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Technologie

BMZ Poland und EVE werden eine LMFP-Batterie für schwere Elektrofahrzeuge entwickeln. Sie soll in 25 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen werden können.

BMZ Poland und EVE werden eine LMFP-Batterie für schwere Elektrofahrzeuge entwickeln. Sie soll in 25 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen werden können.

BMZ Poland aus Gliwice und das chinesische Unternehmen EVE Energy präsentierten auf der IAA Transportation eine gemeinsam entwickelte LMFP-Batterie für Elektro-Lkw, Busse und Baumaschinen. Die Serienproduktion soll Mitte 2028 beginnen, wobei die ersten Proben für Kunden bereits im Jahr 2027 auf den Markt kommen werden. Für Flottenhersteller klingt das interessant, denn die Versprechen sind einfach: weniger Kilogramm als bei LFP und schnelleres Laden – ohne auf teurere NMC-Batterien ausweichen zu müssen.

Was verspricht die neue LMFP-Batterie?

Die neue Variante der Versora-Plattform soll Zellen vom Typ LMFP von EVE Energy nutzen. BMZ positioniert diese Chemie zwischen LFP und NMC. LFP ist günstiger, langlebiger und sicherer, weist aber eine geringere Energiedichte auf. NMC liefert in der Regel mehr Energie und verträgt höhere Temperaturen besser, kostet jedoch mehr.

In schweren Anwendungen sprechen BMZ und EVE von mehreren konkreten Vorteilen. Ein solches Paket in einem elektrischen Langstreckenlastwagen soll bei derselben Energiemenge bis zu 10 Prozent leichter sein als eine vergleichbare LFP-Lösung. Das ist bereits keine kosmetische Verbesserung, denn im Transport spielt jedes Kilogramm eine Rolle.

Der zweite Punkt betrifft das Laden. Laut Angaben liegt die Leistung bei bis zu 1 MW oder ein Ladegeschwindigkeit von 2,2 C, was es ermöglichen soll, den Energiespeicher in weniger als 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufzuladen. Zum Vergleich gibt BMZ an, dass ähnliche LFP-Systeme etwa 35 Minuten benötigen. Auf dem Papier klingt das gut, aber wie üblich ist der entscheidende Faktor offensichtlich: Man benötigt außerdem ein Ladegerät sowie eine Fahrzeugarchitektur, die tatsächlich einen solchen Megawattwert aufnehmen kann.

Außerdem gibt es Angaben zur Haltbarkeit und bei Kältebedingungen. Die Batterie soll mehr als 4500 vollständige Ladezyklen bei einem State of Health von 80 Prozent überstehen, während die nächste Generation sogar mehr als 5500 Zyklen erreichen soll. Bei minus 20 Grad Celsius soll noch 85 Prozent der Kapazität verfügbar sein, im Vergleich zu etwa 75 Prozent bei der verglichenen LFP-BMZ-Technologie. Sollte sich das außerhalb des Präsentationsdiapositivs bestätigen, werden Busbetreiber sowie Betreiber von Maschinen im Winter aufmerksam beobachten.

Eine Plattform, zwei Chemien und ein polnischer Aspekt

Der Versora verfügt über eine modulare Konstruktion mit zwei Modulformaten, die im Boden, im Fahrzeugkörper oder auf dem Dach montiert werden können. Wichtiger ist jedoch etwas anderes: Die NMC- und LMFP-Versionen sollen dieselben Abmessungen, Masse, elektrischen Schnittstellen sowie Spannungsklassen aufweisen. Für den Fahrzeughersteller ist das praktisch, da so verschiedene Batterien angeboten werden können, ohne die gesamte Plattform umgestalten zu müssen.

Auch ein natürlicher polnischer Akzent ist zu hören. BMZ Poland ist in Gliwice tätig und fertigt bereits Batterien für den Nutzfahrzeugbereich an, darunter die neue Generation NMC4 für den Mercedes-Benz eCitaro, die ab 2026 in allen Busvarianten eingeführt werden soll. Das polnische Unternehmen wurde zudem nicht von der Insolvenz von BMZ Germany und BMZ Holding Ende 2025 betroffen. Ein Teil der Gruppe wurde anschließend von SKion Susanne Klatten übernommen, und heute gilt genau dieses Unternehmen als Eigentümer der Gruppe.

Die LMFP selbst muss noch eine Weile auf den Markt warten. Proben für Kunden im Jahr 2027, Serienlieferungen ab Mitte 2028. Schneller soll der Versora mit NMC-Chemie auf den Markt kommen, da erste Proben bereits an ausgewählte Kunden gelangen und die Serienproduktion für das Jahr 2027 geplant ist.

Das Interessanteste an dieser Geschichte ist, dass LMFP nun in Bereiche vordringt, in denen die Wahl bisher brutal einfach war: billiges LFP oder teureres NMC. Was meinen Sie – wird der Schwerlastverkehr dieses Versprechen einer schnelleren Ladezeit und besseren Winterfestigkeit kaufen?

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