CLTC-Reichweite ist keine reale Straßenreichweite, besonders bei einem Auto dieser Größe und Masse. In Europa wären es nach WLTP deutlich weniger, und im normalen Autobahnverkehr noch weniger.

Trotzdem wirken die Zahlen überzeugend. Eine vierstellige Reichweite im Katalog zieht weiterhin Aufmerksamkeit auf sich und stärkt das Image eines technologischen Leaders.

Die RWD-Version verfügt über einen Motor mit einer Höchstleistung von 370 kW, das sind etwa 496 PS. Das ist bereits mehr als in vielen Sportsedans, ganz zu schweigen von klassischen Limousinen.

Die topausgestattete AWD-Variante erhält zusätzlich einen vorderen Motor mit 200 kW, was insgesamt 570 kW bzw. etwa 764 PS ergibt. BYD gibt hier eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,8 Sekunden an, eine Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h sowie eine Beschleunigung von 100 auf 150 km/h in 3,2 Sekunden. Dieser letzte Wert sagt viel aus: Das Auto soll nicht nur gut von der Stelle kommen, sondern auch bei höheren Geschwindigkeiten stark ziehen.

In einer der Beschreibungen wird für die AWD-Version eine Beschleunigung von 3,3 Sekunden auf 100 km/h angegeben, in einer anderen 3,8 Sekunden. Derzeit ist es sicherer, sich an die offiziell mitgeteilten 3,8 Sekunden aus der Vorbestellphase zu halten. Der Unterschied ist nicht gering, daher lohnt es sich, die endgültigen Daten beim vollständigen Markteintritt zu überprüfen.

BYD gibt außerdem eine Bremsstrecke von 32,83 Metern bei 100 km/h an. Wenn sich dieser Wert in unabhängigen Tests bestätigt, ist das für ein so großes Auto sehr gut.

Fahrwerk, drehbare Hinterachse und „Flash Charging“

Der Han basiert nicht nur auf den Leistungsdaten des Antriebs. Serienmäßig soll er 15 Ausstattungsdetails erhalten, die BYD für das gesamte Modellprogramm entscheidend hält. Dazu gehören ein zweikammriger pneumatischer DiSus-A-Fahrwerk, eine drehbare Hinterachse, schnelles Laden sowie Vordersitze im Zero-Gravity-Stil.

Eine drehbare Hinterachse in einem solchen Auto macht Sinn. BYD gibt einen Wendekreis von 4,95 Metern an – was bei einer Länge von über 5,2 Metern fast unglaublich gut klingt. Wenn diese Zahl auf den tatsächlichen Wendekreis und nicht auf eine vorteilhaftere Methodik des Herstellers beruht, kann das Manövrieren in der Stadt überraschend einfach sein.

Die DiSus-A-Federung soll außerdem die Bodenfreiheit um 100 mm erhöhen. Das klingt eher nach einer gelegentlichen Funktion als nach etwas, das der Fahrer täglich nutzen würde, doch in China werden solche Lösungen im Premium-Segment gut aufgenommen.

Am interessantesten erscheint die Angabe zum Ladevorgang. BYD spricht von einer „Flash Charging“-Technologie, die es ermöglichen soll, den Akkustand von 10 auf 97 Prozent in 9 Minuten zu erhöhen. Diese Zahl ist so beeindruckend, dass man fast nach einer sehr kleinen, gedruckten Ergänzung verlangt. Ohne Angabe der Ladeleistung, der Kurve, der Batterietemperatur sowie der Testbedingungen handelt es sich vorerst eher um eine Darstellung der Möglichkeiten des Systems als um ein ernsthaftes Versprechen für den täglichen Gebrauch. Mit anderen Worten: Es klingt großartig, aber man muss auf echte Tests warten.

Innenraum und Ausstattung. BYD konzentriert sich auf den Passagier im Fond

Die Kabine des Da Hana ist offensichtlich für einen Kunden konzipiert, der nicht immer am Steuer sitzt. Die Ausstattung an der Vorderseite ist typisch für neue chinesische Flaggschiffe: digitale Uhranzeigen, ein zentrales Display, ein Beifahrerdisplay sowie ein HUD-Display. Die Materialien sollen echtes Holz und metallische Akzente enthalten.

