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Sonstiges

BMW will 8.000 Bürojobs streichen – hauptsächlich in Deutschland

BMW will 8.000 Bürojobs streichen – hauptsächlich in Deutschland

Der Automobilhersteller BMW plant offenbar, weltweit 8.000 Arbeitsplätze abzubauen, um jährlich 1 Milliarde Euro einzusparen. Der Fokus liegt vor allem auf Bürojobs in Deutschland und nicht auf Produktionspositionen. Das in München ansässige Unternehmen möchte Entlassungen vermeiden und bietet stattdessen individuelle Abfindungspakete an.

Der deutsche Premium-Automobilhersteller BMW intensiviert seine Kostensenkungsmaßnahmen angesichts wachsender Drucke auf den globalen Markt. In einem schnellen ersten Schritt hat das von seinem neuen CEO Milan Nedeljković geführte Unternehmen mit dem Betriebsrat eine „umfassende Anpassung der Personalstrukturen, einschließlich eines freiwilligen Abfindungsprogramms“, wie BMW es bezeichnete, vereinbart.

„Die Automobilindustrie steht vor immer dringender werdenden Herausforderungen – heftiger globaler Wettbewerb, zunehmende regionale regulatorische Anforderungen sowie die Auswirkungen geopolitischer Konflikte werden unser Geschäftsmodell in den kommenden Jahren prägen. Deshalb ist es wichtig, schlank und agil zu sein“, erklärte Nedeljković bei der Präsentation der finanziellen Ergebnisse der Gruppe für die erste Hälfte des Jahres 2026, aus denen hervorging, dass der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8 Prozent auf 62,27 Milliarden Euro zurückgegangen ist.

Gleichzeitig sank der vorsteuerliche Gewinn der Gruppe um 29,4 Prozent auf 4,05 Milliarden Euro, während der EBT-Marge um 2 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent abnahm. „Wir arbeiten daran, unsere Organisation und Prozesse umzugestalten, um das Unternehmen für die Zukunft wettbewerbsfähig zu halten“, fügte Nedeljković hinzu.

Obwohl BMW die genaue Anzahl der betroffenen Arbeitsplätze noch nicht angegeben hat, deuten Berichte von Nachrichtenagenturen wie Reuters, AFP, Handelsblatt und anderen darauf hin, dass das Unternehmen im Rahmen seines Kostensenkungsprogramms weltweit etwa 8.000 Stellen abbauen will. Laut diesen Berichten, die auf Unternehmensquellen verweisen, soll das Programm im Oktober beginnen und bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen werden. Ziel ist es, ab 2028 jährlich Einsparungen in Höhe von rund einer Milliarde Euro zu erzielen. Die Kürzungen betreffen vor allem die Belegschaft in Deutschland, insbesondere im Konzernhauptsitz sowie im Forschungs- und Innovationszentrum in München. Die Produktion in den inländischen Werken bleibt jedoch unberührt.

Nach intensiven Verhandlungen zwischen dem Vorstand und den Arbeitnehmervertretern wurde die Vereinbarung abgeschlossen. BMW verfolgt einen sozial verantwortlichen Ansatz, wobei der größte Teil der Entlassungen durch ein Abfindungsprogramm in Deutschland, das Nichtbesetzen freier Stellen sowie den teilweisen Ruhestand erreicht werden soll. Von den 85.000 Mitarbeitern in Deutschland sollen rund 40.000 individuelle Abfindungsangebote erhalten, wofür das Unternehmen etwa 1 Milliarde Euro bereitgestellt hat.

Der neue CEO, Milan Nedeljković, bereitete die Belegschaft auf grundlegende Veränderungen vor. „Ich bin mir bewusst, dass die kommende Zeit viel von uns allen verlangen wird“, betonte er bei einem Betriebsmeeting am Mittwoch, wie das Handelsblatt berichtete. Dennoch betonte er die Notwendigkeit, sicherzustellen, dass BMW profitabler und wettbewerbsfähiger wird. Diese Maßnahmen sind eine Reaktion auf den bereits erwähnten Umsatzrückgang sowie die erheblichen Herausforderungen in China.

Neben strukturellen Anpassungen reorganisiert die Gruppe auch ihre Führungsebene. Abteilungen sollen zusammengelegt werden, und Verantwortlichkeiten stärker auf wertschaffende Bereiche verlagert werden. Zudem steht ein Führungswechsel in der Personalabteilung unmittelbar bevor: Dorothea von Boxberg, ehemalige CEO der Lufthansa-Tochter Brussels Airlines, übernimmt am 1. September von Ilka Horstmeier den Posten der Leiterin Personalwesen, um die Transformation voranzutreiben.

Martin Kimmich, Vorsitzender des Betriebsrats, betonte, dass BMW im Gegensatz zu den öffentlich diskutierten harten Maßnahmen bei anderen Automobilherstellern auf verbindliche Schutzmechanismen setze. „Während es anderswo öffentliche Diskussionen über Stellenabbau, Schließung von Werken oder Sparmaßnahmen gibt, haben wir uns darauf konzentriert, Sicherheit für die Mitarbeiter zu schaffen und verbindliche Schutzmaßnahmen umzusetzen“, zitierte Spiegel Online Kimmich.

BMWEV

Quelle: electrive