Brabus verkauft den städtischen „Elektrofahrzeug“ für 50.000 US-Dollar. Es werden nur 10 Exemplare hergestellt.

Brabus, der hauptsächlich mit extrem leistungsstarken Mercedes-Modellen assoziiert wird, tritt nun in die Welt der Elektromotorräder ein. Gemeinsam mit dem französischen Unternehmen DAB Motors hat er eine Serie von Stadtmotorrädern entwickelt, deren stärkster Vorteil nicht die Leistung, sondern die Exklusivität ist. Die limitierte Edition Fragment Edition wird etwa 50.000 US-Dollar kosten, und weltweit werden nur 10 Stück hergestellt.
In diesem Artikel:
Warum sich Brabus für den Markt der Elektromotorräder entschieden hat
Welche Modelle in Zusammenarbeit mit DAB Motors entstanden sind
Welche Leistungsdaten das Brabus Urban E und die Fragment Edition bieten
Woher der Preis von bis zu 50.000 US-Dollar für ein Stadtelektromotorrad kommt
Brabus entdeckt eine neue Richtung
Der deutsche Hersteller hat über Jahre hinweg seine Position durch spektakuläre Modifikationen von Autos, insbesondere von Mercedes-Modellen, aufgebaut. Nun will die Marke ihre Bekanntheit in einem völlig anderen Segment nutzen. Während der Milan Design Week 2026 präsentierte sie gemeinsam mit dem französischen Hersteller DAB Motors eine neue Familie von elektrischen Stadtmotorrädern.
Laut Brabus selbst soll die Partnerschaft „die Grenzen der städtischen Mobilität auf ein höheres Niveau heben“, indem sie den für die Marke typischen „One-Second-Wow“-Effekt mit der Erfahrung von DAB Motors im Design leichter und leistungsstarker elektrischer Motorräder verbindet.
Das Ergebnis der Zusammenarbeit sind drei Modelle: DAB 1α Brabus, Brabus Urban E sowie Brabus Urban E First Edition. Alle nutzen die modulare DAB 1α-Plattform, unterscheiden sich jedoch in der Ausstattung, den Leistungsdaten und dem Grad an Exklusivität – so heißt es in der Mitteilung des Herstellers.
Nicht Leistung, sondern Stil
Das Brabus-Logo steht normalerweise für enorme Leistungssteigerungen, doch dieses Mal wählte der Hersteller einen etwas anderen Weg. Wie der britische Portal Top Gear bemerkt, hat der deutsche Tuner „eine Pause vom Bau von Mercedes-Modellen mit 1000 PS eingelegt und stattdessen ein Elektromotorrad vorgestellt“.
Das Basismodell DAB 1α Brabus ist mit einem Akku mit einer Kapazität von 7,1 kWh, einem Motor mit 31 PS sowie einer Antriebstechnik ausgestattet, die eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h ermöglicht. Der Hersteller gibt eine Reichweite von bis zu 150 km in städtischen Bedingungen an.
Die Version Urban E verfügt über einen modifizierten Inverter sowie neue Einstellungen des Antriebssystems. Dadurch stieg die Leistung auf etwa 36 PS, während das Drehmoment erheblich zunahm. Top Gear zitiert Vertreter der Marke, die betonen, dass „jeder Millimeter des Motorrads sorgfältig aufgerüstet wurde“. In der Praxis bedeutet das zusätzliche Elemente aus Kohlenstofffaser, eine aggressivere Gestaltung sowie charakteristische Details, die von den Autos dieser Marke bekannt sind.
Der teuerste städtische „Elektrofahrzeug“?
Am meisten Aufsehen erregt jedoch die spezielle Variante Urban E Fragment Edition. Sie ist das Ergebnis der Zusammenarbeit nicht nur von Brabus und DAB Motors, sondern auch von Hiroshi Fujiwara, einem der einflussreichsten Designer der japanischen Streetwear und Gründer der Marke Fragment Design.
Laut dem Portal Ścigacz.pl entwickelt das Motorrad 37 PS und erzeugt einen angegebenen Drehmomentwert von 475 Nm. Der Hersteller gibt außerdem eine Reichweite von bis zu 150 km in der Stadt an. Das Aufladen von 20 auf 100 Prozent dauert etwa drei Stunden, während eine vollständige Akkuladung drei bis vier Stunden in Anspruch nimmt.

Strukturell handelt es sich nicht um ein Fahrzeug, das mit Sportmotorrädern konkurrieren soll. Das Ganze basiert auf einem Stahlrahmen mit Gitterrohr-Unterfahrrahmen sowie einem Aluminium-Gabelarm. Der Fahrer kann zwischen fünf Fahrmodi wählen: Eco, Street, Sport, Nitrous Boost und Reverse.
Luxus in Form von Karbon
Die Besonderheit der Fragment Edition wird vor allem durch die Details bestimmt. Das Motorrad ist in dem typischen Schwarz-Weiß-Stil gehalten, der von der Marke Fragment Design inspiriert ist. Weiß sind nicht nur die Elemente aus Kohlefaser, sondern auch die Bremsscheiben sowie der Ledersitz.
Kohlefaser wird unter anderem zur Herstellung des vorderen Scheinwerfers, des Unterbodenschutzes, der Seitenpaneele sowie des hinteren Spoilers verwendet. Ein weiteres charakteristisches Element des Designs ist das in die LED-Hinterleuchte unter dem Sitz integrierte Fragment-Logo. Jedes Exemplar soll in Frankreich in der Manufaktur DAB Motors handgefertigt werden.
Kollektionsartikel, eine unvernünftige Wahl
Am umstrittensten bleibt weiterhin der Preis. Für den Brabus Urban E Fragment Edition muss man etwa 50.000 Dollar bezahlen. Das ist ein Niveau, das normalerweise den leistungsstärksten Sportmotorrädern vorbehalten ist, die dem elektrischen Zweirad in Bezug auf Leistung weit voraus sind.
Doch dieses Projekt lässt sich kaum allein anhand von Leistungsparametern beurteilen. Brabus betont selbst, dass die Spitzenversion First Edition „die ultimative Ausdrucksform von Exklusivität und Individualität“ sein soll. Im Fall der Fragment Edition wird die Exklusivität zudem durch eine auf nur 10 Stück weltweit begrenzte Produktion unterstrichen.
Oskar Włostowski