Doch das Wichtigste befindet sich hinten. Die Radstandlänge von 3.130 mm spielt hier eine entscheidende Rolle, und BYD betont stark die Ausstattung der zweiten Reihe. Es gibt Fußstützen, Belüftung, Heizung, Massagefunktionen sowie ein separates Bediendisplay im Armlehnenbereich. Der Da Hana verfügt außerdem über ein Deckendisplay für die Passagiere im Fond, was bei Limousinen noch nicht selbstverständlich ist.

Dazu kommt ein intelligent abdunkelbares Glas an der Rückseite, das per Berührung eingestellt werden kann. BYD behauptet, dass praktisch nur der Yangwang U8 zuvor eine ähnliche Lösung im Angebot hatte. Es gibt außerdem schließende Türen sowie ein Devialet-Audiosystem mit bis zu 31 Lautsprechern, wobei standardmäßig 25 Lautsprecher enthalten sein sollen.

Kurz gesagt: Dieses Auto versucht nicht, ein „sportlicher Han“ zu sein. Es will vielmehr eine günstiger bewertete chinesische Premium-Limousine sein.

LiDAR und God’s Eye B. Die Fahrassistenten sind serienmäßig, die Autonomie jedoch nicht.

Sämtliche in der Vorbestellphase gezeigten Versionen verfügen über ein LiDAR auf dem Dach sowie das Fahrerassistenzsystem God’s Eye B, das auf einigen Märkten auch als DiPilot 300 bezeichnet wird. Der Hersteller spricht von der Funktion NOA, also einer Punkt-zu-Punkt-Fahrt unter Fahrerüberwachung.

Dies muss vorsichtig gelesen werden. Wir haben hier ein umfangreiches ADAS-System, aber keine vollständige Autonomie. Der Fahrer ist weiterhin für das Auto verantwortlich und muss bereit sein, die Kontrolle zu übernehmen. In China gibt es in letzter Zeit sehr viele solcher Aussagen. Nur unabhängige Tests werden zeigen, ob dies dem Niveau von NIO und Huawei entspricht oder eher dem des Marketings.

Auch ein Plug-in-Hybrid wird es geben, aber der Elektroantrieb spielt hier die Hauptrolle

BYD hat ebenfalls eine PHEV-Version angekündigt, deren Vorbestellungen haben aber noch nicht begonnen. Es ist bekannt, dass sie einen 1,5-Liter-Turbo-Motor mit 115 kW Leistung sowie mindestens einen elektrischen Motor mit 200 kW Leistung erhalten wird.

In den Unterlagen wird auch eine größere Batterie mit 54.489 kWh LFP sowie eine Reichweite von bis zu 470 km im rein elektrischen Betrieb erwähnt. Ja, für ein Plug-in-Hybridfahrzeug ist das bei europäischen Standards absurd hohe Wert. In China hat der PHEV-Sektor schon seit längerem das Niveau übertroffen, das wir aus Europa kennen. Hier ist die Batterie bereits fast so groß wie bei einem kleinen BEV.

Auch eine AWD-PHEV-Variante mit einer Gesamtleistung von 400 kW soll erscheinen. Doch heute liegt der Schwerpunkt der Präsentation auf der elektrischen Version.

BYD hat übrigens einen konkreten Grund, solche Modelle zu fördern. Im Juli 2026 verkaufte das Unternehmen weltweit 411.072 Fahrzeuge, was einem Anstieg von 20,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Auf dem chinesischen Markt sanken die Lieferungen jedoch um 30,9 Prozent auf 172.449 Stück. Die Flaggschiff-Modelle mit höherem Preis sollen zur Verbesserung des Gewinns und des Images beitragen. Die Frage ist, ob ein großer Sedan heute in China gegen die SUV-Mode bestehen kann. Das wird nicht einfach sein.

Da Han wirkt wie ein Versuch, ein eigenes „chinesisches EQE oder 5er auf Steroiden“ zu schaffen – nur zu Preisen, die der oberen Mittelklasse nahekommen statt der reinen Premium-Klasse. Ob ein solches Konzept Erfolg hat, hängt weniger von den Spezifikationen ab und mehr davon, wie das Auto fährt sowie wie viele dieser Versprechen außerhalb des Messestands eingehalten werden. Was denken Sie – hätte ein solcher großer BYD-Sedan in Europa Sinn, oder haben die SUVs diesen Segment bereits von Anfang an erobert?

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Quelle: LovEV.pl